Oldenburg

Stadtmuseum: Siegerentwurf vorgestellt

Der Siegerentwurf zum Neubau des Stadtmuseums Oldenburg kommt aus Achim.

Der Gewinnerentwurf kommt aus Achim.
Grafik: Architektenbüro GME

Oldenburg (am/pm) Das Oldenburger Stadtmuseum führt ein Schattendasein. Jetzt soll es mehr in den Mittelpunkt gerückt und für seine Aufgaben modernisiert werden. Nach dem Prozess der Bürgerbeteiligung wurde jetzt das Ergebnis des Architektenwettbewerbs für ein neues Stadtmuseum vorgestellt. Das elfköpfige Preisgericht favorisiert den Entwurf der Gruppe GME aus Achim. Platz zwei wurde an das Büro kbg Architekten aus Oldenburg vergeben.

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Dem Wettbewerb war ein intensiver Prozess der Bürgerbeteiligung vorausgegangen. Vor der Sitzung des Preisgerichts hatten etwa 100 repräsentativ ausgewählte Oldenburgerinnen und Oldenburger die Möglichkeit, sich die Entwürfe anzusehen. Bereits im Dezember 2016 hatten Fachtagung und ein sogenanntes „Stadtlabor“ stattgefunden. Dieser Prozess der Bürgerbeteiligung hatte zahlreiche Anregungen ergeben. Danach sollte das Museum „sichtbarer“ werden, also Richtung Innenstadt besser erkennbar sein. Es soll verstärkt ein lebendiger Ort für den Austausch zu Themen der Stadtgeschichte aber auch aktuellen zeitgeschichtlichen und politischen Fragen sein.

„Sehr elegant, aber nicht elitär“, lautet das Urteil von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann über den Gewinnerentwurf. Er erfülle viele Erwartungen, die auch in der Bürgerbeteiligung genannt worden seien, vor allem ein hohes Maß an Offenheit und Transparenz, so Krogmann. „Dem Büro ist es gelungen, eine starke städtebauliche Adresse zu setzen und diese mit hoher Funktionalität zu verbinden.“ Der Vorsitzende des Preisgerichtes Prof. Rolf Schuster aus Düsseldorf ist ebenfalls sehr zufrieden: „Der prämierte Entwurf hat sich städtebaulich als sehr funktional erwiesen und birgt durch sein offenes Foyer dafür, die Besucher ins Haus zu holen. Vor dem Hintergrund der schwierigen städtebaulichen Situation ist dies besonders hervorzuheben“.

Ansicht aus dem neuen Museumsgarten.

Ansicht aus dem Museumsgarten.
Grafik: Achitektenbüro GME

Dem Ergebnis des Wettbewerbs werden nun allerdings noch konkrete Gespräche zur Ausführung des vorliegenden Entwurfs folgen. Der Entwurf sieht eine Neubaufläche von etwa 2200 Quadratmetern vor, er wird an der Stelle des jetzigen Museumsbaus, der abgerissen wird, entstehen. „Die Kosten für den Neubau sind derzeit noch nicht genau zu beziffern“, teilt die Verwaltung mit. Fest steht der Zuschuss des Bundes in Höhe von 8,5 Millionen Euro. Ziel ist es, sich an der bisher ermittelten Gesamtsumme von etwa 17 Millionen Euro zu orientieren. Baubeginn soll 2020 sein.

Ausstellung

Sämtliche Ergebnisse des Wettbewerbs sind von Samstag, 26. Januar, an im Stadtmuseum zu sehen. Dann besteht die Gelegenheit, sich während der Öffnungszeiten die Entwürfe der 15 beteiligten Büros anzuschauen. Die Bürgerinnen und Bürger können sich die Architektenentwürfe bis Sonntag, 17. Februar, ansehen. Der Eintritt ist frei.

Vorstellung durch den Museumsleiter

Der Leiter des Stadtmuseums, Dr. Andreas von Seggern, bietet am Sonntag, 27. Januar, 11 Uhr, eine Führung durch die Entwürfe an und wird insbesondere die beiden Erstplatzierten erläutern. Bei hoher Nachfrage können weitere Führungen angeboten werden.

