Oldenburg

Politische Mahnwache zum CSD Nordwest

Trotz Corona sichtbar bleiben: Der CSD wird in diesem Jahr anders, aber trotzdem bunt. Eine Fahrradrallye ist nur eine der geplanten Veranstaltungen.

Trotz Corona sichtbar bleiben: Der CSD wird in diesem Jahr anders, aber trotzdem bunt. Eine Fahrradrallye ist nur eine der geplanten Veranstaltungen.
Foto: SatyaPrem

Oldenburg (am/pm) Sichtbar und präsent bleiben – trotz Corona. Das haben sich die Organisatoren des Christopher Street Day (CSD) Nordwest vorgenommen. Sie planen am Samstag, 20. Juni, von 11 bis 15 Uhr eine politische Mahnwache auf dem Oldenburger Schlossplatz, um auf Diskriminierung und Ausgrenzung gegen Lesben, Schwulen, bisexuellen, transgeschlechtlichen, intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LSBTIQ+) aufmerksam zu machen. Zudem haben sich verschiedene Akteure zusammengetan, um eine Fahrraddemonstration zu veranstalten. Online-Reden, Lesungen und eine Regenbogenfahnen-Rallye runden das Programm ab.

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Politische Mahnwache

„Gerade in Krisenzeiten drohen die Rechte Einzelner und vor allem die Gleichberechtigung von Minderheiten eingeschränkt bzw. vergessen zu werden“, so CSD Nordwest-Sprecher Kai Bölle. Und weiter: „Doch noch immer ist Diskriminierung und Ausgrenzung von LSBTIQ+ Alltag. Nach einer aktuellen Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) traut sich weiterhin die Hälfte der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen nicht, ihre Sexualität offen auszuleben.“

Die durchaus bedeutenden rechtlichen Fortschritte würden sich nur sehr langsam in der Lebenswirklichkeit von LSBTIQ+ widerspiegeln. „Wie brüchig gesetzliche Regelungen sind, lässt sich auf der ganzen Welt beobachten. In den USA versucht die Regierung Trump die Menschenrechte von LSBTIQ+ wieder einzuschränken. In Polen, immerhin ein Mitgliedsland der Europäischen Union, geraten wir sogar direkt ins Visier der regierenden PiS – Partei und werden erneut als Feindbild deklariert. LSBTIQ+ werden nicht nur rechtlich diskriminiert, ihr Leben ist in Gefahr“, sagt Bölle. In Deutschland sei vor allem die AfD das Sprachrohr derjenigen, die dem Glauben anhängen, Menschen hätten in einer bestimmten Weise zu sein und alle, die diesem Bild nicht entsprechen, dürften weniger Menschenrechte haben. „Es ist also kein weit entferntes Schreckensbild, sondern auch hier in unserem Land bedrohliche Realität“, betont Bölle. „Dagegen werden wir auch im Angesicht der Pandemie Flagge zeigen und unsere Stimme erheben.“

Die diesjährigen Redebeiträge der verschiedenen Gruppen auf dem Schlossplatz werden über den Youtube-Kanal des CSD Nordwest gezeigt.

Forderungen

die Verankerung von Vielfalt als Normalität in den Curricula an Schulen und Universitäten und verpflichtende Fortbildungen für Lehrkräfte

  • die Sensibilisierung der Sicherheitsbehörden im Hinblick auf trans- und homophobe Straftaten
  • die Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen und
    geschlechtlichen Identität
  • die Intervention der Bundesregierung im Hinblick auf LSBTIQ+-freie Zonen in Polen mit dem Ziel
    der Durchsetzung der europäischen Charta der Menschenrechte
  • die Reform des Transsexuellengesetzes mit dem Grundsatz „Selbstbestimmung statt
    Fremdbestimmung“

Im Anschluss an die Mahnwache werden Forderungen an die Politik überreicht.

Online-Lesung

Der AStA der CvO-Universität veranstaltet am 20. Juni ab 19 Uhr eine Online-Lesung. Julian Mars liest aus seinem neuen Roman „Lass uns von hier verschwinden.“

Fahrraddemonstration

Als Alternative zum traditionellen Demonstrationszug durch die Innenstadt findet in diesem Jahr eine Fahrraddemonstration zum CSD Nordwest statt. Beginn ist am 20. Juni um 14 Uhr an der EWE-Arena. Zur Teilnahme an der Demo rufen auf: NaUnd e.V., Homophilias e.V., Bündnis 90/Die Grünen, Schwulenreferat und AStA der Carl von Ossietzky Universität, Völklinger Kreis, AIDS-Hilfe, Die Lesbenchörin Anderrum und Immerschief, sven – Schwule Vielfalt erregt Niedersachsen, SPDqueer, Trolsz e.V. sowie Rosige-Zeiten, Rosa-Disco und Männerfabrik.

Regenbogenfahnen-Rallye

Die Grünen Jugend Oldenburg lädt zu einer Regenbogenfahnen-Rallye als Alternativprogramm für den CSD Nordwest ein. In der Innenstadt werden am 20. Juni zehn Stationen – erkennbar durch Regenbogenfahnen – installiert. Wer alle Fahnen gefunden und damit auch die dort hinterlegten Fakten gelesen hat, kann sich einen der Sticker mitnehmen, die sich in den Säckchen an den Fahnenstangen befinden. Die Teilnehmer_innen können an jeder beliebigen Fahne starten und enden. Informationen gibt es über den Instagram-Account „gj_oldenburg“ und Facebook (Grüne Jugend Oldenburg). „Schickt uns doch gerne via Instagram, Facebook oder unser E-Mail-Adresse (kontakt@gj-oldenburg.de) ein Bild von euch und dem Sticker #CSDgemeinsamZuhausefeiern“, bitten die Veranstalter.

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