Gesundheit

Projekt: Stressbewältigung im Berufsleben

Allein in Deutschland erkranken der Stiftung Deutsche Depressionshilfe zufolge pro Jahr 5,3 Millionen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Eine Studie zur Prävention von Krankheit und Stress in beruflichen Kontexten geht in Oldenburg in seine Umsetzung.

Stressbewältigung mit Unterstützung der Natur ist das Thema einer Studie.
Foto: Lloyd Morgan; Lizenz: CC BY-SA 2.0

Oldenburg (am/pm) 322 Millionen Menschen leiden weltweit unter Depressionen. Allein in Deutschland erkranken der Stiftung Deutsche Depressionshilfe zufolge pro Jahr 5,3 Millionen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Trotz dieser hohen Werte wird dem Thema noch nicht genügend Bedeutung eingeräumt. Eine Studie zur Prävention von Krankheit und Stress in beruflichen Kontexten geht in Oldenburg in seine Umsetzung.

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Stress, und in der Folge oftmals Depressionen, sind nicht nur weit verbreitet. Sie beeinflussen außerdem über den Einzelnen in seinem persönlichen Krankheitsbild hinaus auch dessen Umfeld und haben Einfluss auf gesellschaftspolitische sowie betriebliche Belange. Es ist alarmierend zu beobachten, wie im Laufe der letzten Jahre psychische und Verhaltensstörungen die Entwicklung der Fehlzeiten bei Beschäftigten nach oben getrieben haben. Zu dieser Entwicklung gehört zudem der stark steigende Verbrauch an verschreibungs- und nicht verschreibungspflichtigen Antidepressiva. „Wir begleiten sehr viele Unternehmen und müssen feststellen, dass bezogen auf die Krankenstatistiken zunehmend mehr psychische Erkrankungen zu verzeichnen sind“, so Dr. Bernd Becker von der comes Unternehmensberatung. „Hier ist es die Aufgabe der Geschäftsführung, frühzeitig Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten und die betroffenen Mitarbeiter bei den Wegen aus der Krise zu unterstützen.“

Vor dem Hintergrund von Stress und Medikamentenmissbrauch haben Dr. Helge Müller, bis 2017 Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, inzwischen Universität Bonn, und Silvia Braumandl von „Grenzenlos Naturseminare“ ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, dass wissenschaftlich die These erhärten soll, dass mit Hilfe der Natur aktive Stressprophylaxe im betrieblichen und privaten Umfeld gelingen kann. Der Titel der Studie lautet „Prüfung der Wirksamkeit einer achtsamkeitsbasierten Naturerlebnisintervention in der beruflichen Stress-Prävention.“

Eine gezielte Wahrnehmung der Natur und dabei das Erlernen und Vertiefen von Techniken und Methoden zur Entspannung werden den Teilnehmenden an der Pilotstudie angeboten. Im Anschluss an die praktische Umsetzung der Studie sollen die wissenschaftlich erarbeiteten Ergebnisse ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Konkret beinhaltet das Training:

  • Die eigene Sinnesschärfung besser zu trainieren mit Unterstützung der Natur
  • Mentales Training (um das immer wieder kehrende negative Gedankenkarussell nachhaltig verändern zu können)
  • Sanfte Achtsamkeits- und Körperbewegungen sowie Atemtechniken

Silvia Braumandl ist davon überzeugt, „dass sich in den nächsten Jahren ein Achtsamkeitstraining als ganz selbstverständlich in unserer Gesellschaft etabliert so wie vor 30 bis 40 Jahren ein Fitnessstudio. Angesichts der weiter wachsenden Vielfalt an Möglichkeiten, angesichts der Digitalisierung und Reizüberflutung, die uns auch „leer“ machen können, wird es immer wichtiger, eine Möglichkeit zu finden, um den eigenen Akku wieder auftanken zu können.“

Die VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland unterstützt die Studie mit einer Sockelfinanzierung in Höhe von 10.000 Euro. „Wir freuen uns besonders, dass wir gemeinsam mit unserer VR-Stiftung jetzt die Umsetzung dieser wichtigen Pilotstudie zur Bekämpfung von Depressionen im Zuge einer Stress-Prävention unterstützen können“, unterstrich Vorstandsvorsitzender Harald Lesch das Engagement der VR-Stiftung. Der Förderverein Präventionsrat Oldenburg fördert die Realisierung der Studie ebenfalls. „Dass sich beruflicher Stress häufig auch in den familiären Beziehungen negativ niederschlägt, ist kein Geheimnis. Es ist darum aus unserer Sicht sehr zu begrüßen, dass hier Abhilfe geschaffen wird“, erläutert Geschäftsführerin Melanie Blinzler das Interesse des Präventionsrates an der Studie.

Teilnahme an der Studie

Teilnehmen können Interessierte, die bereits Stress empfindet, aber (noch) nicht in Behandlung sind. Der Kurs geht in mehreren Gruppen, die zu unterschiedlichen Zeiten starten, jeweils über vier Monate. Über anonyme Fragebögen wird bei Beginn, zur Mitte und zum Ende eine Bestandsaufnahme der Stressempfindung gemacht. Die Teilnahme ist kostenlos.

Anfragen und Anmeldungen können unter info@grenzenlos-naturseminare.de oder mobil 0160 / 812 80 59 erfolgen oder am 15. Mai um 19 Uhr beim Infoabend im Gasthaus Bümmersteder Krug in Oldenburg. Eine Anmeldung für den Infoabend ist erforderlich.

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