Filmfest

Filmfest: Internationale Debütfilme dominieren

Zahlreiche Debütfilme stehen in diesem Jahr auf dem Programm des Internationalen Filmfestes Oldenburg. Das verkündete Thorsten Neumann heute auf einer Pressekonferenz.

Zahlreiche Debütfilme stehen in diesem Jahr auf dem Programm des Internationalen Filmfestes Oldenburg. Das verkündete Thorsten Neumann heute auf einer Pressekonferenz.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Großes Kino und cineastische Schmankerln werden die Oldenburger Kinofreunde vom 14. bis zum 18. September erleben. Zum 23. Mal geht dann das Internationale Filmfest Oldenburg an den Start. Filmfest-Chef Torsten Neumann hat heute erste Details bekanntgegeben und den neuen Trailer vorgestellt. Erwartet werden insgesamt rund 15.000 Gäste.

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Auch in diesem Jahr werden rund 50 Filme an fünf Tagen gezeigt. Neben den Filmvorführungen – oft im Beisein von Regisseuren, Drehbuchautoren oder Darstellern – werden Partys, Promis und Empfänge für ein „Hollywood an der Hunte“-Feeling sorgen. Dafür wirbt auch der diesjährige Trailer, der sich an den großen Horrorklassiker „Shining“ von Stanley Kubrick anlehnt – natürlich wieder mit dem bekannt ironischen Touch. Die Hauptrolle übernahm die Schauspielerin Leni Wesselman, die mit ihrem Kinodebut in Detlef Bothes „Mein“ 2009 in Oldenburg zu Gast war und zuletzt für ihre Hauptrolle in der deutsch-serbischen Koproduktion „Open Cage“ auf dem Filmfestival in Nis den Preis als beste Darstellerin gewann. Regie haben Deborah Kara Unger und Torsten Neumann geführt. Der Trailer wird ab 18. August auf mehr als 80 Leinwänden bundesweit gezeigt.

Außerdem sollen vier neue Plakatmotive Lust auf das Oldenburger Filmfest machen. Auch in diesem Jahr hat sich das Filmfest-Team der „Oldenburg“-Brille bedient und sie Darstellern aus Filmklassikern und dem neueren Kino „aufgesetzt“. Zu sehen sind: Faye Dunaway (Bonnie und Clyde), Steve McQueen (Bullit), die weiße Katze von Ernst Stavro Blofeld (James Bond / Liebesgrüße aus Moskau) und Will Ferrell (Anchorman). Wer seine Verbundenheit mit dem Filmfest am Körper dokumentieren möchte, kann sich über neue T-Shirts freuen.

Retrospektive

„Das Internationale Filmfest Oldenburg ehrt mit Christophe Honoré einen Filmemacher, der wohl die spannendste Stimme des zeitgenössischen französischen Kinos ist“, so Neumann, der die erstaunliche Karriere des Filmemachers mit der diesjährigen Retrospektive honoriert. Und weiter: „Seine Filme atmen den Geist eines wahren Cineasten, er hat fünf Jahre für die Cahiers du Cinema geschrieben, bevor er mit ‚17 fois Cecilé Cassard‘ 2002 sein Regiedebüt gab.“ Von Kritikern wird Honoré als der legitime Erbe der Nouvelle Vague bezeichnet. Inzwischen hat er mit allen Großen des französischen Kinos gearbeitet, Catherine Deneuve und Isabelle Huppert standen vor seiner Kamera, bevor er etwa in seiner Ovid Adaption „Métamorphoses“ (2014) wieder auf ein Cast aus komplett Unbekannten zurückgriff. Diese, ebenso wie sein jüngster Film „Les malheurs de Sophie“ (2016, Verfilmung eines Kinderbuches von Christophe Honoré als Autor), werden in Oldenburg als internationale Premiere zu sehen sein. Der Filmemacher wird vom 15. bis zum 17. September in Oldenburg zu Gast sein.

Filme, Filme, Filme!

