Oldenburg

Startschuss für MalteserMigrantenMedizin

Gaben den Startschuss für die MalteserMigrantenMedizin in Oldenburg: Dr. Bernward Wefer, Prof. Dr. Leon de Wilde, Weihbischof Dr. Heinrich Timmerevers, Bürgermeisterin Annelen Meyer, Dr. Martin Pohlmann und Sebastian Kliesch.

Gaben den Startschuss für die MalteserMigrantenMedizin in Oldenburg (von links): Dr. Bernward Wefer, Prof. Dr. Leon de Wilde, Weihbischof Dr. Heinrich Timmerevers, Bürgermeisterin Annelen Meyer, Dr. Martin Pohlmann und Sebastian Kliesch.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg / zb – Gestern ist die 14. Anlaufstelle der MalteserMigrantenMedizin in Oldenburg an der Peterstraße 39 offiziell eröffnet worden. In der MalteserMigrantenMedizin finden Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus und ohne Krankenversicherung einen Arzt, der die Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung oder einer Schwangerschaft übernimmt.

Weil viele dieser Patienten weder eine Praxis noch ein Krankenhaus aufsuchen wollen, weil sie Angst vor der Abschiebung haben, helfen die Malteser unter Wahrung der Anonymität. „Bislang geschah das über 90.000 Mal und über 1300 erblickten mit dieser Hilfe Kinder das Licht der Welt“ sagte Diözesangeschäftsführer Sebastian Kliesch bei seiner Begrüßung und dankte dem Weihbischof Dr. Heinrich Timmerevers für die Übernahme der Schirmherrschaft.

Bevor der die Einsegnung des Kreuzes für die Räumlichkeiten vornahm, erinnerte er daran, dass geschätzt mindestens 1,2 Millionen Menschen in Deutschland keinen Aufenthaltsstatus haben und somit ohne jeglichen Versicherungsschutz sind. „Dabei sind es Menschen wie du und ich“, stellte Timmerevers klar und kritisierte, dass sie „oftmals als rechtlos angesehen und behandelt werden, doch haben sie ihre Menschenrechte nicht verloren, geschweige denn ihre Würde.“

Er habe die Schirmherrschaft übernommen, um den Schirm zu spannen, der diesen Menschen, die Teil unserer Gesellschaft seien, Schutz zu bieten. „Die MalteserMigrantenMedizin handelt nicht einfach aus Barmherzigkeit, sondern weil wir diesen Dienst unsern Mitmenschen vorbehaltlos schuldig sind“, machte er deutlich. Gleichwohl hofft der Bischof, dass das Projekt keine lange Zukunft hat. „Es ist wichtig, dass es allen gesellschaftlichen und politischen Kräften gelingt, Menschen bei uns aus der Illegalität zu holen und das Recht auf medizinische Grundversorgung zu gewährleisten.“

Dr. Martin Pohlmann, stellvertretender Caritasdirektor, bezeichnete den kostenlosen und anonymen Hilfsdienst als äußerst wichtig. Zwölf katholische Krankenhäuser im Oldenburger Land hätten sich dem Dienst bereits angeschlossen. Ganz vorne stünde das Pius-Hospital Oldenburg mit seinem Vertreter Prof. Dr. Leon de Wilde. Annelen Meyer, Bürgermeisterin der Stadt Oldenburg, bezeichnete den Hilfsdienst als großen Gewinn für die Stadt und dankte allen Akteuren für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Schließlich wies der Mediziner Dr. Bernward Wefer, der zusammen mit Heike Wolke und Roland Mersch die MalteserMigrantenMedizin in Oldenburg maßgeblich auf die Schiene gesetzt hat, darauf hin, dass viele Patienten sehr jung und zugleich sehr krank seien. „In Oldenburg rechnen wir jährlich mit 100 Patienten“, sagte Wefer. Jeden Dienstag von 13 bis 15 Uhr ist Sprechstunde in Oldenburg. Mediziner, die sich an dem Projekt beteiligen wollen, können sich telefonisch unter 044 41 / 92 50 19 melden.

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