Kultur

Kristallmagie und Klimaoasen im Landesmuseum

Museumsdirektorin Dr. Ursula Warnke (rechts) und Stellvertreterin Dr. Christina Barilaro blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück und auf das Programm für das kommende Jahr.

Museumsdirektorin Dr. Ursula Warnke (rechts) und Stellvertreterin Dr. Christina Barilaro blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück und auf das Programm für das kommende Jahr.
Foto: Volker Schulze

Oldenburg (vs) Der Rückblick auf das Jahr im Landesmuseum Natur und Mensch fiel für die Museumsleitung und das Team erfreulich aus. Für Museumsdirektorin Ursula Warnke soll es so weitergehen. Wie bei der Bilanz und dem Ausblick auf das kommende Veranstaltungsprogramm berichtet wurde, stieg die Zahl der Gäste auf 26.600. Allein 11.400 Menschen besuchten die Sonderausstellung „Säbelzahnkatzen“, die wegen anhaltender Nachfrage um mehrere Monate verlängert wurde.

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Das Museum am Damm ist nicht nur an Aktionstagen wie dem Museumstag oder der Langen Nacht der Museen ein Anlaufpunkt für Familien, Schulklassen und Wissenschaftler/innen. Mehr als 140 Gruppen, vor allem Klassen, unterstreichen die Rolle des Museums als Bildungsstandort in der Region.

Hinzu kamen internationale Fachtagungen, Workshops, Informationsveranstaltungen und transkulturelle Formate. Projekte in den Bereichen Sammlungsforschung und Digitalisierung, Diversität, MINT-Bildung und Klimaanpassung wurden umgesetzt. Die Initiativen stärken die Zukunftsfähigkeit des Hauses, machen Sammlungen sichtbarer, entwickeln neue Vermittlungsformate und fördern nachhaltige Vernetzung.

Digitalisierung, Open Space und Kunst

Neue digitale Angebote wie Audio- und Medienguides sowie Ausstellungstexte in Englisch, Leichter Sprache und Arabisch sind verfügbar. Programme wie die MINTmach Werkstatt, inklusive Förderverein, sind fest im Bildungsangebot verankert.

Mit dem Open Space mit kostenlosem WLAN und Sitzmöglichkeiten, dem Museumshof sowie dem angrenzenden Gebäude am Damm 46, in dem auch Oldenburger Künstlergruppen arbeiten, öffnet sich das Haus niedrigschwellig für verschiedene Bevölkerungsgruppen. Für dieses Jahr sind weitere Sanierungsmaßnahmen geplant, die Objektschutz, Klimabilanz und Sicherheitsstandards verbessern sollen.

Kulturelles Erbe und Raubgut

Zunehmend rückt die Frage in den Fokus, wie kulturelles Erbe mithilfe digitaler Technologien bewahrt, kritisch reflektiert und breiter zugänglich gemacht werden kann. Auch in Oldenburg sieht sich das Museum in der Verantwortung beim Thema Raubgut. Im Rahmen der Provenienzforschung kam es bereits zu Rückgaben von Kulturgütern, zudem befindet sich das Haus im Dialog mit Ursprungsgesellschaften.

Im Projekt „DiViAS“ zur Aufarbeitung historischer Sammlungsbestände von der Nordwestküste Alaskas wurde der Austausch mit Herkunftsgesellschaften begonnen. Das Verbundprojekt „ProSaDi“ nutzt digital gestützte Methoden zur Erforschung und Präsentation von Sammlungsgut aus kolonialen, kriegsbedingten oder anderen gewaltvollen Kontexten. Aus diesem Grund werden bestimmte Objekte nicht mehr gezeigt, was sich auch in bewusst leeren Wänden und Vitrinen im Naturalienkabinett widerspiegelt.

Abschied vom Naturalienkabinett

Mit der Schließung des Naturalienkabinetts Ende Februar endet dort die Aktionsfläche „RE:vision. Vom Staunen und Verstehen“. Künftig sollen in dem Raum aktuelle Themen, Forschungsergebnisse sowie Arbeiten präsentiert werden, die gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern entstehen.

Sonderausstellung Turmaline

Die Sonderausstellung „Kristallmagie – Verborgener Zauber dunkler Turmaline“ beschäftigt sich ab 21. März mit der Farbwelt dunkler Turmaline. Gezeigt werden großformatige Detailaufnahmen, mehr als 400 Kristalle sowie rund 1.500 hinterleuchtete Original-Dünnschliffe. In Workshops können Gäste selbst Turmaline schleifen.

„Klimaoasen“ beleuchten Klimakrise

Das Verbundprojekt „Klimaoasen“ endet im Herbst dieses Jahres. Eine interaktive Abschlussausstellung ab Oktober zu Naturräumen in der Stadt bewegt sich zwischen Klimakrise, Selbstwirksamkeit und Zukunftsfragen. Vor dem Hintergrund aktueller Debatten zum Klimawandel wird betont, wie wichtig geschützte Räume für Natur und Mensch sind.

Informationen zum Museum, zu den Ausstellungen sowie zum Veranstaltungsprogramm gibt es online unter www.naturundmensch.de.

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