Noch stehen weder alle Gäste, die nach Oldenburg kommen werden, noch das endgültige Filmprogramm fest. Rund 1500 Filme wurden in diesem Jahr eingereicht. Auf der heutigen Pressekonferenz hat Filmfest-Chef Torsten Neumann einige Einblicke gegeben. Darunter auf Deutschland-, Welt-, Europa- und internationale Premieren.

Das letzte Abteil, Deutschland 2016, von Andreas Schaap

Das Mystery-Drama des Oldenburgers Andreas Schaap ist weit mehr als die Geschichte einer Gruppe Menschen, die bei einem Lawinenunglück samt Zugabteil verschüttet werden. Ein Kammerspiel, das sich gekonnt klassischer Thriller und Horrormotive annimmt und den Zuschauer immer wieder auf falsche Fährten lockt. Andy Schaaps dritter Spielfilm ist sein persönlichster Film, seine Wendungen legen eine Story frei, die sich ganz einem Thema widmet, dass mit Genrekino im Grunde nichts am Hut hat. „Scheinbar ein Genrefilm ist er letztendlich ein Drama um Menschlichkeit, ein traumwandlerischer Film über Menschen am Scheideweg zwischen Leben und Tod“, so Neumann. (Weltpremiere)

Die Hände meiner Mutter, Deutschland 2016, von Florian Eichinger

Ein Familientreffen wird zum Wendepunkt im Leben des 39-jährigen Ingenieurs Markus. Als sein vierjähriger Sohn Adam von der gemeinsamen Toilettenpause mit Großmutter Renate eine kleine Schnittwunde davonträgt, meint sich Markus an ein verdrängtes Trauma seiner Kindheit zu erinnern. „Die Hände meiner Mutter“ ist ein klug und hochkarätig besetztes Drama mit Andreas Döhler und Jessica Schwarz als Ehepaar, das sich mit einer undenkbaren Situation zurechtfinden muss. Der Film wurde jüngst beim Filmfest München mit den Preisen für den besten Film und besten Hauptdarsteller gewürdigt. Produziert wurde er von Mike Beilfuß aus Bremen.

MAD, USA 2015, von Robert G. Putka

In seinem Spielfilmdebüt durchleuchtet Robert Putka die verschiedenen Schichten einer dysfunktionalen Familie. Diese Beobachtungen stützen sich teilweise auf die komplizierte Beziehung des Filmemachers zu seiner eigenen Mutter. Wir folgen Mel, einer bipolaren und kürzlich geschiedenen Frau, die nicht darüber hinwegkommt, dass ihr Mann sie verlassen hat und dadurch in einen Teufelskreis von Depression und Selbstmordgedanken gerät. Ihre zwei Töchter entziehen sich ihrer Verantwortung und überzeugen Mel, professionelle Hilfe zu suchen. Mit trockenem Humor und einer gekonnten Erzählweise zwischen Situationskomik und Tragik enthüllt Putka die Wahrheit über Familienbeziehungen – die, die wir am meisten lieben, können uns die tiefsten Wunden zufügen. „Der 24-jährige Filmemacher hat bereits tolle Kritiken und Preise für seinen Film erhalten“, weiß Neumann. In Oldenburg war er vor zwei Jahren mit einem Kurzfilm zu Gast. Der Regisseur Robert Putka und Darstellerin Eilis Cahill haben ihr Kommen zugesagt. (Europa-Premiere)

Some Beasts, USA 2015, von Cameron Bruce Nelson

Der 21-jährige Drehbuchautor und Regisseur Cameron Nelson ließ sich von seinen eigenen Erfahrungen in der Einsamkeit der Appalachen zu seinem cineastischen Juwel inspirieren. Sal bewirtschaftet ein riesiges Stück Land in der abgeschiedenen Welt der Appalachen. Ein plötzlicher Todesfall und die Entdeckung eines verwilderten Kindes reißen ihn jäh aus seiner Routine. Nelson’s Erstling wagt etwas sehr seltenes im amerikanischen Independent Kino. Er erzählt seine Geschichte um einen Aussteiger in einer atemberaubenden Langsamkeit, entwirft dabei Momente von Mensch und Natur, die in ihrer Größe und visuellen Kraft an Mallick oder gar an Tarkovsky erinnern und findet in Frank Mosely und Lindsay Burdge zwei Hauptdarsteller, die sich ganz intuitiv in diese Welt begeben. „Ich bin sehr gespannt, wie dieser ruhige, langsame Film vom Oldenburger Publikum aufgenommen wird“, sagt Neumann. Regisseur Cameron Bruce Nelson wird seinen Film in Oldenburg persönlich vorstellen. (Internationale Premiere)

