Oldenburg

Neues Notfallzentrum im Klinikum Oldenburg

Nach knapp dreijähriger Planungs- und Bauzeit ging das Notfallzentrum Oldenburg (NZO) des Klinikums Oldenburg kürzlich in Betrieb.

Frank Leenderts (Leiter der Großleitstelle Oldenburger Land), Dr. Dirk Tenzer (Vorstandsvorsitzender des Klinikums Oldenburg), Bernd Ulrich (Ärztlicher NZO-Leiter), Matthias Grüßing (Pflegerischer NZO-Leiter), Rainer Schoppik (Klinikum-Vorstand) Jürgen Krogmann (Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg) und Stefan Thate (Feuerwehr Oldenburg) bei der symbolischen Schlüsselübergabe am vergangenen Freitag.
Foto: Lukas Lehmann / Klinikum Oldenburg

Oldenburg (am/pm) Nach knapp dreijähriger Planungs- und Bauzeit ging das Notfallzentrum Oldenburg (NZO) des Klinikums Oldenburg in Betrieb. Das neue NZO hat sich gegenüber der ehemaligen Notfallaufnahme flächenmäßig fast verdreifacht und verfügt über insgesamt 44 Untersuchungs- und Behandlungsplätze für die unmittelbare Notfallversorgung. 25 OP-Säle, 80 Intensivbetten und drei Herzkatheterlabore sowie zwei Computertomographen und ein Magentresonanztomograph.

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Das Klinikum Oldenburg versorgt inner- und außerklinisch pro Jahr mehr als 55.000 Notfallpatientinnen und -patienten aller Altersstufen. Das Team des Notfallzentrums hat mehr als 60 pflegerische und ärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Wir haben die notfallmedizinische Versorgung im Klinikum jetzt organisatorisch wie räumlich im Notfallzentrum Oldenburg zusammengeführt“, erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Tenzer, „dadurch können Notfallpatientinnen und -patienten sehr viel schneller und auch sicherer versorgt werden.“ Rainer Schoppik, Vorstand Restrukturierung, freute sich: „Das neue Notfallzentrum ist eine grundlegende Voraussetzung, dass jetzt die Projekte im Rahmen der Restrukturierung wirtschaftlich erfolgreich durchgeführt werden können.“

Auch die internistischen Notfallpatientinnen und -patienten werden jetzt primär im Notfallzentrum erstversorgt und aufgenommen. Direkt angrenzend an die Notaufnahme hat das Klinikum eine Chest-Pain-Unit (CPU, engl. für Brustschmerz-Einheit) eingerichtet, die ihren Betrieb mit bis zu acht Betten bereits vor einem Monat aufgenommen hat. Ebenfalls vor vier Wochen wurde mit einer angrenzenden interdisziplinären Beobachtungs- und Aufnahmestation (BAS) gestartet. Diese Aufnahmebetten werden ausschließlich von Notfallpatientinnen und -patienten belegt. Da das Notfallzentrum nicht über Patientenbetten verfügt, wird hier eine maximale Verweildauer von vier Stunden angestrebt. „Zum einen können wir durch die infrastrukturellen Maßnahmen die Behandlungen noch sicherer gestalten und auch verkürzen. Zum anderen werden wir demnächst personalmäßig so aufgestellt sein, dass schon beim ersten Kontakt erfahrene Oberärzte unverzüglich Maßnahmen einleiten und Untersuchungen veranlassen bzw. durchführen können. Die Entscheidung, ob die Patientin bzw. der Patient ambulant behandelt werden kann, eine stationäre Behandlung erforderlich ist und welche Fachabteilung dafür die bestmögliche ist, kann so erheblich früher im Behandlungsverlauf fallen. Das bedeutet nicht nur mehr Sicherheit, wir erwarten dadurch auch deutlich kürzere Versorgungszeiten für die Patientinnen und Patienten“, sagte der Ärztliche Leiter des Notfallzentrums Bernd-Christoph Ulrich. „Im Bereich der Pflegekräfte haben bereits nahezu 50 Prozent des Personals die neue Fachweiterbildung Notfallpflege erworben“, ergänzte der Pflegerische Leiter des Notfallzentrum Matthias Grüßing.

Das Notfallzentrum ist modernster Technik ausgestattet. Verschiedene miteinander vernetzte IT-Systeme unterstützen den Versorgungsprozess. „Wir setzen bewusst auf Digitalisierung und Visualisierung. Alle relevanten Informationen sollen jederzeit und für jeden Beteiligten zur Verfügung stehen. Auch dies trägt zur Patientensicherheit bei“, erläuterte Bernd Ulrich. Innovationen wie der interdisziplinäre Versorgungsnachweis IVENA, ein integriertes Notaufnahmeinformationssystem mit einer systematischen Dringlichkeitseinstufung sowie weitere spezielle IT-Unterstützung kommen hier allen Patientinnen und Patienten zugute. Auch die Telemedizinzentrale ist erneuert und vergrößert sowie bewusst in den Räumlichkeiten des Notfallzentrums angesiedelt worden. Gearbeitet wird komplett papierlos. Neu sind die großen Monitore innerhalb des NZO, die jederzeit die aktuelle Belegung aller Untersuchungs- und Behandlungsplätze, und auch wie das Personal aktuell eingesetzt ist, anzeigen.

„Das Klinikum zählt zur kritischen Infrastruktur in Deutschland und unterliegt damit besonderen Anforderungen zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung auch in Krisen‐ und Katastrophensituationen. Mit dem neuen Notfallzentrum sind wir für die Zukunft bestens aufgestellt, auch was die bundesweite Reform der Notfallversorgung angeht. Das Klinikum erfüllt fast alle Voraussetzungen als umfassender Notfallversorger und wir streben deshalb längerfristig auch die höchste Stufe ‐ die Stufe 3 ‐ im neuen Notfallstufenkonzept an“, so Bernd-Christoph Ulrich.

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