Osternburg

Cäcilienbrücke: Denkmalschützer stimmen Abriss zu

Das Ende der Cäcilienbrücke ist auch durch die obersten Denkmalschützer besiegelt worden. 2017 könnte der Bau einer neuen Brücke beginnen.

Das Ende der Cäcilienbrücke ist auch durch die obersten Denkmalschützer besiegelt worden. 2017 könnte der Bau einer neuen Brücke beginnen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Jetzt ist es amtlich. Die Oldenburger Cäcilienbrücke kann abgerissen werden. Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur als oberste Denkmalschutzbehörde hat grünes Licht gegeben. 2017 könnte mit dem Neubau der Brücke über den Küstenkanal begonnen werden.

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Stadtbaurätin Gabriele Nießen teilte dem Bauausschuss jetzt mit, dass das Ministerium dem Abriss zugestimmt hat. Wenn die oberste Denkmalschutzbehörde dem Abriss der Brücke zustimmt, müssen die Mängel gravierend sein. Die Experten – so zeigt es die bisherige Erfahrung in Oldenburg – prüfen sehr genau und versuchen alles, Denkmale zu erhalten.

Das Baudenkmal ist im Besitz des Bundes. Deshalb hat die Stadt keinerlei Einfluss auf die Zukunft der Brücke und ist deshalb auch nicht gefragt worden. Das einzusehen fällt vielen Oldenburgern schwer. Sie hängen an der Brücke mit ihren vier Bachsteintürmen, in denen sich die Technik verbirgt, die mittlerweile marode ist. Die Türme selbst, die auf Holz gegründet sind, neigen sich zudem zur Wasserseite. Mit dem Ergebnis, dass die Brücke an manch einem heißen Tag geklemmt hat und weder rauf noch runter gefahren werden konnte.

Für Rüdiger Oltmanns von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) Bremen ist seit dem Winter klar, dass diese Brücke nicht mehr saniert werden kann. Zu groß sind die Schäden. In verschiedenen Bürgerversammlungen hat er erläutert, warum ein Abriss unausweichlich ist und hat die verschiedenen Gutachten vorgestellt. Aber insbesondere die Osternburger wollen sich nicht von ihrer Brücke trennen und befürchten, dass auf ihren Stadtteil erhebliche wirtschaftliche Schäden zukommen, wenn die Brücke neu gebaut wird, weil die Verkehrsströme dann für längere Zeit umgeleitet werden. Darüber hinaus hängen an der Brücke enorm viele Emotionen. Für viele Oldenburger ist sie ein Wahrzeichen, das sie nicht missen möchten.

Ob die Brücke demnächst eins zu eins neu gebaut wird, ist offen. „Wir müssen die Ingenieurleistungen europaweit ausschreiben und veranstalten parallel dazu in Absprache mit der Stadt einen Architektenwettbewerb. Danach findet ein Vergabeverfahren statt. Voraussichtlich 2015/16 gehen wir in die Planfeststellung und hoffen, 2017 mit dem Bau beginnen zu können“, schildert er den Ablauf. Zwei Jahre später könnte die neue Brücke eingeweiht werden, wenn alles nach Plan verläuft.

1927 ist die denkmalgeschützte Oldenburger Cäcilienbrücke, die die Innenstadt mit Osternburg verbindet, über dem Küstenkanal gebaut worden. Sie wird von der WSV betrieben und unterhalten.

Vermutlich wird das neue Bauwerk, deren Kosten auf rund zehn Millionen Euro geschätzt werden, wieder eine Hubbrücke sein. Für eine Dreh- oder Klappbrücke reicht der Platz nicht aus. Wenn der Abriss erfolgt, bekommen Radfahrer und Fußgänger eine Behelfsbrücke.

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