In A Valley of Violence, USA 2016, von Ti West

Der als Genreregisseur längst als einer der jungen Wilden verehrte Ti West gibt mit diesem Western sein Debüt außerhalb des Horrorgenres und wartet gleich mit einer Besetzung der Sonderklasse auf. Ethan Hawke und John Travolta sind die Gegenspieler in dieser klassischen Story um einen Fremden, der in eine Stadt kommt, die unter dem harten Regiment des Sheriffs zu einem gefürchteten Kaff geworden ist, in dem so einige dunkle Geheimnisse schlummern. Ohne die großen technischen Mätzchen der Studioproduktionen erzählt West seinen Western mit viel Freude an den verschrobenen Hauptfiguren, sicherer Hand für Action und einem guten Schuss Coolness. Cheers! Während der Darsteller Larry Fessenden nach Oldenburg kommen wird, hofft das Filmfest-Team noch auf die Zusagen von Regisseur Ti West und Darsteller Ethan Hawke. (Internationale Premiere)

Twisting Fate, Frankreich 2016, von Christophe Lioud

Die 17-jährige Claire verliert bei einem Unfall während des Urlaubs in Südafrika ihre komplette Familie. Nur ein Spiel mit dem Zufall hat sie davor bewahrt, anstelle ihres kleinen Bruders in Begleitung ihrer Eltern umzukommen. Ein Albdruck, dem sie nicht standhalten kann. Sie reißt aus und erlebt eine raue und gleichsam wundersame Reise ins Erwachsenwerden, die von Begegnungen mit außergewöhnlichen Charakteren geprägt ist. Noémie Merlant trägt dieses ganz auf sie zugeschnittene Coming-of-Age-Drama mit beeindruckender Präsenz und nimmt uns mit auf eine visuelle und emotionale Kinoreise, die in Erinnerung bleibt. „Es ist ein französischer Film mit einer bemerkenswerten Hauptdarstellerin“, schwärmt Neumann von Noémie Merlant, die gemeinsam mit Regisseur Christophe Lioud am Filmfest Oldenburg teilnehmen wird. (Internationale Premiere)

She’s allergic to cats, USA 2016, von Michael Reich

Ganz aktuell konnte heute der Film „She’s allergic to cats“ angekündigt werden. Der Inhalt: Michael, ein einsamer Hundefrisör, der in einer rattenverseuchten Wohnung in Hollywood lebt und sich nach einem größeren, bedeutenden Leben als Künstler sehnt, trifft bei der Arbeit seine Traumfrau Cora, verkörpert von Sonja Kinski (Mutter: Nastassja Kinski, Großvater: Klaus Kinski). Ihr erstes Rendezvous steht an und Michael kriegt die neue Romanze nicht aus dem Kopf. Doch mit dem ersten Date kommen nicht nur große Hoffnungen, sondern auch seine schlimmsten Albträume zum Vorschein. Der düstere Pfad, den die beiden miteinander einschlagen, führt geradewegs ins Chaos. Das surreale Regiedebüt von Michael Reich, selbst Ex-Hundefriseur und Insider der LA Underground Punk Szene, ist so ungewöhnlich wie faszinierend. Sowohl der Regisseur Michael Reich als auch Sonja Kinski werden während der Filmfesttage in Oldenburg sein. (Internationale Premiere)

