Bundesnetzagentur hält Gasspeicher-Vorgaben für überholt

Bundesnetzagentur hält Gasspeicher-Vorgaben für überholt

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Die Bundesnetzagentur hält die aktuellen Füllvorgaben für Gasspeicher für überholt. Die Vorgaben hätten sich in der Krise bewährt, aber inzwischen drohten die Fehlanreize zu überwiegen. Einen Mehrwert sehe er nicht mehr, sagte Klaus Müller, Präsident der Behörde, der „Zeit“.

Die Vorgaben stammen aus dem Jahr 2022, als die Gasmärkte wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine in Panik gerieten. Jetzt aber würden diese Regeln nicht mehr funktionieren, sagte Müller. Die deutschen Gasspeicher sind so leer wie seit Langem nicht mehr. Das Energiewirtschaftsgesetz sieht vor, dass am 1. November die meisten Gasspeicher zu 80 Prozent gefüllt sind, für einige andere Speicher gilt die Vorgabe von 45 Prozent. So soll im Winter die Versorgung gesichert sein, falls das Gas wegen besonders hoher Nachfrage knapp wird. Füllen die Händler die Speicher nicht entsprechend, kann der Staat die Befüllung beauftragen.

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Müller warnt vor Spekulationen der Gasverkäufer. Sie würden darauf setzen, dass der Staat zu jedem Preis einkaufe. „Die Händler können darauf spekulieren, dass am Ende doch der Staat die leeren Speicher wieder auffüllt. Und das, obwohl jetzt ausreichend Gas auf dem Weltmarkt verfügbar ist“, sagte Müller. Man sehe keinen Preisvorteil für die deutschen Kunden durch die Füllstandsvorgaben.

Ohne sie wären die Gashändler stärker in der Verantwortung. „Wenn ich als Gashändler ein Stadtwerk als Kunden gewonnen habe, um es mit Gas zu versorgen, dann muss ich das gewährleisten können, in einem lauwarmen ebenso wie in einem extrem kalten Winter“, sagte Müller der „Zeit“. Die Händler müssten sich selbst absichern, durch Pipeline-, Flüssiggas oder Speicher.

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