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Kerstin Gleine begeistert Schüler für MINT

Uni-Präsidentin Prof. Dr. Babette Simon, Klaus von Klitzing und Dr. Stephanie Abke von der EWE-Stiftung gratulierten Kerstin Gleine, die für ihren engagierten MINT-Unterricht ausgezeichnet wurde.

Uni-Präsidentin Prof. Dr. Babette Simon (links), Klaus von Klitzing und Dr. Stephanie Abke von der EWE-Stiftung (rechts) gratulierten Kerstin Gleine, die für ihren engagierten MINT-Unterricht ausgezeichnet wurde.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg/zb – Kerstin Gleine, Lehrerin für Naturwissenschaften und Technik sowie Physik am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Hamburg, ist die diesjährige Preisträgerin des mit 15.000 Euro dotierten Klaus-von-Klitzing-Preises, der zum neunten Mal von der Universität Oldenburg und der EWE-Stiftung gestern in Oldenburg verliehen worden ist.

Er zeichnet bundesweit Lehrkräfte aus, die es auf besondere und innovative Weise verstehen, Schüler für MINT-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu faszinieren. Der Namensgeber und Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing hat der 53-jährigen Lehrkraft für Physik, Naturwissenschaften und Technik den Preis verliehen und ihr für ihr enormes Engagement gedankt. „Lehrerinnen wie sie sind es, die Schülerinnen und Schüler früh packen und für MINT-Fächer begeistern.“

Tatsächlich ist sie mit Herzblut Lehrerin, die neuen Themen gegenüber aufgeschlossen ist, innovativen Unterricht macht und sich gleich nach dem Studium vorgenommen hat, Unterricht mit Kopf, Herz und Hand zu geben. Sie mag Kinder und wird täglich für ihren Einsatz belohnt. Dass sie dabei von ihrer Schulleitung und den Kollegen aktiv unterstützt wird, ist ihr großes Glück. „Ich möchte Kinder und Jugendliche für meine Fächer begeistern und das schaffe ich, indem ich mich nahe an ihrer Lebenswelt orientiere und von meiner Schule Freiräume erhalte“, erzählt sie.

Sie freut sich, wenn einige ihrer Abiturienten ein MINT-Fach studieren, aber genauso wichtig ist es für sie, dass die Schüler die fortschreitende Technisierung verstehen. „Nicht jeder studiert es hinterher, aber sie wissen im Leben etwas mit den Themen anzufangen“, sagt sie.

Sie hat vor drei Jahren einen MINT-Zweig an ihrer Schule etabliert, der das forschende Lernen in den Mittelpunkt rückt und zu selbstständigem wissenschaftlichen Arbeiten und Denken animiert. Ziel ist es, den Schülern ein methodisches und vernetztes Fachwissen nahezubringen. Sie konzipierte fächerübergreifende Unterrichtskonzepte, rief die Forschungswerkstatt MINT sowie eine Klima- und eine Robotik-AG ins Leben.

Sie legte mit ihren Schülern einen Lerngarten als naturwissenschaftliches Außenlabor an, um Pflanzen- und Insektenkunde, nachhaltige Ernährung, Wetterkunde oder die Technik erneuerbarer Energieerzeugung zu vermitteln. Außerdem rief sie einen Schüler-MINT-Kongress ins Leben in Koperation mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. So sitzt die Uni Hamburg ebenso mit in ihrem Boot wie zum Beispiel Airbus, Lufthansa oder das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

42 Bewerbungen aus ganz Deutschland lagen der Jury unter Vorsitz von Klaus von Klitzing, der seine ersten Schuljahre in Oldenburg verbracht hat, vor. Kerstin Gleine hat sich nur auf Drängen ihrer Kollegen beworben. Der Jubel an ihrer Schule war groß. Schüler, Eltern und Kollegen freuten sich mit ihr über die Auszeichnung. „Das wurde auch Zeit, dass sie einen Preis gewinnt“, meint eine Schülerin in einem eigens an der Schule gedrehten Film, der zur Preisverleihung gezeigt wurde. Und nach dem Geheimnis ihres Unterrichts gefragt, sagte ein Junge: „Sie vermittelt uns den Stoff mit großer Freunde und wir nehmen ihn mit großer Freude auf.“

Freude herrscht auch darüber, dass 10.000 Euro vom Preisgeld in ein Schulprojekt fließen. „Ich würde gern ein Akustiklabor aufbauen und gemeinsam mit den Musiklehrern und -schülern ein Projekt über Musikinstrumente ins Leben rufen“, verrät sie. Vermutlich wird das nicht lange dauern bei ihrem Engagement.

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