Oldenburg

Neue OLG-Präsidentin: Ehemaliger Knast wird Aktenarchiv

Anke van Hove ist die neue Präsidentin des Oberlandesgerichtes Oldenburg. Sie berichtet, dass das ehemalige Gefängnis ein Aktenarchiv wird.

Anke van Hove ist neue Präsidentin des Oberlandesgerichts Oldenburg.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Am 13. Juni ist Anke van Hove von Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz zur Präsidentin des Oberlandesgerichts (OLG) Oldenburg ernannt worden. In dieser Woche berichtete sie im Rahmen eines Pressegesprächs über ihre ersten Wochen in Oldenburg und unter anderem darüber, dass das ehemalige Gefängnis ein Aktenarchiv wird.

Anzeige

LzO Beratung

„Ich bin sehr froh, in Oldenburg Präsidentin sein zu dürfen“, erklärte sie und erinnerte dabei an ihren ersten Tag im OLG, der für sie ein ganz besonderer war, weil sie von den neuen Kollegen überaus freundlich empfangen worden sei. Eigentlich sollte die Juristin bereits zum 1. April 2015 die Nachfolge von Dr. Gerhard Kircher antreten. Doch die Ministerialdirigentin konnte aufgrund einer Konkurrentenklage ihren Dienst vorerst nicht antreten. „Das ist Vergangenheit“, sagt sie und räumt ein, dass das „kein Spaziergang“ war. Bevor die Juristin 2007 ins Justizministerium abgeordnet wurde, war sie Richterin am OLG Celle. Die 53-Jährige stammt gebürtig aus Hoja und verrät, dass sowohl ihr Vater als auch Großvater Juristen waren.

„In Oldenburg bin ich sehr gut aufgenommen worden und beeindruckt von dem guten Miteinander im OLG“, berichtete sie. Die Atmosphäre empfindet sie als etwas Besonderes. Das Präsidentenamt habe sie wegen des Aufgabenspektrums gereizt. Und nach drei Monaten hätten sich ihre Erwartungen mehr als erfüllt. „Hinzu kommt die Stadt Oldenburg, die ich nicht kannte, die ich aber immer besser kennenlerne und sehr schätze.“

Eine ihrer vorrangigsten Aufgaben sei es jetzt, die erforderlichen Bauarbeiten im OLG voranzutreiben. Nachdem man sich in Hannover gegen ein neues Justizzentrum entschieden hat, soll die vorhandene Baustruktur saniert und modernisiert werden. So geht es gegenwärtig um einen Anbau an das Landgericht und die Staatsanwaltschaft. Außerdem soll das ehemalige Gefängnis an der Gerichtsstraße in ein Archiv für die zahlreichen Aktenbestände umgewandelt werden. „Das könnte zeitnah geschehen“, hofft Anke van Hove, die zudem die Digitalisierung voranbringen und sich um die Nachwuchsgewinnung kümmern will.

„Einen Mangel an Nachwuchs haben wir gegenwärtig zwar nicht zu beklagen, aber wir verzeichnen in allen Diensten weniger Bewerber“, sagt sie. Sie will über die verschiedenen Berufe in der Justiz stärker informieren. „Die Berufe innerhalb der Justiz sind nicht nur sinnvoll, sie sind zudem familienfreundlich, sicher und bieten Beförderungs- und Aufstiegschancen“, macht sie deutlich. Außerdem will sie sich dafür einsetzen, befristete Stellen im mittleren Dienst zu entfristen.

Die Vortragsreihe, den Tag der offenen Tür und andere Begegnungen mit den Bürgern will sie fortsetzen. „Die Öffnung nach außen halte ich für sehr wichtig“, sagt sie. Doch im Moment ist sie primär damit beschäftigt, ihre zahlreichen Mitarbeiter im OLG-Bezirk kennenzulernen und ihre Arbeit zu verrichten. Neben vielen Gesprächen gehört auch ein fast tägliches Aktenstudium dazu.

Am Freitag findet im Rahmen eines Festaktes die offizielle Amtseinführung durch die Ministerin mit 200 geladenen Gästen im Oldenburger Schloss statt.

Vorheriger Artikel

Offene Ateliers: Künstlern hautnah über die Schulter blicken

Nächster Artikel

Kommentar: Einbahnstraßen lösen Schadstoffproblem nicht