Stark-Watzinger verteidigt CO2-Endlager gegen Kritik

Bettina Stark-Watzinger am 28.01.2024, via dts Nachrichtenagentur

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat die Methode der CO2-Speicherung im Boden gegen Kritik von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen verteidigt. „Wer den Klimawandel entschieden bekämpfen will, der muss auch auf Technologien zur Abscheidung und Speicherung von CO2 setzen“, sagte die FDP-Politikerin dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben).

„Das betont auch der Weltklimarat in seinen letzten Berichten und ist schon allein aufgrund der unvermeidbaren Restemission unbedingt nötig.“ Hier sei die Wissenschaft völlig klar, so Stark-Watzinger. „Ein gefährlicher Irrweg wäre also, nicht auf CCS zu setzen.“

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Die Bundesministerin pochte auf eine gesetzliche Grundlage. „Vielmehr müssen wir den gesetzlichen Rahmen schnellstmöglich anpassen, um die CCS-Technologie in die Anwendung zu bringen. Daran arbeiten wir als Bundesregierung. Wer das Klima schützen will, der darf sich nicht aus ideologischen Gründen von Innovationen und Technologien abmelden.“

Die unterirdische Speicherung des industriellen Abfallprodukts CO2 wird im Englischen „Carbon Capture and Storage“ (CCS) genannt. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer Carbon-Management-Strategie und will auch auf CCS setzen.

Umweltverbände wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Greenpeace und die Deutsche Umwelthilfe kritisieren die Regierungspläne scharf. „CCS blickt auf eine jahrzehntelange Geschichte überhöhter Erwartungen und unerfüllter Versprechen zurück und wäre ein gefährlicher Irrweg im Kampf gegen die Klimakrise“, so das Bündnis. „Eine staatliche Richtungsentscheidung für CCS wäre eine lebensverlängernde Maßnahme für klimaschädliche Produktion. Kraftwerke und ganze Industriezweige würden sich mit CCS über Jahrzehnte weiter an die Nutzung von Öl und Gas binden.“ Das Bündnis weist beispielsweise auf Gefahren für das Trinkwasser und das UNESCO-Welterbe Wattenmeer hin.

Im aktuellen Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC) wird CCS als wichtiges Mittel zum Klimaschutz dargestellt, das allerdings vergleichsweise teuer ist und einen weitaus geringeren Teil zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens leisten kann als beispielsweise der Ausbau von Windenergie oder die Reduzierung der Umnutzung von natürlichen Ökosystemen. Bislang operieren laut Internationaler Energieagentur weltweit lediglich 40 CCS-Anlagen.

dts Nachrichtenagentur

Foto: Bettina Stark-Watzinger am 28.01.2024, via dts Nachrichtenagentur

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