Oldenburg

Kramermarkt: Eindrücke vom Umzug und Festessen

Mehr als 100 Festwagen und Festgruppen zogen durch die Innenstadt zum Kramermarkt.

Mehr als 100 Festwagen und Festgruppen zogen durch die Innenstadt zum Kramermarkt.
Fotos: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Mehr als 100.000 Menschen säumten wieder die Straße, als am vergangenen Samstag der Festumzug vom Staatstheater aus durch die Innenstadt zum Kramermarkt an den Weser-Ems Hallen zog. In fröhlich-bunter Stimmung verlief der Umzug ohne Störungen. Obwohl anderes Wetter angekündigt war, hielt sich der Regen bis zum letzten Umzugsbeitrag und der offiziellen Eröffnung zurück.

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Fantasievolle Kostüme, viele Kamelle, laute Musik und sportliche Einlagen: Die mehr als 100 Festwagen und Fußgruppen sorgen für gute Laune. Zahlreiche Vereine und Verbände nutzen die Chance, um ihr Können und ihre Anliegen zu präsentierten.

Kurz vor dem Ziel auf dem Marktgelände hatten rund 180 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung auf der Ehrentribüne Platz genommen. Darunter Oldenburgs amtierender Grünkohlkönig Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Jürgen Krogmann hatte der 50-Jährige zuvor in der traditionellen Kutsche den Festumzug angeführt – das erste Zusammentreffen der beiden (an der Kürung in Berlin konnte Krogmann nicht teilnehmen). Nach der offiziellen Eröffnung des 412. Kramermarktes ging es zum Festessen in die Weser-Ems Hallen. Neben Eisbein wurde auch Vegetarisches serviert.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Michael Hempen, Vorsitzender des Oldenburger Schaustellerverbandes, sprachen Grußworte, die Festrede hielt Grünkohlkönig Robert Habeck. Hempen nutze die Gelegenheit, um noch einmal auf Kritik in Sachen Umwelt einzugehen. Schausteller seien grundsätzlich innovativ. Es gebe Mehrweggeschirr, grünen Strom und LED-Lampen. „Unsere Luftballons sind nicht aus Gummi, von dem Verkauf leben Menschen. Wenn sie das nicht nicht mehr dürfen, dann ist was schief gelaufen.“ Außerdem habe sich der Schaustellerverband beim Verband der Feuerwerker erkundigt, wie viel Feinstaub bei einem Feuerwerk in die Luft geschossen würde. „Es ist so viel Feinstaub, wie eine Oldenburger Familie an einem Grillabend produziert“, so Hempen. Aber trotzdem habe man auf die kritischen Stimmen reagiert. Durch Spektralbrillen, die zur Verfügung gestellt werden, müsse weniger hochgeschossen werden.

Bezogen auf die vorausgegangene Kutschfahrt flachste Krogmann herum, dass der Vorrat an Kamelle schnell verbraucht gewesen wäre. Die enttäuschten Kindergesichter hätten ihn ein bisschen an Greta Thunberg erinnert. Habeck konterte: Er käme aus einer Handballerstadt, er könne nicht sparsam werfen. Insgesamt lobte er dann in seiner freundlichen Rede den Kramermarktsumzug als ein Bild von Toleranz und Tradition. Er habe: „eine Ehrlichkeit gespürt, die aus dem Herzen kommt“. Dieser Zug habe die Vielfalt der Gesellschaft gezeigt, eine Gesellschaft, die sich feiere, ohne gleich zu sein. Sein Hadern mit dem Majestätsposten verpackte er in ein Lob: „Sie brauchen ja gar keinen König, sie haben sich doch selbst“, sagte er den Oldenburgerinnen und Oldenburgern.

Hier unsere Eindrücke vom Festumzug und Festessen

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1 Kommentar

  1. Manfreed Murdfield
    1. Oktober 2019 um 17.03

    Habeck ist Vegetarier, und damit als Oldenburger Kohlkönig sicherlich eine Fehlbesetzung für dieses Fleisch- und Fettgelage. Wer war naiver, die Findungskommission oder Habeck? Ich bin mit Pinkel von Monse gross geworden, aber die Tradition mit dem „Oldenburger Kohlkönig“, inthroniert auf der Prominentenfütterung in der niedersächsischen Niederlassung in Berlin sollte hinterfragt werden. Die Erinnerung an die erfolgreiche Absprache zur Bahnhochlegung reicht als Rechtfertigung nicht aus. Gerade in Bezug auf die Bahn klappt es mit der Akquise derzeit ja überhaupt nicht.