Mehr Jugendbeteiligung in Oldenburg geplant

Kinder und Jugendliche sollen sich künftig besser in kommunale Angelegenheiten einbringen können.

Kinder und Jugendliche sollen sich künftig besser in kommunale Angelegenheiten einbringen können.
Foto: mrzphotoproducer

Der Jugendhilfeausschuss hat am Mittwoch, 16. September, über das neue Handlungskonzept der Stadt beraten. Es soll jungen Menschen in Oldenburg mehr Mitsprache bei Entscheidungen ermöglichen. Acht Handlungsfelder bündeln dafür bestehende und neue Angebote. Dazu gehören das geplante Jugendparlament und eine neue Form der Kinderbeteiligung in den Stadtteilen. Wie letzte konkret aussehen soll wird noch entwickelt. Über das Vorhaben soll der Stadtrat am 28. September entscheiden.

Grundlage ist unter anderem das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz. Es sieht vor, Kinder und Jugendliche bei Planungen und Vorhaben angemessen zu beteiligen, wenn ihre Interessen berührt werden.

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Jugendparlament soll Interessen vertreten

Das geplante Jugendparlament soll die Interessen junger Menschen in die Kommunalpolitik einbringen. Dafür sind eine eigene Satzung und eine Wahlordnung vorgesehen. Gewählt werden soll an zwei Tagen an mindestens vier möglichst wohnortnahen Standorten.

Eine Geschäftsstelle im Amt für Jugend und Familie soll die Mitglieder unterstützen. Zudem soll das Parlament ein verbindliches Sitz- und Stellvertretungsrecht im Jugendhilfeausschuss erhalten.

Für den Geschäftsbetrieb sieht die Stadt ein Budget von 20.000 Euro vor. Das Geld soll im Haushaltsjahr 2027 aus dem Teilhaushalt 11 finanziert werden.

Altersgrenze soll auf 21 Jahre steigen

Bei der Beratung änderte der Ausschuss die vorgesehene Altersgrenze für Mitglieder des Jugendparlaments auf 21 Jahre. In der ursprünglichen Vorlage lag sie bei 18 Jahren. Maik Niederstein von den Grünen zeigte sich mit dem erarbeiteten Konzept zufrieden. Er hofft „auf eine bessere Einbindung und Stärkung der Demokratie“.

Germaid Eilers-Dörfler (SPD) äußerte dagegen Bedenken zur Altersgrenze. Jüngere Mitglieder könnten sich „erdrückt fühlen und nicht entfalten können“.

Neues Format für die Stadtteile

Neben dem Jugendparlament ist die stadtteilbezogene Beteiligung von Kindern neu. Die Stadt will dafür zunächst ein Format entwickeln und es in ein oder zwei Stadtteilen oder Schulamtsbezirken testen. Nach einer Evaluation soll es auf weitere Stadtteile übertragen werden.

Weitere Handlungsfelder betreffen Schulen, Kindertagesstätten und die Jugendarbeit. Auch bei Grünflächenplanungen und Sanierungsprojekten sollen junge Menschen stärker einbezogen werden. Stadtjugendring, Stadtschülerrat, Jugendforum und Jugendfreizeitstätten sollen mit den neuen Beteiligungsformen verknüpft werden.

Mehr als 400 junge Menschen beteiligt

Eine Projektgruppe mit rund 30 Beteiligten aus Jugendvertretungen, Politik, Verwaltung, Schulen und Verbänden erarbeitete das Konzept seit Mai 2025. Zusätzlich führte die Stadt bei einer einwöchigen Veranstaltung im Alten Landtag Gespräche mit mehr als 400 Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ein weiterer Workshop fand beim Großen Jugendforum im Haus der Jugend statt.

Das Handlungskonzept soll zunächst drei Jahre gelten. Die Stadt will die Beteiligungsformen gemeinsam mit jungen Menschen auswerten und bei Bedarf anpassen. Auch die Regeln für das Jugendparlament sollen Teil dieser Evaluation sein.

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