Stray Bullets, USA 2016, von Jack Fessenden

Seine Liebe zum Kino der 70er Jahre und dem 1974er Dodge Dart Custom regte den 13-jährigen Jack Fessenden dazu an, seinen ersten Spielfilm zu Papier zu bringen. Jetzt, drei Jahre später gibt der 16-jährige mit „Stray Bullets“ sein Regiedebüt – ein Tag im Leben zweier Jugendlicher, an dem eine zufällige Begegnung mit einer Gangsterbande auf der Flucht ihr Leben für immer verändern wird. Neben gestandenen Darstellern wie James LeGros und Kevin Corrigan, unterstützt Jacks Vater, New Yorker Independent Ikone Larry Fessenden, als Darsteller, Produzent und Kameramann dieses außergewöhnlich intensive Debüt einer jungen neuen Stimme im Independentkino. (Weltpremiere)

Hey Bunny, Deutschland 2016, von Barnaby Metschurat und Lavinia Wilson

Für ihre Arbeit vor der Kamera wurden die renommierten deutschen Schauspieler Barnaby Metschurat und Lavinia Wilson bereits mit mehreren Auszeichnungen geehrt. „Hey Bunny“ ist ihre erste gemeinsame Arbeit als Filmemacher hinter der Kamera. Ihr gemeinsamer entwickelter und inszenierter Spielfilm um Adam, einen misanthropisch-paranoiden Ex-Hacker, der unter Verdacht gerät, ein Glücks-Forschungs-Labor sabotiert zu haben, wurde mit viel Leidenschaft, aber ohne jegliche Fördermittel über den Zeitraum von drei Jahren realisiert. Eine Slacker-Komödie über idealistische Aktivisten, übernatürliche Hasen und den Glauben an das Glück. (Weltpremiere)

Are we not Cats, USA 2016, von Xander Robin

Nachdem er an einem Tag Job, Freundin und Wohnung verliert, versucht ein junger Mann sein Leben umzukrempeln. Er trifft ein Mädchen, das seine zwanghafte Obsession teilt: Haare auszureißen und zu essen. Direkt nach seiner Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig präsentiert das Filmfest Oldenburg mit Xander Robin ein aufregendes junges Talent, der seinen Debütfilm mit erstaunlicher Balance zwischen bizarrer Story um unterdrückte Obsessionen und wunderbaren humanistischem Gespür für seine Charaktere erzählt. (Deutschland Premiere)

We are the Flesh, Mexiko 2016, von Emiliano Rocha Minter


Ohne Zweifel ist dieser mexikanische Film eines der aufregendsten Regiedebüts der letzten Jahre. Die mexikanischen Star-Regisseure Alejandro Iñárritu und Alphonso Cuarón sind begeisterte Unterstützer der Arbeit von Emiliano Rocha Minter, dessen polarisierende Story um einen alten Mann, der von der Idee besessen ist, seine Wohnung in eine mutterleibartige Höhle zu verwandeln, ein apokalyptisches Bild von Mexico entwirft. Als die Geschwister Lucio und Fauna den bizarren Unterschlupf entdecken und den Mann bitten, sie aufzunehmen, dringt der Film ein in eine bizarre Welt voller seltsamer Rituale, verstörenden sexuellen Beziehungen und einer Dynamik, aus der dunkle und destruktive Instinkte hervorgehen.



The Noonday Witch / Polednice, Tschechien 2016, von Jiri Sadek

2014 gewannen sie für „Hany“ den German Independence Award in Oldenburg – jetzt tun sich Matej Chlupacek und Michal Samir mit Regiedebütanten Jiri Sadek zusammen, um eine alte slavische Sage neu zu interpretieren und präsentieren ein gespenstisches Drama mit Gänsehautgarantie. Um ihre Tochter vor der Wahrheit über ihren Vater zu schützen, zieht Eliska in ein kleines Dorf, in dem die heiße Mittagssonne über den goldenen Kornfeldern brennt. Die tschechische Star-Schauspielerin Ana Geislerova übernimmt die Hauptrolle in dieser phantastischen Fabel um verborgene Ängste und den Umgang mit Trauer und Leid. (Internationale Premiere)

