Oldenburg

Mehr Verkehrsunfälle in Oldenburg

Die Polizei verzeichnete mehr Verkehrsunfälle in Oldenburg, jedoch keinen mit tödlichem Ausgang. width=

Die Polizei verzeichnete mehr Verkehrsunfälle in Oldenburg, jedoch keinen mit tödlichem Ausgang.
Foto: Marco / flickr.com; Lizenz: CC BY 2.0

Oldenburg (zb) – Wenden und Rückwärtsfahren sind die häufigsten Unfallursachen in der Stadt Oldenburg. 4721 Verkehrsunfälle haben sich in 2015 ereignet, das waren 274 mehr als im Vorjahr. Dabei verlor kein Mensch sein Leben. Allerdings stieg die Zahl der Verletzten von 971 auf 995. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik für die Stadt Oldenburg hervor, die die Polizeiinspektion (PI) Oldenburg jetzt vorgestellt hat.

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Die Unfallzahlen, an denen Radfahrer und Kinder beteiligt waren, gingen zurück. Hingegen nahmen Unfallzahlen mit jungen Fahrern bis 24 Jahre und beteiligten Senioren ab 65 zu. Auf der Stadtautobahn ereigneten sich 431 Unfälle. Damit krachte es 100 Mal mehr als in 2014. Die Polizei führt das auf die vielen Baustellen und Fahrbahnverengungen zurück.

„Verkehrsunfälle sind kein Zufall. Sie werden in über 95 Prozent aller Fälle von Menschen verursacht. Das heißt im Umkehrschluss, sie könnten vielfach auch verhindert werden“, sagt Bernhard Stegemann, Sachbearbeiter Verkehr bei der PI Oldenburg. „Deshalb setzen wir nach wie vor auf Prävention und führen unvermindert Verkehrskontrollen durch.“ Inwiefern Handys, Navigationsgeräte und Assistenzsysteme für Unachtsamkeit im Straßenverkehr sorgen, vermag Bernhard Stegemann nicht zu sagen. „Wir gehen aber davon aus, dass sie eine immer größere Rolle spielen.“

Die Polizei hat nach einem Unfall grundsätzlich nicht das Recht, Handys auszuwerten. Bei schwereren Personenschäden wird dies jedoch von der Staatsanwaltschaft angeordnet. Mitunter ist es auch erforderlich, weil Zeugen entsprechende Aussagen über beobachtete Handybenutzung am Steuer machen. „Das kommt häufiger vor“, sagt Stegemann. Er sieht aber auch in den vielen Assistenzsystemen unserer Autos eine Gefahr lauern. „Viele Fahrer sind damit überfordert“, weiß Bernhard Stegemann.

Sorgen bereiten der Polizei die Fahrer zwischen 18 und 24 Jahre. In 1074 Unfälle waren sie verwickelt, bei 635 waren sie die Unfallverursacher. Sie seien mitunter sehr risikofreudig und wenig erfahren. Umgekehrt guckt er auch auf die Gruppe 65 plus. Sie war an 982 Unfällen beteiligt. 2014 waren es noch 916, was auch mit dem demografischen Wandel zu tun haben könnte. Bei 638 Unfällen waren sie die Hauptverursacher. Allerdings fahren sie eher verhalten und es bleibt bei den meisten Fällen bei Blechschäden.

Die Zahl der verletzten Kinder reduzierte sich von 73 auf 61. Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung. 622 waren das im Vorjahr, 648 in 2014. Hauptunfallursache ist die Benutzung der falschen Fahrbahn, fehlerhaftes Einfahren in den Fließverkehr, Vorfahrtsverletzungen und Alkoholfahrten. Je zur Hälfte sind Radfahrer und Autofahrer die Verursacher. Auffällig ist die Zunahme der Unfälle mit Elektrorädern. Neun waren es in 2014, 23 im Vorjahr. „Die Geschwindigkeiten von E-Radfahrern werden oft unterschätzt“, sagt er.

Schließlich zählte die Polizei 108 Unfälle mit Fußgängerbeteiligung, das waren 16 weniger als 2014. Hier ist Alkohol die Hauptunfallursache gefolgt von Drogen.

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2 Kommentare

  1. Silvio Freese
    24. März 2016 um 8.25

    Steigende Unfallzahlen sind auch ein Ergbnis des Stadtwachstums

    Das die Oldenburger Unfallzahlen ansteigen ist allein schon aufgrund der beständig anwachsenden einwohnerzahl nicht wirklich erstaunlich. Wuchse die Zahl der Einwohner in den letzten Jahren im Schnitt um 1000 Einwohner je Jahr (und dies rechtkonstant) so stieg die Einwohnerzahl im letzten Jahr um über 3000 Menschen. Dies hat natürlich zur Folge, das die sich nicht weiterentwickelnde Infrastruktur im Laufe der Jahre immer mehr belastet wird. Hinzu kommt, dass durch jahrelange Misswirtschaft die Infrastruktur in einem schlechten Zusatnd ist. Selbst wenn noch keine Baustelle eingerichtet wurde, so sind auch Schlaglöcher ein Einfluß auf die Verkehrssicherheit – leider ist dies bisher bei den Verantwortlichen noch nicht angekommen.

  2. Werner Lornezen-Pranger
    24. März 2016 um 10.00

    Nach meiner, und nicht nur meiner, Beobachtung kommt es immer häufiger zu eventuell folgenträchtigen „Flüchtigkeitsfehlern“ im Straßenverkehr. Rechts blinken und links abbiegen ist, laur Volksmund, keine sehr gute Idee. Macht natürlich auch in Wahrheit vermutlich niemand. NICHT blinken und links abbiegen – oder auch rechts – ist geradezu Mode geworden. Ebenso aus der Ausfahrt zu kommen und dem laufenden Verkehr, vornehmlich Fahrradfahrern, keinerlei Beachtung zu gönnen, auch. Rote Ampeln, vor Schulen, werden auch immer wieder gern mißachtet. Kinder sind fix, die können doch noch rennen. Frühsport ist doch gesund. Die Frage muß, wie bei der Kriminatätsbekämpfung auch, lauten: Wo, zum Donnerwetter, ist eigentlich mal die Polizei? Da, wo sie gebraucht wird jedenfalls nicht, oder? Ach ja, als ich die das letzte mal mit Kontrollen gesehen habe, waren sie gut fünfhundert Meter, just so weit, daß man sie nicht sehen konnte, von einer Schule entfernt. Geschwindigkeitskontrolle. Was bei der Ampel war, sahen sie nicht. War aber auch egal, fünf oder sechs Mann so in Unform….