Festival

Kultursommer: Schlossplatz-Konzerte im Mittelpunkt

Ryan Sheridan spielt am 22. Juli auf dem Schlossplatz beim Kultursommer Oldenburg.

Ryan Sheridan spielt am 22. Juli auf dem Schlossplatz beim Kultursommer Oldenburg.
Foto: Glenn Mahony

Oldenburg (vs) Auch in diesem Jahr können sich die Gäste des Kultursommers Oldenburg auf musikalische Neuentdeckungen und Musik jenseits des radiotauglichen Mainstreams freuen. Hörenswert sind sie allemal, die 17 Bands, die vom 17. bis 28. Juli als Herzstücke des Kultursommers auf dem Schlossplatz bei zu sehen und hören sind. Hier gilt auch bei der 41. Auflage das Motto „umsonst und draußen“.

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Für Mehr-Woller

Auf die Frage, warum denn nicht mal Bands mit großen Namen verpflichtet werden, antwortet Bernt Wach, Geschäftsführer der Kulturetage, mit der Grundidee des Kultursommers bei der Präsentation des Programms. Es gehe darum, „andere Kulturen nach Oldenburg zu holen“ und „Neues zu hören“ und dass nicht der Konsum im Vordergrund stehe. „Warum sollen wir Bands holen, die sowieso schon immer im Radio zu hören sind?“, so Bernt Wach.

Insgesamt stehen 80 Veranstaltungen mit 45 verschiedenen Programmpunkten auf dem Programm, der größte Teil davon ist kostenlos. Den Mittelpunkt bilden die Schlossplatzkonzerte mit Newcomern, Geheimtipps und durchaus bekannten Namen. An den ersten vier Tagen eröffnet die Trampolinshow von Jean Ferry die Konzerte. Theater für Kinder und Erwachsene, Familienprogramm am Nachmittag, Lesungen zu nächtlicher Stunde und Theaterdiner im Küchengarten, Freiluftkino im Schlosshof, der Musiktag „Global Lokal“, Ausstellungen sowie der Museumstag mit freiem Eintritt am Abschlusstag gehören zum Programm. Der „Freigang“ hinter der Lambertikirche, der als künstlerisches Gegenstück zum Schlossplatz erfolgreich war und bereits im vergangenen Jahr als „abgespeckte“ Chill-Out-Zone durchgeführt wurde, fällt auch in diesem Jahr mangels Finanzen aus.

Musik von vier Kontinenten zum Tanz und Zuhören

„Les Amazones D’Africa“, ein westafrikanisches Künstlerkollektiv, startet am 17. Juli nach der Eröffnung um 19.15 Uhr. Drei Sängerinnen und drei Musiker bieten Soul und Funk mit afrikanischen Wurzeln. Die „Combo de la Musica“ aus Schweden spielt am 18. Juli um 19.30 Uhr ihre tanzbare Pop-Soul Melange. 99 Prozent Funk und ein Prozent Jazz bieten „KC Robertson & The Live Revolution“ am 19. Juli ab 20 Uhr; eröffnet wird der Abend um 19 Uhr mit „Jin Jim“. Afrobeat, Dancehall und Reggae spielen „Rocky Dawuni“ aus den USA und Ghana am 20. Juli um 20 Uhr. „The Trouble Notes“ eröffnen dieses Doppelkonzert um 19 Uhr. Die Berlinerin Ava Asante ist mit Electronic und Dance Music am 21. Juli ab 20.15 Uhr zu hören.

Rony Sheridan aus Irland eröffnet die zweite Woche am Montag, 22. Juli, um 19.30 Uhr mit besinnlichem und stimmungsvollem Songwriter Folk-Rock. Acoustic Pop gibt es am 23. Juli um 19.30 Uhr mit Sona Jobarteh aus Mali und England. New Folk und Indie-Pop spielen „Bears of Legend“ aus Kanada am 24. Juli. Der Oldenburger „Stenz“ eröffnet dieses Doppelkonzert um 19 Uhr. „Rupa & The April Fishes“ aus den USA bringen am 25. Juli ab 19.30 Uhr Worldmusic und Indie-Pop nach Oldenburg. Tanzbarer Cumbia von „La Yegros“ aus Südamerika sorgt am 26. Juli ab 20 Uhr dafür, dass die Füße nicht stillhalten. Zweimal deutschsprachig wird es am 27. Juli. Die Brüder „Klan“ aus Berlin spielen um 19 Uhr, gefolgt von der Berliner Songwriterin „Elif“ mit türkischen Wurzeln. Den Namen der Abschlussband am 28. Juli kann Andreas Holtz noch nicht verraten. Die Frauen-Punk-Combo (so viel hat er verraten) spielt auf dem Hurricane-Festival und darf erst anschließend bekannt gegeben werden.

Über Wetter und Geld hat Bernt Wach auch gesprochen. Ohne zu klagen. Besser als im vergangenen Jahr kann es nicht werden. Aber dennoch hat er vorsichtshalber für ein paar Termine den Schlosssaal reserviert. Die Stadt unterstützt den Kultursommer mit 132.000 Euro, fast dieselbe Summe steuert die Kulturetage mit Hilfe von Sponsoren, Eintrittsgeldern und Standgebühren hinzu.

Das komplette Programm ist unter www.kultursommer-oldenburg.de zu finden.

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    24. Mai 2019 um 0.28

    Wenn ich mich recht erinnere, werter Volker, hattest du doch vor Längerem beschrieben, daß zum Beispiel die Poetry-Slammer keinerlei Gage bekommen haben? Nicht mal das! Wieso fällt denn dann dieser Bereich, in dem das hinter, besser neben, der Kirche stattfand, wieder aus? Wer Wach und die Kulturetage kennt, weiß, daß man diesen Typen nicht von zwölf bis Mittag trauen darf (ich schreibe aus teurer Erfahrung) – oder warum hats da, bis sie endlich Alleinherrscher im Haus waren, immer wieder Querelen mit anderen Künstlern und Initiativen gegeben? Selbst bei der Vergabe von Probenräumen haben die, obwohl dazu verpflichtet (frag mal Dirk und Daniel – nur EIN Beispiel), versucht andere zu behindern wo es nur ging.
    Also nochmal: Ne kleine Tonanlage (kann man locker bei jedem zweiten Kollegen kostenlos mal eben ausleihen, wenn man sich denn kollegial (!) verhält – haben die aber wahrrscheinlich selber aber noch irgendwo runstehen) und ein paar Stühle (ich hatte manchmal weniger, und manchmal ne Zeit lang warst du dabei, kennst das also) sind aus „Kostengründen“ nicht machbar? Hat Wach keinen Friseur, dem er so einen kompletten Blödsinn verkaufen kann?
    Übrigens: Es gibt Namen im line-up, die lassen sich nicht mal googeln. Die sind sicher mit Top-Gagen und Spitzendarbietungen dabei, was?
    Bitte, Volker, sei doch mal etwas realitischer und kritischer! Biste doch gegenüber dem Staatstheater auch – und der Kultursommer könnte auch heute noch eine richtig gute sehr bunte Sache sein, wenn gewisse Leutchen denn wollten. Würde nicht mal Geld kosten, nur etwas mehr Arbeit…