Oldenburg

Seebrücke: Notstand der Menschlichkeit

Die Mitglieder der Seebrücke Oldenburg treffen sich dienstags ab 19 Uhr im Kreativ-LABOR. Das Foto zeigt eine Aktion vor einer Ratssitzung im PFL.

Die Mitglieder der Seebrücke Oldenburg treffen sich dienstags ab 19 Uhr im Kreativ-LABOR. Das Foto zeigt eine Aktion vor einer Ratssitzung im PFL.
Foto: Inga Jacob

Oldenburg (am/pm) Die Seebrücke Oldenburg ruft im Rahmen der bundesweiten Aktionen für sichere Fluchtwege statt Kriminalisierung und Solidarität mit Geflüchteten und der Kapitänin Carola Rackete zu einer Kundgebung am Samstag, 6. Juli, um 13 Uhr am Julius-Mosen-Platz auf. Unter den Rednerinnen und Rednern wird der leitende Maschinist der Sea-Watch 3, Sören Moje, sein. Die Sea-Watch 3 ist in den letzten Tagen durch den Hausarrest der inzwischen wieder frei gelassenen Kapitänin bekannt geworden, nachdem sie und ihre Crew wegen des Notstands an Bord den Hafen in Lampedusa anfahren mussten.

Anzeige

„Wer Menschenleben rettet, darf niemals dafür bestraft werden. Wer auf der Flucht in Gefahr gerät verdient in erster Linie Menschlichkeit und eine helfende Hand. Alles andere ist unmenschlich, inakzeptabel und stellt der EU ein Armutszeugnis aus“, so die Seebrücke Oldenburg in einer Pressemitteilung. Im vergangenen Jahr sei zeitweise jede sechste Person während des Fluchtversuchs über das Mittelmeer ertrunken. Gleichzeitig würden Seenotretterinnen und -retter verleumdet und kriminalisiert: Neben Carola Rackete erwarten auch Pia Klemp und weitere Crewmitglieder der NGO (Nichtregierungsorganisation) „Jugend rettet“ einen Gerichtsprozess durch italienische Behörden – und das für ihre Einsätze zur Rettung von Menschenleben im Mittelmeer.

„Statt alles daran zu setzen, Menschenleben zu retten, erleben wir von Seiten der europäischen Nationalstaaten einen Tiefpunkt der Solidarität und Menschlichkeit: Menschen werden in libysche Folterlager zurückgewiesen, die Rettung von Menschen aktiv blockiert. Als Seebrücke Oldenburg stellen wir fest: Die Menschlichkeit wird angegriffen, es ist Zeit zu handeln. Wir rufen den Notstand der Menschlichkeit aus! Dieser Notstand wird solange andauern, bis sich europäische Staaten auf einen solidarischen und humanen Verteilungsmechanismus aller Geretteten verständigt haben und alle Seenotretterinnen und Seenotretter wieder frei sind“, so die Seebrücke Oldenburg.

Vorheriger Artikel

Cäcilienbrücke: Sperrung ab Samstag

Nächster Artikel

Museumsleiterin verlässt Oldenburg

2 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    3. Juli 2019 um 23.17

    Na ja – ein Land nach dem anderen in Europa erwählt sich die rassistische Menschenverachtung zur Staatsreligion. Lernprozesse ausgeschlossen, wie ich in einem Disput mit einem Privatkommentatator in der Zeitung die Zeit (!) lernen durfte. Lieber erfindet man sehr individuelle Zuordnungen früher einmal verbindlicher Begriffe, als kompetent und konstruktiv zu kommunizieren. Der Turmbau zu Babel mit seinen sprachlichen Verwirrungen wiederholt sich – mit fatalen Folgen.
    Oh ja, der zerstörten Sprache folgen zwangsläufig Taten…

  2. Markus
    4. Juli 2019 um 17.23

    Sollten Figuren wie dieser Salvini mal auf dem Mittelmeer in Seenot geraten und hilflos im Wasser paddeln (kann der überhaupt schwimmen?), dann hätte ich als Kapitän genau zwei Varianten anzubieten:
    – die Szene aus „Das Boot“, wo sie nach Torpedierung des Tankers auftauchen und merken, dass die Besatzung auf sie zuschwimmt. Kommando „Halbe Kraft zurück!“…
    – Aufnehmen, gut wegpacken, damit sie nicht an Bord herummarodieren (also Arrestzelle) und in Libyen ausladen.

    Fertig.