Chosen USA, 2016, von Jasmin Dizdar

Basierend auf wahren Begebenheiten, verfilmt Regisseur Jasmin Dizdar in seinem 2. Weltkriegs-Drama die abenteuerliche Reise von Sonson, einem ungarischen Juden, der versucht das Versprechen, dass er seine Frau auf dem Sterbebett gab, einzuhalten. Im Winter 1943 wagt sich Sanson auf eine Mission ins Warschauer Ghetto um dort seine Schwägerin vor der Deportation nach Ausschwitz zu retten. Dizdars sensible Rahmengeschichte wird mit einer komplexen und bewegenden Performance von Harvey Keitel unterstützt. (Europapremiere)




White Rage / Valkoinen raivo, Finnland 2015, von Arto Halonen

Arto Halonen ist einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Dokumentarfilmer Europas. In seinem neuen Film begleitet er Lauri, ein traumatisiertes Opfer von Mobbing in der Schule, der, nachdem eine ebenso zufällige wie glückliche Fügung ihn vor einem geplanten Schulmassaker bewahrte, eine Laufbahn als Soziologe einschlug. Nun analysiert sich Lauri selbst und teilt mit dem Zuschauern gleichermaßen bedrückende und erhellende Erkenntnisse über ein zunehmend bedrohliches gesellschaftlichen Phänomens, das unterdrückte Seelen dazu bringt, unaussprechliche Akte der Gewalt zu begehen. (Deutschlandpremiere)




The Handmaiden/A-ga-ssi, Korea 2016, von Chan-wook Park

Der Regisseur Chan-wook Park ist ein Virtuose verwobener Geschichten und radikaler Thriller, wie „Old Boy“ und „Sympathy for Lady Vengeance“. In der Adaption des Romans „Fingersmith“ von der walisischen Autorin Sarah Waters entführt er uns erneut in sein verstörendes Universum der Unbarmherzigkeit. In drei Teilen und von verschiedenen Standpunkten aus erzählt der Film die Geschichte von dem Taschendieb Sook-Hee im Korea der 30er Jahre, der mit dem Plan angeheuert wird, das Vertrauen einer reichen und einsamen Erbin zu gewinnen, um ihr Geld zu rauben.




Der Tote im Westfjord, Deutschland 2016, von Till Endemann

Franke Potentes Rückkehr nach Deutschland ist eigentlich ein Stoppover in der rauen Natur Islands. In der Regie von Till Endemann spielt sie die ebenso coole wie verletzliche Krimiautorin Solveig Karlsdottir, die auf einem Besuch in ihrer alten Heimat nicht nur mit ihre eigenen, längst überwunden geglaubten Vergangenheit konfrontiert wird, sondern in ein Verbrechen stolpert, das scheinbar keinen der Einwohner interessiert. In einer wilden und kraftvollen Naturkulisse sieht sie sich Menschen gegenüber, die ihre eigenen Gefühle so sehr unterdrücken, dass es nur zwangsläufig scheint, dass sie wie die Geysire Islands irgendwann in unkontrollierter Energie ausbrechen. (Weltpremiere)

A Beautiful Day, USA 2016, von Phedon Papamichael

Mit einem außergewöhnlichen Kurzfilm kehrt der 2012 mit einer Retrospektive seiner Arbeiten als Filmemacher und Kameramann geehrte Phedon Papamichael nach Oldenburg zurück. Golden Globe Gewinner James Brolin verkörpert den 80-jährigen Witwer Gene, der in seinem monotonen Alltag feststeckt. Eines Tages aber bricht er plötzlich mit seinen üblichen Mustern, mit dem Entschluss, etwas zu verändern. Papamichael liefert mit der ihm eigenen Zurückhaltung einen atemberaubenden Einblick in die unterdrückten Gefühle eines Mannes, sein Bereuen und seine letzte Abrechnung. (Internationale Premiere)

Spielstätten

Wie im vergangenen Jahr werden die Film im Casablanca Kino, EWE Forum Alte Fleiwa, theater/hof 19 und in der Exerzierhalle gezeigt. Nach dem Umbau der Kulturetage können dort zwei Kinos bespielt werden. Die Eröffnung findet wieder in der kleinen EWE Arena statt und im Großen Haus des Staatstheaters werden die fünf Festivaltage mit Ehrungen und Filmvorführungen beendet.

