Politik

CDU sucht bundesweit Oberbürgermeister-Kandidat

Bei den Grünen und ihren Anhängern herrschten Enttäuschung und Wut über die Wankelmütigkeit der CDU-Fraktion wie hier in einer Ratssitzung nach der Entscheidung für das Einkaufszentrum.

Bei den Grünen und ihren Anhängern herrschten Enttäuschung und Wut über die Wankelmütigkeit der CDU-Fraktion wie hier in einer Ratssitzung nach der Entscheidung für das Einkaufszentrum.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Anzeige

LzO Beratung

Oldenburg/zb – Bundesweit sucht die Oldenburger CDU einen geeigneten Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im September 2014 in Oldenburg. Bis zum 7. November können Interessierte ihre Bewerbung einreichen.

Für die drittgrößte Stadt Niedersachsens wird eine Persönlichkeit gesucht, die Erfahrung, Kompetenz und Ausstrahlung mitbringt. Darüber hinaus soll sich die Kandidatin oder der Kandidat dadurch auszeichnen, die Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Oldenburg zu begeistern, die regionale Zusammenarbeit weiterzuentwickeln und die überregionale Bedeutung der Stadt weiter auszubauen.

In den eigenen Reihen haben die Christdemokraten keinen Kandidaten gefunden. Auf jeden Fall muss die Partei damit rechnen, dass sich potentielle Bewerber mit der Situation der CDU vor Ort intensiv auseinandersetzen und feststellen, dass die CDU in Oldenburg mal 18 Ratsmandate bekleidet hat und mittlerweile auf zehn geschrumpft ist. Sie ist zurzeit drittstärkste Fraktion hinter SPD (17) und Grünen (14).

Mit den eingehenden Bewerbungen wird sich eine Findungskommission der CDU beschäftigen. Neben dem CDU-Kreisvorsitzenden Olaf Klaukien, dem Bundestagsabgeordneten Stephan Albani und Friedlich-Wilhelm Wehrmeyer, Vorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU Oldenburg-Stadt sind in dieser Kommission jeweils über ein Losverfahren ermittelte Mitglieder der CDU Oldenburg-Stadt sowie Vertreter der Oldenburger Bürgerinnen und Bürger integriert.

Bei der letzten Oberbürgermeisterwahl in der Huntestadt präsentierte die CDU den heutigen Oberbürgermeister Dr. Gerd Schwandner als ihren Kandidaten. Er schaffte es erst in der Stichwahl gegen Dietmar Schütz (SPD), weil die Grünen sich hinter ihn stellten mit dem Argument, er sei gegen das Einkaufszentrum Schlosshöfe auf dem Schlossplatz. Schütz war seinerzeit ein Befürworter, was ihm viel Kritik einbrachte.

Nachdem Schwandner zum Oberbürgermeister gewählt wurde, gingen die Grünen eine Verbindung mit der CDU ein, um das Einkaufszentrum zu verhindern. In der entscheidenden Ratsitzung ging die CDU-Fraktion einschließlich Schwandner für alle Beteiligten unverhofft von der Stange und ermöglichte den Bau der Schlosshöfe. Die politische Ehe war damit geschieden, und bis heute sind die Wunden nicht endgültig verheilt.

Vorheriger Artikel

AWO: Privatisierungsrausch muss ein Ende haben

Nächster Artikel

Alte JVA: Blick hinter die Gefängnismauern