Kultur

Rezension: „Zeit für Wolke 7“ von Winfried Hammelmann

Winfried Hammelmann stellt seinen ersten Roman „Zeit für Wolke 7“ vor.

Winfried Hammelmann stellt seinen ersten Roman „Zeit für Wolke 7“ vor.
Foto: Achim Neubauer

(Achim Neubauer) Im Olbers-Planetarium am Weserufer stellte Radio Bremen 4 Redakteur Winfried Hammelmann zusammen mit David Safier („Jesus liebt mich“, „Mieses Karma“) seinen Romanerstling vor. Zweifellos ein angemessener Ort für das Buch „Zeit für Wolke 7“, dessen Handlung sich zwischen Himmel und Erde entfaltet.

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Nils Petersen, der Ich-Erzähler, ein Bankkaufmann (Hammelmanns Ausbildungs-Beruf), hat sich in Lena verliebt. Sie ist die Frau seiner Träume, Hals über Kopf beginnt er sein neues Leben mit ihr, plant die gemeinsame Zukunft … Aber noch bevor sie von ihrem Verehrer überhaupt weiß, stirbt Lena bei einem Motorradunfall.

Nils lernt Severin kennen, einen Mittler zwischen Himmel und Erde und der eröffnet ihm, dass Petrus, dem Himmelswächter, ein Fehler unterlaufen ist: Lena wäre noch gar nicht dran gewesen; 54 Jahre zu früh traf sie der Tod. Um das Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde wieder herzustellen, gibt es eine kleine Chance … Nils muss sammeln. „Das klang leicht. Ich hatte schon als Kind Postkarten gesammelt und Schlümpfe und Ü-Ei-Figuren und CDs und Kinoplakate. Nun konnte ich mir nur schwer vorstellen, dass man jemanden mit einer ansehnlichen Schlumpfsammlung vom Jenseits ins Diesseits befördern konnte.“

So einfach ist es dann tatsächlich nicht: Nils muss Zeit sammeln; 473.352 Stunden, damit seine Liebe eine Chance hat und jeder Mensch kann und darf nur eine einzige Stunde abgeben. Nils ist kreativ. Er trifft Jan Plewka von der Band „Selig“, der ihm verspricht, einen Lena-Song zu komponieren, Merchandisingprodukte werden hergestellt mit einen „Big L“-Motiv oder Sinnsprüchen wie „Meine Stunde hat sie“; er hat einen Auftritt im chinesischen Fernsehen und über die Website „kondolier-mir.de“ können (und werden) Stunden gespendet, dass die – erst mal ziemlich einseitige – Liebesgeschichte hoffentlich mit einem Happy End abschließen kann.

David Safier und Winfried Hammelmann (von links) bei der Buchvorstellung in Bremen.

David Safier und Winfried Hammelmann (von links) bei der Buchvorstellung in Bremen.
Foto: Achim Neubauer

Winfried Hammelmann, Hörfunkredakteur, Tatort-Schauspieler („Kriminalassistent Karlsen“) und Humorist hat sich mit seinem Roman „einen Lebenstraum“ erfüllt, der ihn seit seinem Studium begleitet. Vor acht Jahren schon entstand der erste Entwurf, wurde von ihm wieder beiseite gelegt um dann weiter ausgearbeitet zu werden. Seine bisherigen Arbeiten waren eher Kurzgeschichten, Miniaturen wie beispielsweise die unvergesslichen Vorhersagen zum Wochenendwetter in „buten & binnen“, die er zusammen mit Jan Rimpel gestaltete, Beiträge für das Morgenmagazin der ARD und satirische Kurzkrimis. Er selbst bezeichnet das Romanschreiben denn auch als „Königsdisziplin“ und sein Werk als „romantic comedy“.

Der Schritt in das „Langfach“ gelingt Winfried Hammelmann recht mühelos, so dass sich der Bestsellerautor Safier zum Roman mit dem Satz zitieren lässt: „Der lustigste und zugleich berührendste Roman, den ich seit Jahren gelesen habe. Höllisch komisch, himmlisch gefühlvoll.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Winfried Hammelmann „Zeit für Wolke 7“.
Atlantik Bücher im Hoffmann & Campe Verlag.
ISBN 978-3-455-00312-3.
288 Seiten. Broschur.
Preis: 15 Euro.

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