Oldenburg/zb – Seit 30 Jahren geht es im Oldenburger Studentenwerk nachhaltig zu. Mit einer Aktionswoche vom 4. bis 8. November weist das Studentenwerk auf sein ökologisches Engagement hin. Bei vielfältigen Aktionen in und um die Oldenburger Mensa am Uhlhornsweg soll diskutiert, informiert, gefragt und probiert werden.

Im Wintersemester 1983/84 wurde in der Mensa Uhlhornsweg eine neue Menülinie eingeführt: Das „Alternativ-Essen“ basierte auf den Prinzipien der Vollwertkost und verzichtete auf Fleisch und setzte Lebensmittel aus dem Bio-Anbau ein. Oldenburg war deutschlandweit das erste Studentenwerk, das konsequent nachhaltige Lösungen für die Verpflegung von vielen tausend Studierenden gesucht hat. Das sorgte für große Beachtung aber auch für Skepsis. Seitdem ist viel passiert. Die Skepsis aber ist längst gewichen. Stattdessen haben andere Studentenwerke nachgezogen.

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Nachhaltiges Denken bestimmt seither das Handeln des Studentenwerks auf allen Ebenen. Vorbilder oder gar ein Handbuch gab es dafür Anfang der 80er Jahre nicht. So wurde in der Mensaküche erfolgreich experimentiert. Den Studierenden schmeckte das Essen und nach und nach entstanden sogar Kochbücher, damit sich die Studierenden auch in ihren eigenen vier Wänden gesund ernähren konnten.

Alles andere als einfach war seinerzeit die Beschaffung biologisch angebauter Lebensmittel. Die Bio-Bauern in der Region haben nur kleine Mengen produziert und auf dem Wochenmarkt verkauft. Auf Großkunden waren sie nicht eingestellt, so dass das Studentenwerk die benötigten Mengen buchstäblich bei verschiedenen Lieferanten organisieren musste. Gemeinsam mit den regionalen Bio-Betrieben entwickelte das Studentenwerk nach und nach tragfähige Modelle zur Kooperation.

Das Studentenwerk hat gezeigt, dass Nachhaltigkeit von jedem gelebt werden kann. „Wir wollen beweisen, dass nachhaltiges Handeln im Alltag auch bei einem schmalen studentischen Geldbeutel möglich ist“, erklärt Geschäftsführer Ted Thurner den Anspruch des Studentenwerks Oldenburg. Als Großverbraucher mit bis zu 7000 ausgegebenen Essen pro Tag ist das Studentenwerk zudem ein wesentlicher Motor für biologische Landwirtschaft in der Region. „Der Einfluss unserer Ernährungsweise auf Klima und Umwelt ist kaum zu unterschätzen. Dieser Verantwortung fühlen wir uns verpflichtet“, sagt er.

Nachhaltigkeit im Alltag bedeutet für das Studentenwerk auch, sein Handeln immer neu zu prüfen und gegebenenfalls umzusteuern – so geschehen erst kürzlich beim Frittierfett: Statt Palmöl, für dessen Produktion häufig Regenwälder abgeholzt werden, wird ab sofort nur noch Rapsöl verwendet. Wer mehr entdecken möchte, kann eine Küchenführung mitmachen und erfahren, wie groß ein Topf sein muss, damit darin genügend Nudeln für hunderte Studierende gekocht werden können. Küchenleiter Clemens Scholtalbers lädt zu einem Blick in Töpfe, Pfannen und Geschirrspülmaschinen ein.

Es besteht auch die Möglichkeit, Gourmetkoch Hubert Hohler beim Show-Kochen zu beobachten. Während der gesamten Woche lädt das Mensa-Team außerdem zu einer kulinarischen Zeitreise ein: Auf den Tisch kommen Gerichte nach Original-Mensarezepten aus den vergangenen 30 Jahren. Damit können die Gäste die Entwicklung der Küche vom „Alternativ-Essen“ bis heute im Schnelldurchlauf miterleben.

Im Foyer der Mensa Uhlhornsweg laden die Biolieferanten des Studentenwerks zu einer Mischung aus Informationen, Naschen und Genießen ein. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen zeigt in einer Ausstellung, welchen Einfluss unsere Ernährung auf das Klima hat. Das Studentenwerk selbst bietet an seinem Info-Stand frisch gepresste Bio-Vitaminsmoothies sowie Kürbisstuten aus eigener Herstellung zum Probieren an.

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