Greenpeace kritisiert wachsende Zahl an Superreichen

via dts Nachrichtenagentur

Nach der Veröffentlichung des diesjährigen „Global Wealth Reports“ der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hat die Friedens- und Umweltschutzorganisation Greenpeace die zunehmende Vermögenskonzentration kritisiert. „Die durch den Irankrieg gestiegenen Energiepreise lassen Millionen Haushalte im Land ächzen, aber die Superreichen im Land werden auch jetzt immer noch reicher“, erklärte Mauricio Vargas, Finanzexperte von Greenpeace, am Mittwoch.

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die mehr als 100 Millionen Dollar (rund 86 Millionen Euro) besitzen, ist laut „Global Wealth Report“ im vergangenen Jahr um rund 1.100 gestiegen. Rund 5.000 Superreiche besitzen demnach mehr als ein Viertel (27,3 Prozent) des Finanzvermögens in Deutschland von 12,4 Billionen Dollar, also knapp 3,4 Billionen.

Vargas sieht die Entwicklung als Folge eines ungerechten Steuersystems. „Es kann nicht sein, dass Superreiche deutlich geringere Steuersätze zahlen als die hart arbeitende Mitte. Das birgt gesellschaftlichen Sprengstoff und vor allem raubt es dem Land den nötigen finanziellen Spielraum“, sagte der Finanzexperte. „Die Kommunen etwa stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand und können die nötigen Anpassungen nicht bezahlen, um die Bevölkerung vor den kommenden Hitzeperioden, Starkregen und Stürmen zu schützen.“

Die „breiten Schultern der Hochvermögenden, die maßgeblich zur Klimakrise beigetragen haben“, müssten sich stärker als bisher an den Maßnahmen zum Schutz der Menschen vor dieser Krise beteiligen, so Vargas. „Die von Greenpeace vorgeschlagene ökologische Vermögensteuer für Superreiche würde der öffentlichen Hand jährlich mindestens 25 Milliarden Euro einbringen. Geld, das dort ankäme, wo es buchstäblich brennt: in den Kommunen, die sich für zunehmende Extremwetter rüsten und Hitze-Aktionspläne umsetzen müssen.“

dts Nachrichtenagentur

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Foto: via dts Nachrichtenagentur

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