Oldenburg

Kramermarkt lockt mit High-Tech-Fahrgeschäften

Mit Mr. Gravity geht es 100 km/h rund.

Mit „Mr. Gravity“ geht es 100 km/h rund.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (zb) Wenn morgen der Oldenburger Kramermarkt seine Pforten auf dem 90.000 Quadratmeter großen Areal auf dem Freigelände bei den Weser-Ems Hallen öffnet, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Rund 250 Fahrgeschäfte, Buden, Tanz- und Bierzelte erwarten bis zum 8. Oktober rund 1,5 Millionen Besucher. Sie können sich auf allerhand Neuheiten, Attraktionen und wahre Ingenieurskunst freuen.

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Spektakulär ist der Blick über das Marktgelände. Den können alle Besucher – je nachdem wie karusselltauglich sie sind – in aller Ruhe oder in rasanter Geschwindigkeit genießen. Wer es beschaulicher mag, der steigt ins weltweit größte transportable Riesenrad ein, das seine Fahrgäste im beschaulichen Tempo auf 60 Meter Höhe bringt. Von oben kann man den Blick weit schweifen lassen und bei guter Sicht weit über die Stadtgrenzen von Oldenburg blicken. Die Fahrt lohnt sich insbesondere auch abends, wenn das Marktgelände im Lichterglanz erstrahlt.

Alternativ bietet der Kramermarkt den „Fighter“. Das nagelneue Fahrgeschäft wurde erst in diesem Frühjahr eingeweiht und verspricht rasanten Fahrspaß in luftiger Höhe. Das 30 Tonnen schwere Fahrgeschäft von Harry Bruch aus Düsseldorf katapultiert die Fahrgäste in zwei Gondeln mit jeweils vier Plätzen, die an den Enden eines Armes befestigt sind, in 42 Meter Höhe. Die Passagiere erleben dabei Kräfte bis zu 4 G (Kraft pro Masse) vergleichbar wie beim Start der Astronauten. Mit 125 Kilometern in der Stunde werden die Fahrgäste wie mit einem Propeller durch die Luft geschleudert. Wobei sich die Gondeln dabei auch noch um sich selbst drehen.

Mit dem Fighter geht es 42 Meter in die Höhe.

Mit dem „Fighter“ geht es 42 Meter in die Höhe.
Foto: Anja Michaeli

„Wer den Kick sucht, ist bei uns richtig“, sagt Harry Bruch, dessen „Fighter“ vor allem junges Publikum magisch anzieht. Ob man die Augen – am höchsten Punkt angekommen – öffnet, um den Blick über den Festplatz zu erhaschen, muss jeder selbst entscheiden. Da gingen zumindest gestern bei den ersten Testfahrten die Meinungen auseinander. Einig waren sich die Fahrgäste bei dem „Fahrgeschäft „Gravity“. Hier wurde empfohlen, das Fischbrötchen oder die Bratwurst erst nach der Fahrt zu essen.

Dieses Fahrgeschäft von Stephanie Oberschell feiert ebenfalls in Oldenburg Premiere und ist bundesweit einmalig. Eine Platte, auf der mehrere Gondeln befestigt sind, ist an einem riesigen Arm befestigt, der die Platte mit bis zu einer Neigung von 90 Grad bei 100 Kilometer pro Stunde in 18 Meter Höhe bewegt. „Unser Fahrgeschäft ist einzigartig in Deutschland“, sagt die Schaustellerin, die sich freut, erstmals auf dem Oldenburger Kramermarkt stehen zu können. „Das ist schon ein besonderer Markt“, findet sie. Genauso wie ihr Fahrgeschäft, das nur absolut schwindelfreien und auch sonst hart gesottenen Marktbesuchern zu empfehlen ist.

Wem nach dieser rasanten Fahrt noch nach Bratwurst zu Mute ist, der könnte die „Ollnborger Braatwust Manufaktur“ aufsuchen. Hier wird die Wurst noch von Hand gemacht nach eigener geheimer Rezeptur. Das ist europaweit einmalig. Einmalig ist auch das Gewicht der Bratwurst mit 130 Gramm statt der üblichen 100 Gramm.

Wer Lust auf optische Täuschungen, schwankende Böden und abstürzende Fahrstühle hat, der sollte dem Alpen Hotel einen Besuch abstatten. Bayerisches Flair und entsprechende Musik begleitet den Besucher beim Gang durch das Hotel der ganz besonderen Art. Wem das alles noch nicht reicht, dem sei die Fahrt in der weltweit größten Geisterbahn empfohlen. „Daemonium“ hat eine Front von 36 Metern. In Gondeln geht es 22 Meter hoch. Unterwegs werden die Fahrgäste von elektronisch gesteuerten Effekten aber vor allem auch von zahlreichen lebendigen Geistern überrascht, die mal mit Äxten, Schwertern oder Kettensägen schocken.

Auf dem Oldenburger Kramermarkt sorgen lebendige Geister für Gruselmomente bei den Fahrgästen des Daemonium.

Lebendige Geister sorgen für Gruselmomente bei den Fahrgästen des „Daemonium“.
Foto: Anja Michaeli

Wem das alles viel zu bequem ist, der kann sich in einer nachgebauten historischen Schiffschaukel erproben. Besonders sportliche Schaukler können sich anschnallen lassen und ein paar Runden mit eigener Muskelkraft über Kopf drehen.

Oldenburgs fünfte Jahreszeit bietet darüber hinaus alle bekannten Fahrgeschäfte und Kinderkarussells. Von der Petersburger Schlittenfahrt über Break Dance bis zum Autoscooter. „Es ist der bewährte Mix aus klassischer Jahrmarktatmosphäre und moderner High-Tech-Power“, sagt Michael Hempen, Vorsitzender des Oldenburger Schaustellerverbandes, „der den Oldenburger Kramermarkt so attraktiv macht.“

Während der Kramermarkt bereits morgen startet, ist die offizielle Eröffnung am 30. September. Dann beginnt die fünfte Jahreszeit mit dem traditionellen Umzug, der sich beim Staatstheater in Bewegung setzt in Richtung Marktgelände. Zahlreiche Vereine und Gruppen präsentieren sich begleitet von viel Musik und Tanz. Zu bewundern gibt es fantasievoll dekorierte Wagen und bunte Kostüme entlang der drei Kilometer langen Strecke. Rund 120 Darbietungen sind beim traditionellen Kramermarkt-Umzug mit viel Kamelle zu sehen. Der Zug, angeführt von Graf Anton Günther und seinen Knappen, setzt sich um 13.45 Uhr in Bewegung und wird gegen 16.30 Uhr auf dem Festgelände erwartet, wo Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann im Beisein vieler Gäste aus Oldenburg und dem Umland den Markt offiziell eröffnet.

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