Oldenburg

Gertrudenfriedhof: Historische Gräber saniert

Auf dem historisch bedeutsamen Oldenburger Gertrudenfriedhof legen Gärtner und Steinmetze sichtbar Hand an.

Auf dem historisch bedeutsamen Oldenburger Gertrudenfriedhof legen Gärtner und Steinmetze sichtbar Hand an.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Anzeige

LzO Immobilienservice

Oldenburg (zb) – Auf dem historisch bedeutsamen Oldenburger Gertrudenfriedhof tut sich allerhand. Seit ein paar Wochen legen Gärtner und Steinmetze hier sichtbar Hand an und das Ergebnis ist beeindruckend. Wo zur Jahreswende noch zerfallene und überwucherte Gräber mit beschädigten Zäunen zu sehen waren, bietet sich jetzt ein ganz anderes Bild.

Das liegt am Engagement der Stiftung Oldenburgischer Kulturbesitz, die von der Oldenburgischen Landschaft verwaltet wird, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Oldenburg und der LZO-Stiftung. Sie unterstützt mit 5000 Euro die Sanierung von zwei Grabstätten, die historisch aber auch kunsthistorisch von besonderer Bedeutung sind.

„Es handelt sich um das Grabmal von Kammerdirektor Friedrich Wilhelm von Hendorff, der 1798 gestorben ist, und die Grabädikula für die Staatsbeamten Albrecht Ludwig von Berger und Christian Daniel von Finckh, die 1813 in Bremen als Hochverräter durch die napoleonischen Besatzungsmacht hingerichtet und später vom Herzog Peter Friedrich Ludwig durch diese tempelähnliche Anlage rehabilitiert wurden“, sagt Gabriele Mesch, Geschäftsführerin der LzO-Kulturstiftung.

Von Hendorff hat die rechtlichen Grundlagen für die „Ersparungscasse für das Herzogtum Oldenburg“, die heutige LzO, ausgearbeitet. 1786 hat Herzog Peter Friedrich Ludwig die Gründungsurkunde unterschrieben. Der Kalk-Marmor-Stein des von Hendorffschen Grabes ist von einem Steinmetz in aufwendiger Handarbeit saniert worden.

Die Grabanlage der beiden Staatsbeamten ist eine Kombination aus Sandstein und Mamor, die nach den Plänen des bekannten Architekten Heinrich Carl Slevogt entstanden ist und die Inschrift trägt „Ehrenvoll ist für gute Sache der Tod“. Es handelt sich zweifelsfrei um das bedeutendste Grabmal auf dem Gertrudenfriedhof, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Mausoleums befindet. Sobald die Nachtfröste vorbei sind, wird es eingerüstet, um Fugen zu verdichten und Flechten zu entfernen.

Eigentlich wäre das die Angelegenheit des Landes Niedersachsen gewesen. Denn ihm gehört das Grab. Doch dafür steht kein Geld zur Verfügung, hieß es aus dem zuständigen Ministerium. Weil die Verantwortlichen des Gertrudenfriedhofs ihr wertvolles Areal jedoch nicht weiter verkommen lassen wollen, bekamen sie grünes Licht für eine Sanierung, die jetzt andere bezahlen. „Wir möchten diese für die oldenburgische Stadt- und Landesgeschichte kulturhistorisch bedeutenden Grabanlagen für nachfolgende Generationen erhalten“, sagt Mesch.

Mehr zum Thema: Sanierung historisch wertvoller Grabstätten

Vorheriger Artikel

Surfspaß in der EWE Arena

Nächster Artikel

Schimmelspürhunde: Zwei Supernasen