Gesundheit

Bau der Fachklinik für Suchtkranke kommt voran

Im Oldenburger Stadtteil Kreyenbrück wird derzeit die Fachklinik Weser-Ems gebaut.

Im Oldenburger Stadtteil Kreyenbrück wird derzeit die Fachklinik gebaut.
Foto: Anja Michaeli

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LzO Vorsorge

Oldenburg (zb) – Menschen mit Suchterkrankungen erhalten ab Mai 2017 Hilfe in der neuen Fachklinik Weser-Ems. Auf dem Gelände am Schellenberg / Ecke Alter Postweg im Oldenburger Stadtteil Kreyenbrück – nur einen Katzensprung vom Klinikum Oldenburg entfernt – entsteht eine medizinische Einrichtung, die bis zu 100 Patienten Chancen zur Heilung und Rehabilitation bietet. Die Baukosten betragen zehn Millionen Euro.

Zusammen mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband richtet die Diakonie im Oldenburger Land als Träger 80 stationäre und 20 ganztägig ambulante Plätze ein. „Die Zusammenarbeit der kirchlichen Diakonie mit den weltlichen Paritätern macht die Fachklinik Weser-Ems zu einem einmaligen Vorzeigeprojekt“, ist Diakonievorstand Thomas Feld überzeugt. „In den alten Bundesländern gibt es eine solche Zusammenarbeit bislang nicht.“ Kostenträger der Fachklinik Weser-Ems ist die Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen. Kleinere Standorte wie Bardenfleth in der Wesermarsch, Kayhauserfeld im Ammerland oder die jetzige Suchtklinik an der Ofener Straße in Oldenburg sollen hier zusammengeführt werden.

Mit der Fachklinik Weser-Ems, die über eine Gesamtfläche von 5630 Quadratmetern verfügt, entsteht ein weiteres wichtiges Medizin-Unternehmen in der Huntestadt. Die Nutzung des Standortes im Stadtteil Kreyenbrück setzt somit einen wichtigen Akzent in der Gesamtkonzeption der Stadtentwicklung Oldenburgs. Die Fachklinik bildet künftig das Zentrum in einem Areal, das für Medizin-Unternehmen vorgesehen ist. Die Stadt Oldenburg plant hier auf dem ehemaligen Gelände der AEG einen Medizin-Park. Aufgrund der Lage ist zudem eine enge Kooperation mit den somatischen Fakultäten des Klinikums Oldenburg sowie der Rehabilitationsklinik möglich.

„Wir haben das gemeinsame Ziel, suchtkranken Menschen auf ihrem Weg aus der Abhängigkeit bestmöglich zu begleiten und ihnen einen Weg zurück in den Alltag ohne Abhängigkeiten zu ebnen“, erklärt Feld. Dazu wurde zusammen mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband ein umfassendes Konzept entwickelt, das psychotherapeutische als auch breitgefächerte arbeits- sowie sporttherapeutische Maßnahmen umfasst.

Thomas Feld, Diakonie-Vorstand.

Thomas Feld, Diakonie-Vorstand.
Foto: Diakonisches Werk

Christian Wolff, stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung.

Christian Wolff, stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung.
Foto: Deutsche Rentenversicherung

Feld betont, dass es egal ist, unter welcher Sucht die Patienten leiden. Die Mechanismen seien in der Regel sehr ähnlich. Außerdem gibt es häufiger Patienten, die mehrere Abhängigkeiten haben. Deshalb steht bei der Therapie stets die Frage im Mittelpunkt, wo die Betroffenen Einschränkungen haben. Genau daran wird gearbeitet. Deshalb gehört neben den psychotherapeutischen Maßnahmen auch ein breitgefächertes arbeits- sowie sporttherapeutisches Angebot zum Konzept.

Christian Wolff, stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen, ist froh über das gemeinsame Engagement von Diakonischem Werk und Paritätischem Wohlfahrtsverband. „Die bisherigen Einrichtungen erfüllen nicht mehr die neuesten Standards“, sagt er. „Mit der neuen Fachklinik können wir ein zeitgemäßes Angebot vorhalten, das allen Anforderungen gerecht wird und zudem wirtschaftlich arbeitet.“

Für Wolff ist die Fachklinik ein Leuchtturm für die Region. „Es wird sich als Magnet entpuppen, dass die Rehabilitanten anzieht“, ist er sich sicher. Die bisherigen Einrichtungen seien zu abgelegen, was manch einen Betroffenen abgehalten habe, in die Einrichtungen zu gehen. Das treffe vor allem auf die ambulante Behandlung zu. „Je moderner und zentraler eine Fachklinik liegt, umso größer ist die Akzeptanz jener, die dort behandelt werden“, weiß er aus Erfahrung und verweist auf die moderne Klinik in Bremen. Auch die Zahlen würden das eindeutig belegen.

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