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Förderpreis für Grünkohl-Forschung

Rund 50 Kohlsorten hat Christoph Hahn im Botanischen Garten für seine Grünkohlforschung gepflanzt.

Rund 50 Kohlsorten hat Christoph Hahn im Botanischen Garten für seine Grünkohlforschung gepflanzt.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Christoph Hahn, Doktorand am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Universität Oldenburg, hat einen Förderpreis „Forschung regional“ der Oldenburgischen Landschaft erhalten. Mit der Auszeichnung würdigt der Landschaftsverband Hahns Masterarbeit zur Vielfalt von Grünkohlsorten und ihren gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen, die in der Arbeitsgruppe „Biodiversität und Evolution der Pflanzen“ von Prof. Dr. Dirk Albach entstanden ist. Die Oldenburgische Landschaft vergibt jedes Jahr mehrere Förderpreise für herausragende regionalspezifische studentische Arbeiten.

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Rund 50 Kohlsorten hat Christoph Hahn im Botanischen Garten in Oldenburg am Küpkersweg gepflanzt. Allerdings nicht, um sie zu verzehren sondern zu erforschen. Der Biologe hat sowohl seine Bachelor- und Masterarbeit der Grünkohlpflanze gewidmet und will im Rahmen seiner Doktorarbeit maßgeblich zur Züchtung der Sorte „Brassica oleracea cv. Oldenburgia“ oder einfacher ausgedrückt „Oldenburger Palme“ beitragen.

Mit Grünkohl ist er groß geworden. Dass er aber eines Tages die Pflanze erforschen wird, ahnte er nicht. „Meine wissenschaftliche Begegnung mit Grünkohl war eher zufällig“, erzählt er. Doch dann hat die äußerst gesunde Pflanze ihn derart fasziniert, dass sie zu seinem Forschungsmittelpunkt geworden ist. „Grünkohl beugt Krebs- und Herzerkrankungen und Makuladegeneration vor“, sagt er. In welcher Konzentration wertvolle Inhaltsstoffe in den Pflanzen enthalten sind, das erforscht er.

So geht es darum herauszufinden, in welcher Sorte die meisten Senfölglykoside enthalten sind. Sie sind es, die auf Krebszellen wirken. Grünkohl enthält zudem viel Vitamin C und Lutein, das Makuladegeneration vorbeugt. Diese umfangreichen Untersuchungen stellen die Grundlage für die neue Züchtung „Oldenburger Palme“ dar. „Wir wollen also eine Kreuzung mit möglichst vielen positiven Eigenschaften“, sagt Christoph Hahn.

Interessant dürfe die Erforschung der Grünkohlpflanzen auch für die Pharmaindustrie sein, die ständig auf der Suche nach geeigneten Pflanzen ist, die in der Lage sind, schwere Krankheiten zu bekämpfen. Grünkohl könnte vielleicht bald dazu gehören und somit nicht nur in unseren Töpfen landen.

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