Oldenburg

Historischer Museumseingang reaktiviert

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Bauoberrätin Alexandra Busch-Maaß (Staatliches Baumanagement Ems-Weser), Prof. Dr.-Ing. Volker Droste (Architekturbüro Droste, Droste & Urban) und der Museumsleiter Dr. Peter-René Becker stellten heute den wiederöffneten Eingang zum Landesmuseum Natur und Mensch vor.
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg (am) – Rund 45 Jahre lang diente der historische Museumseingang des Oldenburger Landesmuseums Natur und Mensch am Damm für Gruppenfotos der Abiturienten, einem Ritt auf den flankierenden Sphinxen oder wurde als vermeintlicher Haupteingang fälschlicherweise betreten. Nach einer mehrmonatigen Bau- und Renovierungsphase wird das imposante Portal aus dem 19. Jahrhundert reaktiviert und dient ab Freitag den Besuchern wieder als Haupteingang.

Das Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch wurde 1836 unter dem Namen „Naturhistorisches Museum“ gegründet. Der klassizistische Museumsbau neben der ursprünglichen Großherzoglichen Bibliothek entstand von 1876 bis 1879 nach Plänen des späteren Hofbaumeisters Gerhard Schnitger (1841 bis 1917), den Auftrag dazu gab Großherzog Paul Friedrich August. Die Eröffnung wurde 1880 gefeiert. Das Gebäude, das aus gelbem Ziegelstein entstanden ist, wurde erst 1935 weiß getüncht – so wie es die Oldenburger heute kennen. Die Gäste betraten das Museum über die große Freitreppe. Dieses Portal war nach Umbauarbeiten und wegen der Zusammenlegung mit dem Nachbargebäude Anfang der 1970er Jahre stillgelegt worden. Als neuer Eingang wurde die rechte der beiden Bibliothekstüren gewählt. „Damals legte man keinen Wert auf den Denkmalschutz“, erläutert Museumsleiter Dr. Peter-René Becker die Entscheidungen.

Passend zum neuen Konzept des Landesmuseums, bewährtes Altes mit spannendem Neuem zu verbinden, ist der historische Eingang aktiviert worden. Im Zuge der Wiederherstellung wurden unter anderem die Holztüren aufgearbeitet, die Freitreppe aus Sandstein instand gesetzt und die daneben thronenden Sphinx-Skulpturen restauriert, die Sockel und Fundamente erneuert. Im Laufe der Jahre waren Teile der Treppe so erodiert, dass sie aus Gründen des Denkmalschutzes ohnehin hätten restauriert werden müssen. In einem letzten Schritt wird der Eingang einen neuen Farbanstrich erhalten.

Vom Eingang aus fällt der Blick der Besucher direkt auf den Empfang des Landesmuseum Natur und Mensch.

Vom Eingang aus fällt der Blick der Besucher direkt auf den Empfang.
Foto: Anja Michaeli

Der Empfangsbereich des Landesmuseums Natur und Mensch wurde hell und freundlich gestaltet.

Der Empfangsbereich wurde hell und freundlich gestaltet.
Foto: Anja Michaeli

Der Innenbereich des Museums wurde der nun wiederhergestellten Eingangssituation angepasst. Neue Sicht- und Blickachsen sind geschaffen worden. Durch den neuinstallierten Windfang werden ankommende Besucher nun zum modernisierten Brückensteg geleitet. Dieser verbindet die beiden Museumsgebäude und dient zukünftig als Empfangsbereich. Modernes Mobiliar wie Kassentresen und Shopmöbel schaffen eine freundliche, helle Atmosphäre. Das Shopangebot soll zukünftig neu ausgerichtet werden.

„Ich fand es schon immer sehr schade, dass der Eingang brach liegt,“ so Dr. Peter-René Becker. Bereits vor drei Jahren sei ein erster Antrag zur Finanzierung gestellt worden. Die Voraussetzung für die Bundesmittel aus einem Denkmalschutzsonderprogramm, das ein Vorhandensein von bundesweitem Interesse vorsieht, seien hier gegeben gewesen. Der Museumsleiter freut sich, dass sein Vorhaben umgesetzt werden konnte: „Der offene Eingang mit seiner Wertigkeit erreicht wirklich jeden.“ Und auch die Besucherführung wurde verändert. „So ein Gebäude muss sich den Besuchern selbst erklären“, sagt Prof. Dr.-Ing. Volker Droste, Architekturbüro Droste, Droste & Urban. Im Rahmen der Umbauarbeiten seien nicht nur die Türen wieder gängig gemacht worden, sondern zahlreiche Überlegungen wie die veränderte Statik durch die neue Verbindung der Gebäude, die Verbesserung der Akustik und die Umstrukturierung des Innenraums hätten eine Rolle gespielt.

Insgesamt wurden 500.000 Euro für die Maßnahme investiert. Die Renovierung des Eingangsbereich wurde aus dem Denkmalschutz Sonderprogramm III der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ermöglicht. Die Umbauarbeiten im Innenbereich wurden vom niedersächsischen Finanzministerium gefördert und von der Bremer Landesbank unterstützt. Das Staatliche Baumanagement Ems-Weser leitete in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege die Arbeiten. Die Baumaßnahmen im Innen- und Außenbereich wurden vom Architekturbüro Droste, Droste & Urban geplant und ausgeführt.

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