Kommentar: Nur nicht so schüchtern

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Oldenburg (Michael Exner) Niemand wird den Ratsmitgliedern ein paar Euro mehr missgönnen. 335 Euro und 30 Euro Sitzungsgeld liegen unter Mindestlohn, und die paar Prozent Anhebung sind auf die Jahre gerechnet vermutlich gerade mal Inflationsausgleich. Wer den Einsatz der Bürgermeisterinnen verfolgt, wird konzedieren, dass der zeitliche Aufwand mit 500 Euro kaum abgegolten ist. Und die 125 Euro für den Ratsvorsitzenden reichen kaum als Schmerzensgeld. Das alles kann man offensiv vertreten – und das sollte man auch. Da muss man gar nicht so schüchtern sein. Soweit also alles okay.
Was nicht geht, ist das Verhalten der SPD. Die Erhöhung erst als Änderungsantrag zu einer Verwaltungsvorlage und dann im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss einzubringen, spricht wahlweise für ein schlechtes Gewissen oder mangelndes Selbstbewusstsein. Für beides gibt es objektiv keinen Grund, subjektiv müssten sich SPD (und mit ihr die Helfer von CDU und FDP) vielleicht fragen, ob bei ihnen alles in Ordnung ist. Und wenn SPD-Fraktionschef Ulf Prange versichert, das habe nichts mit Geheimhaltung zu tun, dann fragt man sich schon, ob man unversehens in einer Satireshow gelandet ist. Dem Juristen Prange wird man kaum erklären müssen, was Vorsatz ist – und das war Vorsatz.
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3 Comments
Klaus Stamereilers
30. September 2021 @ 14.55
Moin Herr Exner,
Was sind Sie weinerlich 🙂 … das war doch von der SPD OL handeerklich gut gemacht. Alle wussten, Sie auch, das in der letzten Ratssitzung ein Erhöhungsvorschlag kommt. Macht man diesen vorher, während der Kommunalwahl öffentlich, wird so etwas von der Presse zersappelt und im Wahlkampf als „Geld rauswerfen“ kommentiert.
Gruss
Klaus Stamereilers
Michael Exner
2. Oktober 2021 @ 10.21
Selten hat man als Journalist das Glück, dass ein Kritiker in seiner Kritik die zentrale These des kritisierten Textes („Vorsatz“) so eindrucksvoll bestätigt (und in diesem Fall die gespielte Unschuld des SPD-Fraktionschefs als Heuchelei entlarvt). Schönen Dank auch, Herr Stamereilers. Der SPD aber wird man kondolieren dürfen. Wer solche Genossen hat, braucht keine Gegner mehr.
W. Lorenzen-Pranger
2. Oktober 2021 @ 16.13
Wirr ist deiner Rede Sinn, oh Herr – – – wie so oft. 🙂