Reisen mit Hund: alles Wissenswerte zu Vorbereitung, Auswahlkriterien und geeigneten Regionen

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Anzeige Ein Urlaub mit Hund erfordert mehr Planung und Organisation als ein Trip ohne tierischen Begleiter. Hierbei sind neben tierschutzrechtlichen Aspekten vor allem die Wahl der Unterkunft, Anreise und Rückreise sowie die Auswahl geeigneter Regionen entscheidend.
Rechtliche Grundlagen und tierärztliche Vorbereitung
Nach § 2 des Tierschutzgesetzes ist der Halter seines Tieres verpflichtet, ihm eine ausreichende Ernährung, Pflege und Unterbringung zu gewähren. Diese Verpflichtung gilt auch auf Reisen. Bei Reisen innerhalb der Europäischen Union ist für jeden Hund ein EU-Heimtierausweis, ein implantierter Mikrochip und ein mindestens 21 Tage vor Reisebeginn gültiger Impfstatus gegen Tollwut erforderlich.
Vor Reisebeginn sollte ein tierärztlicher Gesundheitscheck erfolgen. Hierbei sollten Themen wie Zecken- und Herzwurmprophylaxe, ausreichende Reiseapotheke sowie Verträglichkeit von Beruhigungsmitteln bei ängstlichen Tieren angesprochen werden. Bei Reisen ins Ausland sind zum Teil gesonderte Einreisevorschriften zu beachten, wie etwa in Norwegen und Finnland, wo eine Bandwurmbehandlung nachzuweisen ist.
Kriterien für geeignete Urlaubsunterbringung
Nicht jede Ferienunterkunft ist für einen Hund geeignet. Neben der offiziellen Hundefreundlichkeit sind auch viele praktische Aspekte von Wichtigkeit, wie z. B. strapazierfähige Fußböden, ruhige Lage, Auslaufmöglichkeit in der Umgebung. Besonders oft nachgefragt sind Unterkünfte mit abgeschlossenem Freigelände, das sowohl für junge, aktive Hunde als auch für alte Tiere Sicherheit bietet. In einem Ferienhaus mit Hund und eingezäuntem Grundstück kann der Hund unangeleint laufen, ohne dass man ihn ständig anleinen muss. Damit vermindert man Stress bei Jagdhunden und auch die Aufsichtspflicht ist bei mehreren Hunden in Reisebegleitung einfacher.
Zusätzliche Prüfpunkte bei der Buchung:
- Höhe und Zustand des Zaunes, mindestens 1,20 Meter bei Rassen mittelgroßer Hunde
- Anzahl der Hunde pro Objekt, die erlaubt ist
- eventuelle Aufpreise oder Kautionen
- Entfernung zur nächsten Tierarztpraxis
- ob Ausstattung wie Napf, Decke oder Transportbox vorhanden ist
Seriöse Anbieter geben diese Angaben bereits in der Objektbeschreibung an. Notfalls ist eine schriftliche Nachfrage vor der Buchung sinnvoll.
Geeignete Reisegebiete im deutschsprachigen Raum
Für Hundehalter aus Norddeutschland bieten sich mehrere Regionen an, die kurze Anfahrtswege mit hundefreundlicher Infrastruktur verbinden.
Nordseeküste: Ostfriesland, Cuxland und die Halbinsel Butjadingen verfügen über Hundestrände, an denen Freilauf ganzjährig oder saisonal erlaubt ist. Die Kurverwaltungen der jeweiligen Gemeinden geben darüber jeweils aktuelle Informationen über die Regelungen zur Leinenpflicht und Strandübergänge heraus.
Ostseeküste: Fischland-Darß-Zingst und die Mecklenburgische Ostseeküste haben weitläufige Wanderwege und mehrere Hundewiesen. In Rügen und Usedom stehen dafür spezielle Strandabschnitte zur Verfügung, die in der Regel damit gekennzeichnet sind.
Die Lüneburger Heide und der Harz: Diese Regionen sind für Hunde geeignet, die längere Wanderungen gewöhnt sind. Im Nationalpark Harz besteht ganzjährig eine Leinenpflicht. Gleiches gilt für die Naturschutzgebiete der Lüneburger Heide.
Österreichische Alpenländer: Für längere Aufenthalte kommen auch Salzburg, Kärnten oder Tirol in Betracht. Es ist zu prüfen, welche Bergbahnen die Mitnahme von Hunden gestatten und welche Gebühren eventuell erhoben werden.
Anreise und Ankunft
Das Verkehrsmittel hat großen Einfluss auf den Wohlfühlfaktor des Tieres. Im Auto muss der Hund gesichert werden, entweder in einer Transportbox oder mit einem geprüften Sicherheitsgurt. Wie bei uns Menschen sind auch beim Hund regelmäßige Pausen alle zwei bis drei Stunden mit Wasser und etwas Bewegung nötig.
Bei Fahrten mit der deutschen Bundesbahn gilt: Kleine Hunde bis zur Größe einer Hauskatze fahren kostenlos mit, größere Hunde benötigen ein Kinderticket und müssen einen Maulkorb tragen. Flugreisen sind wegen der Stressgefahr nur dann zu wählen, wenn es unbedingt notwendig ist. Die Fluggesellschaften haben zum Gewicht, zu den Boxenmaßen und zu den Zielländern unterschiedliche Vorschriften, die vor der Buchung unbedingt beachtet werden müssen.
Wer gut vorbereitet ist, schafft damit die Grundlagen, dass Hund und Halter den gemeinsamen Aufenthalt auch wirklich genießen können.




