Oldenburg

Willkommenskultur auf Kinderart

Die zehnjährige Chayenne aus Oldenburg hat sich Gedanken über das Leben von Flüchtlingskindern gemacht. Schnell war klar, dass sie dazu vor allem die deutsche Sprache lernen müssen. Mit anderen Mädchen bietet sie eine Willkommenskultur auf Kinderart.

Die Schülerinnen Chayenne, Carla, Mia (von rechts) und Leonie (stehend) helfen anderen Kindern die deutsche Sprache zu lernen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg / zb – In den Medien wird oft über Flüchtlingskinder berichtet und manch ein Kind lebt bereits unter uns. Die zehnjährige Chayenne aus Oldenburg hat sich Gedanken über das Leben von Flüchtlingskindern gemacht und wollte ihnen bei ihrer Integration helfen. Schnell war klar, dass sie dazu vor allem die deutsche Sprache lernen müssen. Inzwischen praktiziert sie mit anderen Mädchen eine Willkommenskultur auf Kinderart.

Die Schülerin aus Oldenburg sprach mit ihren Freundinnen Mia, Leonie und Carla, die alle die vierte Klasse besuchen und sofort Lust hatten, sich ebenfalls zu engagieren. Zusammen mit Chayennes Mutter Natscha Beyer-Zamblé entstand dann die Idee, vielleicht in der Sprachlernklasse von Claudia Theis an der Oldenburger Grundschule Kreyenbrück aktiv zu werden. Schnell war der Kontakt hergestellt. „Ich fand die Idee der Mädchen großartig“, sagt die Grundschullehrerin, die regelmäßig 16 Schüler mit Migrationshintergrund unterrichtet.

Dabei handelt es sich nicht nur um Flüchtlingskinder. Sie kommen zum Beispiel aus China, Albanien, der Ukraine, Polen, Pakistan oder der Slowakei und ihre Deutschkenntnisse sind gering. „Nach wenigen Wochen können sie sich verständigen“, erzählt Claudia Theis. „Meistens geht es sehr schnell, so dass sie dem Unterricht bald folgen können.“

Bei „Jugend hilft /Children for an better world“ zur Unterstützung von Flüchtlingskindern im Grundschulalter haben die Mädchen ihr Projekt beantragt und den Zuschlag bekommen. Mit 650 Euro wird ihre Idee unterstützt. Von dem Geld wurden Bücher und Spiele gekauft, die intensiv zum Einsatz kommen und den Kindern gefallen.

Seit ein paar Wochen kommen die vier Mädchen regelmäßig für zwei Stunden in die Sprachlernklasse, die dann in vier Gruppen aufgeteilt wird. Die einen lesen sich was vor, die anderen spielen Domino oder das Kartenspiel Cocotaki und dabei wird viel gesprochen. Sie haben Spaß und lachen viel, erklären sich gegenseitig etwas und lernen neue Wörter oder richtigen Satzbau. „Diese spielerische Herangehensweise ist ideal“, findet Claudia Theis. „Kinder helfen Kindern kommt einfach sehr gut an und die Mädchen machen das ganz toll.“

„Es macht sehr viel Spaß mit den anderen Kindern zu spielen“, sagt Chayenne, die wie ihre Freundinnen froh darüber ist, konkret etwas ehrenamtlich tun zu können, was den Kindern hilft, im fremden Land Fuß zu fassen. Ein weiteres Ziel ist es, nicht nur Unterstützung anzubieten, sondern auch Kontakte zu knüpfen und im besten Fall Freundschaften zu schließen.

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