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12 Kommentare

  1. W. Lorenzen-Pranger
    25. Januar 2019 um 19.08

    Oh Herr – – – laß Hirrn regnen! Nun soll also das, was ich jedenfalls bisher im Wesentlichen als Gerümpelsammlung wahrgenommen habe, ein neues Haus bekommen. Für viel, sehr viel, Geld, versteht sich. Oldenburg schreit an allen Ecken und Enden, besonders was die Verkehrsplanung und Sanierungen von maroden Straßen an allen Ecken und Enden angeht, nach Geld – und hier wirds bündelweise verballert? Wozu? Die Besucherzahlen geben ein besonders großes Bedürfnis nach mehr Platz für alte Kommoden und Schränke, inclusive Omas Häkeldeckchen natürlich, doch gar nicht her, oder?
    Da leistet der Werkstattfilm, ohne großen Etat, ja sogar manchmal gegen Widerstände, viel besseres und qualifizierteres.

  2. Tobias
    26. Januar 2019 um 11.16

    Ich finde den Entwurf ganz gut 🙂 Passt auch gut zum Horst Janssen Museum!

    • Jörg
      29. Januar 2019 um 23.45

      Paßt sehr gut zum Horst-Janssen-Museum!
      Was Theodor Francksen wohl dazu sagen würde?

  3. Manfred Murdfield
    26. Januar 2019 um 14.28

    Über Geschmack lässt sich streiten. Oldenburg als biedere Metropolregion hat leider mit den Entscheidungen von Architektur-Preisgerichtsbesetzungen kein „Glück“. Vielleicht könnte ein qualifizierter Kulturdezernent weiterhelfen, aber derzeit ist der Amtsinhaber auch zuständig für den Vorschlag für eine/n neue/n Stadtbaurat/rätin. Das lässt wenig hoffen, dass dieses Ungetüm ebenso verschwindet wie die unsägliche Entscheidung am Markt. Im übrigen wirft dieses Ergebnis auch kein gutes Licht auf die Vorbereitung und die Wettbewerbsunterlagen. Hier fehlt jede Spur eines attraktiven Stadtbildes, und das lässt Grausiges erwarten für den Standort altes Finanzamt. Das immer wieder gepriesene Wachstum dieser Stadt gleitet in den Konsequenzen den Verantwortlichen aus den Händen.

    • W. Lorenzen-Pranger
      26. Januar 2019 um 19.29

      Na ja, in drei bis vier Jahrzehnten spätestens wird eh wieder abgerissen, so der „oldenburger Durchschnitt“, und dann sehen wir mal, was man dann baut.

      • Manfred Murdfield
        27. Januar 2019 um 10.13

        Vielleicht wären Zelte dann die richtige Lösung, Oldenburg, die Beduinenstadt

        • W. Lorenzen-Pranger
          28. Januar 2019 um 9.31

          Ich hab mir ihren Vorschlag mal überlegt und komme zu dem Schluß: DAS HAT WAS!
          All die großbürgerlichen monströsen Möbel in einem oder mehreren Schaustellerzelt(en) als stark anrüchige Kuriositätenschau, das würde Besucher locken ohne Ende. Wie sagte die Kabarettistin Lore Lorentz doch in einer ihrer großen Nummern einmal so schön über die „Wohnstiile“ der Bourgeoisie: „Das ist reiner Neo-Snobismus!“ Und sIe haben damit einen völlig neuen Blick auf diese Dinge gefunden.
          Hoffentlich ,liest das jetzt jemand mit ausreichend Einfluß das auch durchzuzihen! (Smily)

  4. Jens
    28. Januar 2019 um 0.03

    Wieso muss Architektur eigentlich studiert werden? Pottenhässliche Betonbauten kann jeder zeichnen!

  5. Anke
    28. Januar 2019 um 10.07

    Ein schönes Gebäude ….. sieht irgendwie aus wie das Kunstmuseum in Basel.

