Osternburg

Glashüttensiedlung: Unterstützer gesucht

Die Glashüttensiedlung in Osternburg ist eine Wohninsel in der Stadt. Jetzt möchten die Mieter Wohnungen kaufen und sanieren.

Die Wäschewiese wird gemeinschaftlich genutzt.
Foto: Christian Kruse

Oldenburg (am) Die Glashüttensiedlung in Osternburg ist wie eine bunte Wohninsel in der Großstadt. Die unterschiedlichsten Menschen haben sich hier zusammengefunden, um Gemeinschaft zu leben und um sich gegenseitig um sich zu kümmern. Jetzt möchten die Mieter eine Wohnung nach der anderen vom Haupteigentümer GSG kaufen und sanieren. Dazu brauchen sie Unterstützung.

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Die Glashüttensiedlung an der Noll- und der Behrensstraße (erbaut 1889 bis 1891) gehört zu einem großen Teil der GSG, die sich von den Wohnungen trennen möchte. Insgesamt gibt es auf dem 14 Hektar großen Grundstück rund 60 Wohnungen, hier leben rund 140 Menschen aller Generationen. Darunter sind Musiker, Studenten, Familien, Alleinerziehende, Gastarbeiter in der dritten Generation und auch Familien der ehemaligen Arbeiter, für die Häuser gebaut wurden. Unterschiedliche Hintergründe, verschiedene Länder und vielfältige Lebensformen kommen in der Alten Glashüttensiedlung zusammen. Gemeinsam werden hier die Gärten bewirtschaftet, auf der großen Wäschewiese Feste gefeiert oder Klamottentauschpartys organisiert und sich bei der Kindererziehung gegenseitig unterstützt. Und das soll nach Ansicht der Mieter auch so bleiben.

Am vergangenen Wochenende feierten die Bewohner der Glashüttensiedlung und Instandsetzungshelfer die Fertigstellung der ersten eigenen Wohnung.

Am vergangenen Wochenende feierten die Bewohner der Glashüttensiedlung und Instandsetzungshelfer die Fertigstellung der ersten eigenen Wohnung.
Foto: privat

Aus Sorge vor Investoren, die das kleine Idyll aufkaufen könnten, und für den Erhalt von bezahlbarem Wohnraum haben sich die Bewohner zum Kauf entschlossen. Der Verein „Alte Glashüttensiedlung“ und die Glashüttensiedlung Verwaltungs GmbH wurden gegründet. Die Wohnungen sollen nach und nach durch Bankkredite und Direktkredite als Eigenanteil gekauft werden. Für die Sanierung der sehr in die Jahre gekommen Häuser setzt der Verein auf Eigenleistung, aber auch für die Instandsetzungen wird Geld benötigt. Das Zusammenwohnen soll basisdemokratisch geregelt und in Selbstverwaltung organisiert werden.

Für die Direktkredite (ab 500 Euro) bitten die Bewohner um Hilfe von Freunden, Familienmitgliedern und allen Menschen, die sich an dem Projekt beteiligen möchten. Das Geld wird mit 0,25 bis 1,5 Prozent verzinst. Die Kredite sind tilgungsfrei, das heißt, dass sie nach Beendigung des Vertrages im Ganzen ausgezahlt werden.

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Im Gemeinschaftsgarten werden Hühner gehalten, aber auch Erdbeeren, Tomaten, Kräuter und mehr gezüchtet.
Foto: Christian Kruse

Eine erste Wohnung konnte auf diese Weise bereits fertiggestellt werden. Weitere sechs sollen folgen. 50 Prozent der dafür notwendigen Summe stehen zur Verfügung, jetzt werden weitere Direktkreditgeber gesucht. Interessierte können am Sonntag, 29. Mai, von 15 bis 17 Uhr mehr darüber erfahren. Die Vereinsmitglieder laden zu einem Info-Cáfe ein.

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