Region

Gemeinsam blühende Flächen schaffen

Hinrich Meyer, Thale Alfs und Hofhund Sam mit den Blühtüten.

Hinrich Meyer, Thale Alfs und Hofhund Sam mit den „Blühtüten“.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Tierarten brauchen blühende Blumen zum Überleben. Und auch die Menschen erfreuen sich an ihrem Anblick. Gemeinsam mit Vielen möchte der landwirtschaftliche Familienbetrieb Meyer an den Grenzen Oldenburgs für Blühflächen sorgen. Dafür werden jetzt Blühpaten gesucht, die aktiv etwas für den Naturschutz und die Artenvielfalt tun möchten.

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Für Mehr-Woller

Die Idee für die Blühflächen haben der Landwirt Hinrich Meyer und seine Lebensgefährtin Thale Alfs aus Bayern. Als sie davon hörten, waren sie begeistert und schnell war die Idee geboren, hier Ähnliches zu versuchen. Blühstreifen in der Nähe von Wasser habe er zwar immer schon angelegt, so Meyer, aber die seien nur 1,50 Meter breit gewesen. Jetzt geht es um ein wesentlich größeres Stück Land. „Wir wollen weitere Flächen zur Verfügung stellen“, erklärt Meyer und möchte den Acker und die Maschinen zur Aussaat bzw. für die Bodenbearbeitung dafür bereitstellen. Er möchte zeigen, dass sich die Landwirte immer schon für die Umwelt eingesetzt haben und bereit sind, noch mehr zu machen.

„Eine regionale und zertifizierte Saatmischung wurde gemeinsam mit Landwirten, Imkern und der Jägerschaft erarbeitet“, so Alfs. Unter anderem werden Sonnenblumen, Senfpflanzen, Malven oder Ringelblumen die Flächen zieren und Nahrung für die Insekten bieten. Enthalten sind Pflanzen, die zu verschiedenen Zeiten blühen, damit das Saatgut besonders nützlich für die Tiere ist.

Und so geht es: Die „Blühtüten“ können für zehn Euro auf dem Hof Wiemerslande 9 in Hatten (kurz hinter Oldenburgs Stadtgrenze Richtung Sandkrug) erworben werden. Dabei geht es den Landwirtsleuten auch um ein persönliches Gespräch. Sie möchten als Erzeuger die Verbraucher kennenlernen. Also eine Bezahlung per Überweisung oder Paypal ist nicht möglich. Dafür erhalten die Blühpaten zehn Quadratmeter Blühfläche, eine Tüte Samenmischung für zu Hause und eine Einladung zu einer Führung am 13. Juli über den Hof zum Blühstreifen inklusive Blumenstrauß. „Natürlich können auch für größere Flächen Patenschaften erworben werden“, betont Alfs. Jeder weitere Quadratmeter kostet 50 Cent.

Gut zu wissen

Auf den Flächen werden keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt.
Die Patenschaft gilt für die Vegetationsperiode 2019.
Es besteht kein Anspruch auf die Fläche.

Die „Blühtüten“ können am Samstag, 13. April, Donnerstag, 18. April, oder Samstag, 20. April, jeweils zwischen 16 und 18 Uhr abgeholt werden.

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2 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    14. April 2019 um 11.37

    Ich finde ja, eine gewisse Skepsis bei solchen Unternehmen ist angebracht. Aber wenn sich genug Landwirte anschließen und es genug „Pächter“ gibt, die den Verdienstausfall an landwirtschaftlichen Produkten ausgleichen, vielleicht hilfts dann ja irgendwann doch. Hoffen wirs. Ansonsten geht natürlich nichts über natürlichen Anbau von Nutzpflanzen generell – also keine Gülle, sondern Mist und Jauche und schon gar keine künstlichen Mittel…

  2. Manfred Murdfield
    21. April 2019 um 11.57

    Autos (Anzahl und Grösse) wachsen, Wohnungen (Anzahl und m²-Anteil) wachsen, die Flächenversiegelung wächst, die menschliche Gier wächst, warum sollten nicht auch noch Blumen auf Blühstreifen wachsen?? Rent a Blühfläche und dann die Kiste Bier, die den Regenwald rettet. Naivität, und dann klappt´s auch mit dem Kapitalismus.