Gesundheit

Gleich drei Preise für Telemedizin-Netzwerk

Dr. Jürgen Peter (Vorstandsvorsitzender der AOK – Gesundheitskasse / Jurymitglied), Dr. Constanze Kathan-Selck (Klinikum Oldenburg), Dr. Dirk Tenzer (Geschäftsführer Klinikum Oldenburg) und Schirmherrin Cornelia Rundt (Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in Niedersachsen) bei der Preisverleihung in Hannover.

Dr. Jürgen Peter (Vorstandsvorsitzender der AOK – Gesundheitskasse / Jurymitglied), Dr. Constanze Kathan-Selck (Klinikum Oldenburg), Dr. Dirk Tenzer (Geschäftsführer Klinikum Oldenburg) und Schirmherrin Cornelia Rundt (Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in Niedersachsen) (von links) bei der Preisverleihung in Hannover.
Foto: Tom Figiel

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Oldenburg (zb/pm) – Gleich zwei Preise erhielt die Telemedizin-Zentrale am Klinikum Oldenburg in dieser Woche. Zunächst wurde sie mit dem erstmals vergebenen und mit 10.000 Euro dotierten Eugen-Münch-Preis 2015 in München in der Kategorie innovatives Geschäftsmodell ausgezeichnet. Anschließend erhielt das Telemedizin-Netzwerk im Alten Rathaus von Hannover den Niedersächsischen Gesundheitspreis in der Kategorie „e-Health“, der mit 5000 Euro dotiert ist. Bereits am 10. November wurde das Projekt Bundessieger in der Kategorie „Gesellschaft“ beim bundesweiten Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“.

„Unsere Freude ist riesengroß. Unsere Absicht bei der Teilnahme an diesen Ausschreibungen war es, die Telemedizin bekannter zu machen und vor allem auch Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, aber auch in der Politik zu erreichen. Das haben wir erreicht“, sagt Dr. Dirk Tenzer, Geschäftsführer des Klinikums Oldenburg, der die Preise entgegennahm. Tenzer hofft jetzt auf einen Schub der Politik, damit die Rahmenbedingungen schnell verändert werden und das Klinikum sein Konzept ausweiten kann. Davon würden vor allem die Menschen profitieren, die bisher von einer adäquaten fachärztlichen Versorgung abgeschnitten sind.

Zur Bedeutung der Preise erklärte Tenzer: „Wir sind der erste Preisträger der Eugen-Münch-Stiftung in der Kategorie ‚innovatives Geschäftsmodell‘. Das ist eine besondere Ehre. Zudem sind wir stolz darauf, dass auch im Süden der Republik unser Konzept Aufmerksamkeit erregt hat. Und mit dem Niedersächsischen Gesundheitspreis haben wir nicht nur einen sehr renommierten Preis bekommen, sondern auch genau die Zielgruppe erreicht, die wir brauchen, um unser Konzept ausweiten zu können – die Politik und insbesondere das Niedersächsische Gesundheitsministerium.“

Seit März dieses Jahres betreibt das Klinikum Oldenburg eine Zentrale für Telemedizin. Sie hat zum Ziel, die räumliche und zeitliche Distanz zwischen Facharzt und Patient zu überbrücken und Versorgungslücken zu schließen. Mediziner beurteilen ohne zeitliche Verzögerung die klinische Situation von Patienten, stellen Diagnosen, treffen weiterführende therapeutische Entscheidungen und leiten Ersthelfer oder Rettungsassistenten an. Derzeit liegt der Fokus auf Patienten, die auf Offshore-Windplattformen in der Nordsee tätig sind und dort erkranken oder einen Unfall erleiden.

Dr. Rüdiger Franz und Dr. Claus Lüers vom Telemedizin Netzwerk des Klinikums Oldenburg zeigen das intelligente Endgerät, mit dem die Verbindungen zwischen Patient und Arzt hergestellt werden.

Dr. Rüdiger Franz und Dr. Claus Lüers (von links) vom Klinikum Oldenburg zeigen das intelligente Endgerät, mit dem die Verbindungen zwischen Patient und Arzt hergestellt werden..
Foto: Katrin Zempel-Bley

Sie haben keinen direkten Zugang zu ärztlicher Versorgung und bis ein Notarzt vor Ort ist, vergehen oft wertvolle Stunden. Diese Versorgungslücke wird nun geschlossen. Generell ist das Telemedizin-Netzwerk aber überall dort einsetzbar, wo die ärztliche Versorgung Lücken aufweist. Dies gilt vor allem für den ländlichen Raum, strukturschwache Regionen, die Küstenlinie, Inseln und Halligen aber auch auf wissenschaftlichen Expeditionen, bei humanitären Einsätzen oder in der Schifffahrt.

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