Oldenburg

Stadtmarketing: CMO und OTM bündeln Kräfte

Gemeinsame Sache beim Stadtmarketing machen zukünftig der CMO-Vorsitzende Friedrich-August Fisbeck, die OTM-Geschäftsführerin Silke Fennemann und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Gemeinsame Sache beim Stadtmarketing machen zukünftig (von links): der CMO-Vorsitzende Friedrich-August Fisbeck, die OTM-Geschäftsführerin Silke Fennemann und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) „Hallo Fahrrad“, „Oldenburg Stadtgärten“ oder das Kleinkunstfestival JAPZ: Es gibt zahlreiche Veranstaltungen in der Innenstadt, die vom City Management Oldenburg (CMO) und der Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH (OTM) organisiert, veranstaltet und beworben werden – immer in Absprache, aber getrennt voneinander. In Zukunft soll das anders werden: Zum 1. September schließt das CMO seine Geschäftsstelle und übergibt die Marketingaktivitäten an die OTM. Seit 2019 arbeiten die OTM-Geschäftsführerin Silke Fennemann und der CMO-Vorsitzende Friedrich-August Fisbeck an der Umsetzung dieser Allianz, die die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt stärken soll. Die Vereinbarung gilt zunächst für zwei Jahre.

Anzeige

„Nicht zuletzt durch die Corona-Krise ist deutlich geworden, dass eine stärkere Gemeinsamkeit und eine Bündelung der Kräfte sinnvoll und nötig sind“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, der Vorsitzender der OTM-Gesellschafterversammlung ist. „Es ist der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt.“ Er begrüße ein Oldenburg-Marketing aus einem Guss. „Wir wollen Oldenburg bekannter machen, die Attraktivität stärken und das auch kommunizieren“, betont Krogmann. Durch die Bündelung könne man strategisch besser vorgehen.

Ohne Gegenstimmen bei nur sechs Enthaltungen haben mehr als 80 Prozent der 160 CMO-Mitglieder dem Zusammenschluss zugestimmt. „Die Stadt steht im Wettbewerb zu anderen Städten, alleine können wir das nicht mehr schaffen“, sagt Friedrich-August Fisbeck. Er betont: „Das CMO als Verein bleibt natürlich bestehen und vertritt weiterhin die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik und Verwaltung“.

Die Mitarbeiterinnen der CMO-Geschäftsstelle werden zukünftig ihren Arbeitsplatz bei der OTM im Lappan haben. „Damit geht es uns das Knowhow nicht verloren. Und die vorhandenen Mittel können noch effektiver eingesetzt werden“, freut sich Silke Fennemann. „Wir wollen zukünftig Schnittstellen gemeinsam mit der Kultur finden und das Shopping-Erlebnis in Oldenburg anreichern. Insbesondere die Innenstadt ist ein öffentlicher Raum für Einwohner und für Touristen. Die Belebung des öffentlichen Raums sorgt für die Belebung der Geschäfte“, fügt Silke Fennemann hinzu.

Diese vorhandene Kräfte zu bündeln, sei ein Ergebnis des Arbeitskreises Innenstadtstrategie, erklärt Krogmann. Darunter falle auch der zukünftige Einsatz eines Innenstadtmanagers. Die Stelle wurde von der Stadtverwaltung kürzlich ausgeschrieben. Unter anderem gehe es um das Leerstandsmanagement, Mehrwert durch Unterhaltung, Wohnen in der Innenstadt, Sauberkeit und Erreichbarkeit: „Es sind ganz viele Themen, die uns beschäftigen, und wir sind auf mehreren Wegen unterwegs“, so Krogmann.

Rückblick

In den 50er-Jahren wurde in Oldenburg mit der gezielten Förderung des Fremdenverkehrs und damit mit Tourismusmarketing für die Stadt begonnen. 1949 nahm der Verkehrsverein Oldenburg seine Arbeit auf.

1997 wurde das CMO als ein Zusammenschluss der Innenstadtkaufleute gegründet. Daraus entwickelte sich ein Lobby- und Marketingverein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Oldenburg als Einkaufsstandort attraktiv zu machen. Die zirka 160 Mitglieder sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Die überregionale, touristische Vermarktung erfolgt seit 2001 in der damals neu gegründeten Gesellschaft: der Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH unter der Leitung von Silke Fennemann. Mit der Übertragung des StadtMarketings an die OTM im Jahr 2005 hat die GmbH ein weiteres zentrales Aufgabenfeld übernommen. Zum 1. September 2020 übergibt nun das CMO sein operatives Marketing an die OTM und ihre rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab.

Vorheriger Artikel

Bundesregierung will EY trotz Wirecard-Skandal weiter beauftragen

Nächster Artikel

SPD: Union will sich mit neuem Wahlrecht Vorteil verschaffen

1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    18. August 2020 um 23.24

    >„Wir wollen zukünftig Schnittstellen gemeinsam mit der Kultur finden und das Shopping-Erlebnis in Oldenburg anreichern.<

    Ahhhja. Das "Shopping-Erlebnis" war bereits, vor allem in den 80-ern, sehr "angereichert" – bis durch die Arroganz irgendwelcher Leute alles gekippt wurde. Plötzlich waren vor allem die Künstler, die gestern noch extremst hofiert und buchstäblich vom Fleck weg mit Barem auf die Hand abgeworben wurden, nichts mehr wert. Sie werden bis heute mit Auflagen drangsaliert, die die Besseren ob der Vielfalt ihrer Hilfsmittel gar nicht einhalten können. Wer sammelt schon sein ganzes Geraffel ein um ein paar Meter weiter zu ziehen – und warum sollte er sich diese blöde Schikane antun?
    Jetzt "sterben" die Innenstädte, schon wegen der Unfähigkeit der letzten Einzelunternehmer im vernünftigen Rahmen zu kalkulieren, vor sich hin. Ein Ende ist bisher nicht absehbar. Jetzt also besinnt man sich? Ich glaube es kaum – und wenn, dann bringt es die bis nach Spanien z.B. abgewanderten, ernst zunehmenden und sehr kreativen, Künstler ja nicht zurück. Nachwuchs? In Oldenburg kaum in Sicht, die mit der Erfahrung, die inspirieren könnten, sind ja, siehe eine Zeile höher, endgültig weg. Da hilft auch kein "cre8" oder ähnlich affige Mätzchen.
    Dem Rat der Stadt, den (Möchtegern-) "Geschäftsleuten", sei dies Zitat des Heimatdichters Rötger Feldmann, auch Brösel genannt, gewidmet: http://www.denkschatz.de/filmzitate/Werner-Beinhart/Wir-trampeln-durchs-Getreide-wir-trampeln-durch-die-Saat-hurra-wir-verblodeln-fur-uns
    Na denn, macht mal schön… 🙂