IG-Metall-Landesverbände wollen auch für 35-Stunden-Woche streiken
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die IG Metall Berlin, Brandenburg und Sachsen beharrt auf dem Einstieg in die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland in dieser Tarifrunde. „Dafür werden wir zur Not auch streiken“, sagte Birgit Dietze, Bezirkschefin der IG Metall BBS, dem „Spiegel“.
Weil im Osten noch immer die 38-Stunden-Woche gilt, fordert die Gewerkschaft in ihrer Tarifrunde neben der allgemeinen Lohnerhöhung von vier Prozent zusätzliche eine sogenannte Ausgleichszahlung für die dreistündige Differenz zum Westen. 31 Jahre nach der Einheit sei dies eine Frage der Gerechtigkeit. VW, BMW oder Porsche hätten im Osten zum Teil modernere Werke als im Westen, die Produktivität sei dort teils besser. „Die drei Stunden mehr im Osten sind ein reiner Mitnahme-Effekt“, sagt Dietze. Sollte die Forderung in der Tarifrunde scheitern, werde die IG Metall die 35-Stunden-Woche von Unternehmen zu Unternehmen erkämpfen. „Ich rate den Arbeitgebern, den Kampfeswillen der Arbeitnehmer nicht zu unterschätzen“, sagte Dietze. „Wir können in zahlreichen Betrieben kämpfen.“ Am Morgen war bekannt geworden, dass die Arbeitgeber im großen Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen vom Ziel einer Nullrunde für die bundesweit 3,8 Millionen Beschäftigten abrücken. Man werde der IG Metall in der kommenden Woche vorschlagen, für dieses Jahr eine substantielle Einmalzahlung an die Beschäftigten tarifvertraglich zu vereinbaren, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbands Metall NRW, Arndt Kirchhoff, der FAZ.
Foto: Stahlproduktion, über dts Nachrichtenagentur
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