Oldenburg

Mehr Landesmittel für Konfliktschlichtung

Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (5. von links) besuchte gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Jürgen Krogmann (links) und Ulf Prange (rechts) die Mitarbeiter des Vereins Konfliktschlichtung (von links) Karin Schulze, Jochen Hillenstedt, Christian Scheffler und Veronika Hillenstedt.

Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (5. von links) besuchte gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Jürgen Krogmann (links) und Ulf Prange (rechts) die Mitarbeiter des Vereins Konfliktschlichtung (von links) Karin Schulze, Jochen Hillenstedt, Christian Scheffler und Veronika Hillenstedt.
Foto: privat

Oldenburg (zb) Die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Bündnis 90/Die Grünen) besuchte den Verein Konfliktschlichtung in Oldenburg und kennt die Materie sehr genau. Sie hat selbst lange als Mediatorin gearbeitet und weiß, wie wirksam die Arbeit ist.

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Der Verein Konfliktschlichtung bietet den Täter-Opfer-Ausgleich als soziale Dienstleistung kostenlos für alle Beteiligten in strafrechtlichen Konflikten sowohl im Jugendbereich für das Stadtgebiet Oldenburg als auch im allgemeinen Strafrecht (Erwachsenenbereich) im Landgerichtsbezirk Oldenburg an. Statt eines Gerichtsverfahrens wird der Konflikt zwischen Opfer und Täter besprochen mit dem Ziel, Einsicht beim Täter zu erreichen. Umgekehrt kann das Opfer die Tat besser verarbeiten. Zudem erhält der Täter Auflagen. Oft handelt es sich um soziale Arbeit. Den gesamten Prozess moderiert ein Mitarbeiter der Konfliktschlichtung.

Die Ministerin will möglichst viele der verschiedenen Akteure aus ihrem Zuständigkeitsbereich näher kennen lernen. Dazu zählen neben Einrichtungen der Rechtsprechung und des Strafvollzuges auch der Verein Konfliktschlichtung, der sich unter anderem mit Täter-Opfer-Ausgleich beschäftigt.

„Selbst ausgehandelte Vergleiche sind sehr viel wertvoller als von Richtern verordnete“, meinte die Ministerin. „Außerdem stehen beim Täter-Opfer-Ausgleich die Opfer im Zentrum. Sie fühlen sich ernst genommen, denn sie sind hier nicht nur einfache Zeugen in einem Strafprozess. Aber auch für die Täter ist die Situation neu, sie lernen die Perspektive des Opfers kennen und erfahren, dass ihre Tat oft bleibende psychische Wunden hinterlässt. Die meisten Straffälligen haben darüber nie nachgedacht.“

Die Ministerin zeigte sich von der Entwicklung des Vereins beeindruckt. Er leiste wertvolle Präventionsarbeit zum Beispiel im Rahmen des Projekts Konfliktschlichtung in der Schule (ProKIDS). Auch das Oldenburger Interventionsprojekt (OLIP) hob die Ministerin hervor. Hier sollen Männer, die in ihrer Paarbeziehung Gewalt ausüben, Konflikte gewaltfrei lösen lernen.

Dass der Verein sich um seine nächste Zukunft keine Sorgen machen braucht, freut Geschäftsführerin Veronika Hillenstedt besonders. Für die Arbeit werden jetzt mehr Landesmittel zur Finanzierung bereitgestellt, kündigte die Ministerin im Beisein der beiden Oldenburger Landtagsabgeordneten Jürgen Krogmann und Ulf Prange an.

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