Politik

„Jeder kann Oberbürgermeister werden“

Heinrich Kreuzwieser, vielen bekannt als Wirt des Mephistos, tritt zur Oberbürgermeisterwahl in Oldenburg an.

Heinrich Kreuzwieser tritt zur Oberbürgermeisterwahl in Oldenburg an.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Unerwartet wirft jetzt ein vierter Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in Oldenburg seinen Hut in den Ring. Heinrich Kreuzwieser, Wirt des Lokals „Mephisto“ im Artillerieweg, tritt für die Wähler für Oldenburg (WFO) an. Beschlossen wurde das von den Mitgliedern der Wählergemeinschaft am vergangenen Sonntag.

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„Jeder kann Oberbürgermeister werden“, so Franz Norrenbrock, WFO-Ratsherr. Natürlich wäre die Altersgrenze von 23 bis 65 Jahre einzuhalten, und die bürgerlichen Ehrenrechte dürften nicht aberkannt worden sein. Und das treffe auf den 61-jährigen Kneipier zu.

Heinrich Kreuzwieser, geboren in Heeslingen bei Zeven, kam 1976 nach Oldenburg, um Politik, Deutsch und Geschichte auf Lehramt zu studieren. Zu dieser Zeit war er Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Später trat er der CDU bei und löste sich von dieser Partei nach Querelen mit Parteichef Lutz Stratmann. Bekannt ist er zahlreichen Oldenburgern als Wirt der Gaststätte „Phoenix“ (1982 bis 1992) und des Lokals „Mephisto“.

Angetreten sei er unter anderem, um die allgemeine Diskussion anzuregen und um junge Leute politisch zu motivieren. „Ich will zeigen, dass es machbar ist“, so Kreuzwieser. Es ginge um Interesse oder noch besser um Engagement. „Man kann nicht immer sagen: Schafft mir erst das Paradies, dann komme ich mit“, plädiert er für mehr Mitwirkung.

Stellung bezog der frischgekürte Kandidat zum Thema Fahrräder auf die Straßen. Das sei für Kinder lebensgefährlich. Er wünsche sich ausgebaute Radwege und nennt die kreuzungsfreie Kopenhagener Fahrradautobahn als Idee, die er bemerkenswert finde. In Sachen Bahn sieht Kreuzwieser eine Umgehung für die kommenden 20 Jahre als nicht realistisch an: „Lärmschutz wäre jetzt möglich.“ Seine fehlende Erfahrung in Verwaltungsfragen will er mit Lerneifer wettmachen. „Man muss mit seinen Aufgaben wachsen“, erklärte der WFO-Kandidat.

Auf seine Chancen angesprochen, betont Kreuzwieser: „Wenn ich gewählt werden sollte, werde ich die Wahl natürlich annehmen“. Dazu wird er sich in den kommenden Wochen an den Diskussionen mit den anderen Kandidaten Jürgen Krogmann, Christoph Baak und Dr. Marion Rieken beteiligen. Plakatwerbung ist genauso geplant wie Auftritte auf Facebook.

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7 Kommentare

  1. Zora
    15. August 2014 um 18.32

    Mehrere Fragen die sich aufdrängen: 1. wie viele Mitglieder haben diesen Kandidaten gewählt und waren anwesend? 2. gibt es nicht eine Altersgrenze für Kandidaten? 3. wenn man sich auf einen Job, Posten oder wie auch immer, bewirbt, und gleich in die Bewerbung reinschreibt: eigentlich rechne ich mir keine Chancen aus., freut das doch jeden Personalchef. Personalchef wären in diesem Fall die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. 4. in einer Großstadt wie Oldenburg, die Oberzentrum ist, die Arbeitsplätze hat – aber auch noch mehr braucht – , die vor großen demographischen Veränderungen steht, die eine umsichtige Haushaltspolitik braucht, die lebenswert ist und bleiben muss, sollten sich die Bürgerinnen und Bürger gut überlegen, wem Sie ihr Vertrauen in den nächsten Jahren aussprechen, wer all das leisten kann!! “ Klar, bewerben kann sich jede und jeder…Aber das ist ein echter Job, der mit Arbeit und Einsatz verbunden ist.

    • Michael Reins
      5. September 2014 um 11.45

      Oldenburg als Großstadt zu bezeichnen ist wirklich nicht angebracht, denn davon sind wir noch weit entfernt. Zudem hat Herr Kreuzwieser etwas, was den anderen offensichtlich vollkommen abhanden gekommen ist: Klarer und sachlicher verstand der nicht durch politische Mauscheleien verdorben ist und dazu einen klaren Verstand, der Unsinn schon im Ansatz erkennen kann.
      Zudem verfügt er über etwas, was allen anderen grundsätzlich schon fehlt: die Sicht aus der Perspektive des Wählers!
      Und was denn den Ausspruch zur vielleicht für ihn nicht gewinnbaren Wahl angeht, ist das ein Satz wie viele andere, der mir aber keine großen Sorgen bereitet.
      Sorgen machen mir die, die vorher großartige Versprechen machen – wie ein Noch-OB Schwandner – ein Projekt wie die Schlosshöfe nicht zuzulassen und kaum ist das Wort verhallt wird der erste Spatenstich gemacht. Er hat getreu dem Motto der kanzlerin verfahren, die 2008 einmal sagte ( und auch genauso handelt): „Man kann sich nicht darauf verlassen, daß das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, daß das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“

      Ich gebe auch gerne zu, das ich selbst diese Aufstellung zur Wahl eher für einen PR – Gag gehalten habe, doch mittlerweile habe ich meine Meinung geändert.
      Ihre Aussage zu einer Altersgrenze haben Sie hoffentlich nicht ernst gemeint, sonst müßte der Bundestag zur Hälfte ausscheiden. Also solche „Ideen“ sollte man besser nicht äußern, zumal jüngere gerne ihre völlige Ahnungslosigkeit mit Selbstbewusstem Auftreten kaschieren.

      • Barbara Klebinger
        17. September 2014 um 0.05

        .. und nochmal- oh ja ! –

  2. jbvf
    30. August 2014 um 18.34

    “ Kopenhagener Fahrradautobahn als Idee, die er bemerkenswert finde.“
    wenn er das versucht in oldenbruig auch einzuführen,wähle ich ihn!

    • Michael Reins
      5. September 2014 um 11.46

      Sie werden Ihn erst wählen müssen damit er es versuchen kann. Also ist die Wahl doch einen Versuch wert; schlimmer als Noch-OB Schwandner kann es nicht kommen.

      • Barbara Klebinger
        17. September 2014 um 0.03

        … ohne Einschränkung: Jawohl –

  3. edp
    20. September 2014 um 19.07

    find ich gut! Gewählt!