  6. Manfred Murdfield
    29. Januar 2019 um 12.34

    Als Ausloberin des Wettbewerbs stellt die Oldenburger Verwaltung auch das Preisgericht zusammen. Da die Projekte von Preisrichtern auf den jeweiligen Homepages besehen werden können, bzw. bekannt sind, ist mit der Auswahl von Preisrichtern, pardon, Preisrichtenden schon eine Tendenz der Architektur möglich. Nicht zwingend, aber es kann einen Versuch wert sein. Hier ist es gelungen. Nicht von ungefähr wird die Zusammensetzung des Preisgerichts der Öffentlichkeit auch gerne verschwiegen, unangenehme Rückschlüsse wären denkbar. Interessant ist, dass in Oldenburg Experten aus BDB, BDA, SRL, etc. pp hier keine Stimme haben oder haben wollen. Von diesen Fachleuten ist nur zu lesen, wenn die Sommertour oder das Winteressen eine kollegiale Befriedigung findet. Woher kommt diese kollektive Resignation? Oder verschweigt die Presse etwas? Dieses Schweigen findet Niederschlag in dem kulturellen Defizit, da dies in Oldenburg nicht von einem eigenen Fachdezernat geführt wird. Die Verantwortung für das Bauen und Planen in Oldenburg wird demnächst neu besetzt. Es wird sich zeigen, ob der Vorschlagende den Mut hat, die Dezernatsleitung wirklich kompetent zu besetzen. Dann könnte Oldenburg vielleicht auch die Karton-Architektur hinter sich lassen.

    • W. Lorenzen-Pranger
      30. Januar 2019 um 10.47

      „Karton-Achitektur“, welch passender Begriff, sehen sie heute überall. Von Kleinstädten in Schleswig Holstein bis zu größten Sädten in Süddeutschland – oder / und anders herum. Selbst im nach dem Krieg in großer Eile vermurktsen Kiel, nur ein Beispiel, will man jetzt hier und da „erneuern“. Sie ahnen in etwa, wie das aussehen wird? (Kleiner Tipp: Jedenfalls nicht wirklich besser als vorher.)
      Ich habe den Eindruck, bei Architekten, Städteplanern usw. hat sich ein sehr flüchtiger und oberflächlicher Blick auf die einstmals wichtige Bauhausarchitektur festgesetzt. Aber eben nur ein SEHR flüchtiger Blick – ohne jede inhaltliche Auseinandersetzung. Solche Ansätze wie hier http://www.academia.edu/2592130/DIE_ARCHITEKTIN_Lucy_Hillebrand._Ein_interdisziplin%C3%A4rer_Dialog_%C3%BCber_RAUMSCHRIFTEN_als_Weg_zur_sozialen_Gestaltung_von_R%C3%A4umen finden sie bei Architeten ( http://www.deutscher-werkbund.de/lucy-hillebrand/ ) kaum – schon eher das Gegeteil, wie eine vor einiger Zeit in der NWZ portraitierte aus dem oldenburger Raum stammende Architektin und Künstlerin bewies. Für sie waren Raum und Mensch erklärtermaßen streng getrennte Themen!
      Na denn…
      Wie schrieb der Künstler und Architekt Constant Nieuwenhuis bereits in seinem Buchtietel so schön? „Spielen oder töten – der Aufstand des Homo ludens“, also der Aufstand des spielenden Menschen. Wer nicht spielt und menschliche Grundbedürfnisse stets in den Vordergrund stellt, der sollte vieleicht von Architektur besser die Finger lassen. Nur Honorare nutzen vielleicht dem Architekten, den Nutzern der Räume, ob im Gebäude oder davor, nutzen sie ganz sicher gar nichts.

      • Manfred Murdfield
        2. Februar 2019 um 11.21

        Leider erleben wir auch in Oldenburg vorrangig den „Investoren-Baustil“, und da steht die Rendite im Vordergrund und anderes bleibt auf der Strecke. Die Stadtbaurätin der letzten Jahre ist leider keine Architektin, insofern kamen da auch keine eigenen Impulse, und das von ihr eingesetzte Gremium „Gestaltungsbeirat“ (bezahlt wie Preisrichter) hat nicht wirklich weitergeholfen und war mehr ein Feigenblatt. Ich hoffe, dass dies Konstrukt unter der neuen Dezernatsleitung wieder verschwindet. Im Übrigen sollte sich Oldenburg dringend einen neuen Dezernatszuschnitt zulegen. Wenn die Stadt stolz ist auf demnächst 170.000 Einwohner, dann ist ein Verwaltungsaufbau wie zu Zeiten von 120.000 EW nicht mehr angemessen. So sollten z.B. Kultur, Umwelt und Verkehr, aber auch die Stadtentwicklung eine grössere Eigenständigkeit erhalten. Wenn die gedruckte Presse in Oldenburg u.a. fordern kann, dass mehr „Grünflächen“ bebaut werden sollten, dann ist doch die attraktive Entwicklung der Stadt im Eimer und das freie Recht des Geldes und des Stärkeren propagiert und eine Diskussion über eine Baukultur überflüssig.