Oldenburg

Beeindruckt von Pionierarbeit des OOWV

Beeindruckt zeigte sich Bundesforschungsministerin Dr. Johanna Wanka von dem außergewöhnlichen Engagement des OOWV bezüglich Mikroplastik.

OOWV-Regionalleiter Jens de Boer (links) zeigt Johanna Wanka in Gegenwart von Andreas Körner und der Oldenburger CDU-Bundestagsabgeordneten Barbara Woltmann die Tuchfiltration auf der Oldenburger Kläranlage.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (zb) Beeindruckt zeigte sich Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka von dem „außergewöhnlichen Engagement“ des OOWV bezüglich Mikroplastik im Abwasser. Es war der Wunsch der Oldenburger Kohlkönigin die Oldenburger Kläranlage an der Wehdestraße zu besuchen, um sich dort über die jüngsten Forschungsergebnisse zu informieren. Schließlich hat der OOWV auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet.

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Vor zwei Jahren hat er das Alfred Wegener Institut (AWI) aus Bremerhaven und die Universität Bayreuth mit der aufwendigen Analyse des Trinkwassers sowie des Abwassers von zwölf Kläranlagen im Verbandsgebiet beauftragt. Das Ergebnis fasste Jürgen Wachtendorf, Leiter des Abwasserlabors, so zusammen: „Während im Leitungswasser Mikroplastik keine Rolle spielt, sind Kläranlagen mit den feinsten Partikeln häufig überfordert.“

In Oldenburg gelingt es dem OOWV mit der sogenannten Tuchfiltration bis zu 97 Prozent der Plastikpartikel zu filtern. „Diese zusätzliche Filtrationsstufe wurde nicht wegen Mikroplastik eingebaut, sondern wegen des Phosphor-Eintrags“, klärte Regionalleiter Jens de Boer die Ministerin auf. „Dass sie auch bei Mikroplastik wirkt, war ein Zufallsergebnis.“ Eine flächendeckende Einführung einer solchen Filtrationsstufe sei aus wirtschaftlichen Gründen jedoch keine Option, machte Bereichsleiter Andreas Körner klar.

500 Tonnen Mikroplastik jährlich

So viel Mikroplastik kann in einer Tube Waschpeeling enthalten sein.

So viel Mikroplastik kann in einer Tube Waschpeeling enthalten sein.
Foto: Anja Michaeli

Bei Mikroplastik handelt es sich um Teilchen, kleiner als fünf Millimeter, die aus industriell hergestellten Produkten wie zum Beispiel Kosmetik, Duschgel, Peelings oder Fleece-Pullovern oder aus dem Zerfall von größeren Plastikerzeugnissen stammen. Rund 500 Tonnen Mikroplastik werden in Kosmetika allein in Deutschland jährlich eingesetzt. Irgendwann landen sie im Abwasser und wenn der Mensch Plastik im Meer entsorgt, was er reichlich tut, landet es in der Nahrungskette und am Ende im menschlichen Körper. Was es dort anrichtet, ist bislang noch nicht sicher erforscht.

„Die Analysen der Forscher zeigen, wie aufwendig die Verfahren sind, Mikroplastik aus Abwässern zu entfernen“, sagte Wanka und fügte hinzu: „Die Verschmutzung durch Mikroplastik zählt zu den großen ökologischen Herausforderungen, denen wir uns in den nächsten Jahren stellen müssen. Mikroplastik ist deshalb ein zentrales und internationales Thema für uns“, erklärte die Ministerin und erinnerte an die hohe Meeresbelastung. Rund 450 Jahre dauert es, ehe die Teilchen völlig zerfallen.

So berichtete Wanka von einem Projekt, an dem 18 Staaten beteiligt sind. Auch ein G-7-Gipfel der Wissenschaftsminister hat sich bereits 2015 mit dem Thema befasst und sich für einheitliche Messmethoden ausgesprochen. Genau die wünscht sich auch der OOWV. „Wir wissen, dass Mikroplastik umweltschädlich ist. Wir können die gefundenen Mengen aber bislang nicht qualifiziert einordnen. Um geeignete Maßnahmen zu ergreifen, müssen weitere Erkenntnisse gewonnen werden“, machte Körner klar. Dies sei nur durch Forschungsmittel des Bundes möglich.

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