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Oldenburg steht erneut für vier Filme als Spielort zur Verfügung. Gemeinsam mit Inhaftierten werden die Gäste dort Kino erleben. „Wir sind das einzige Filmfest, dass solche Vorstellungen in einem Hochsicherheitsgefängnis anbietet“, betont Neumann. Das sei etwas ganz Besonders, meint auch JVA-Leiter Gerd Koop. Sogar die New York Times hätte diese Einmaligkeit in einem Artikel erwähnt.

Preise

German Independence Award (Publikumspreis, dotiert mit 2000 Euro)
Seymour Cassel Award für die beste schauspielerische Leistung (weiblich / männlich, Jury, undotiert)
German Independence Award (bester Kurzfilm, Jurypreis, 500 Euro)

Europäischer Filmpreis

Die Zusammenarbeit mit dem European Discovery – Prix FIPRESCI wird fortgesetzt. „Oldenburg wird als ein Ort der Entdeckungen betrachtet“, zeigt sich Neumann darüber erfreut. Im vergangenen Jahr war Filmemacher und German Independece Award-Preisträger Tom Sommerlatte unter den fünf nominierten. In diesem Jahr sitzt er in der Jury.

Rahmenprogramm

Das neue Koproduktions-Meeting Matchbox Coproduction Lounge ist eine Plattform zur Entwicklung und Produktion von Projekten erfahrener Filmemacher und Nachwuchstalenten und wurde vom Team des Internationalen Filmfest Oldenburg entwickelt. Die eintägige Veranstaltung zielt darauf ab, Filmemachern und Produzenten während der fünf Festivaltage ein entspanntes und persönliches Umfeld zu bieten, um dort den Grundstein für zukünftige Kooperationen zu legen.

Treffpunkte und Kartenvorverkauf

Sponsor Jens Lükermann (Flyerheaven) und Filmfestleiter Thorsten Neumann präsentieren die neue T-Shirts, die in der bau_werk Halle erhältlich sind.

Sponsor Jens Lükermann (Flyerheaven) und Filmfestleiter Thorsten Neumann präsentieren die neue T-Shirts, die in der bau_werk Halle erhältlich sind.
Foto: Anja Michaeli

Am 5. September werden im Möbelhaus Rosenbohm das Festivalcenter und in der bau_werk Halle der zentrale Vorverkauf mit Publikumscenter eröffnet. Hier ist auch der T-Shirt Verkauf. Weitere VVK-Stellen sind: Tourist-Information am Schlossplatz 16 und die Kulturetage in der Bahnhofstraße 17. Zudem können ab 5. September unter der Hotline 01 80 / 605 04 00 rund um die Uhr Tickets bestellt werden. Während die Karten auch über das Ticketsystem AD-Ticket online (bereits ab 29. August) erhältlich sind, werden Dauerkarten und die Tickets für die JVA-Screenings (nur mit Fragebogen wegen der Sicherheit) in der bau_werk Halle verkauft.

Nach dem Filmfest 2015

Gut zu wissen

Nach das Traditionsunternehmen „Monse“ seine Türen geschlossen hat, muss sich auch das Filmfest für seine Gäste eine neue Location für das „Katerfrühstück“ am Samstag um 12 Uhr suchen. Im „Caldero“ wird nun die Erbsensuppe gegen Paella ausgetauscht. Sonst bleibt alles beim Alten: Die Oldenburger können gerne dazukommen.

Das Filmfest-Blog „offblogger“ wird mit Unterstützung durch die EWE fortgesetzt. Das gilt auch für das Filmfest-TV, das von der OLB unterstützt wird.

Ab sofort ist das Internationale Filmfest Oldenburg auch auf Instagram zu finden.

Die Website des Filmfestes steht kurz vor einem Relaunch. Ob es allerdings bis zum Start abschließend gelingt, ist zurzeit noch fraglich.

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