Oldenburg

Sprache als wichtiger Schlüssel

120 Teilnehmer tauschten sich auf der Integrationskonferenz in Oldenburg aus.

120 Teilnehmer tauschten sich auf der Integrationskonferenz in Oldenburg aus.
Foto: privat

Oldenburg (zb) Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zur Integration, aber er ist nicht der alleinige. „Um das ganze Schlüsselbund zu nutzen, benötigen wir mehr Koordination in den Kommunen“, meint Theo Lampe, Referent im Diakonischen Werk Oldenburg und äußerst erfahren im Umgang mit Flüchtlingen, anlässlich der Regionalen Integrationskonferenz zum Thema Sprache in Oldenburg, zu der das Amt für regionale Entwicklung Weser-Ems eingeladen hatte.

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Die regionale Integrationskonferenz ist Teil der landesweiten Initiative „Niedersachsen packt an“. Konferenzen auf regionaler Ebene ergänzen jene auf Landesebene. Neben dem Thema Sprache werden auch die Bereiche Arbeit, Wohnen und Leben erörtert. Nach Oldenburg kamen 120 Vertreter aus Kommunen, von Wohlfahrtsverbänden, der Agentur für Arbeit und von Gewerkschaften sowie Bildungsträger und Ehrenamtliche, um ihre Erfahrungen mit der Flüchtlingsarbeit auszutauschen.

Haupt- und Ehrenamtliche müssten Hand in Hand arbeiten und den Spracherwerb in allen Lebenssituationen voranbringen, lautete die Hauptbotschaft der Veranstaltung. Nur so könne die Motivation der Flüchtlinge aufrechterhalten werden. Viel zu oft müssten sie Monate auf einen Sprachkurs warten und seien enttäuscht. Noch schlimmer verhalte es sich bei jenen Flüchtlingen, die sich weniger Hoffnung auf ein Bleiberecht machen könnten. Die hätten gar keinen Anspruch auf einen Sprachkurs. „Doch auch ohne klaren Status bleiben die Flüchtlinge zunächst hier“, stellte Landesbeauftragter Franz-Josef Sickelmann klar. „Rechtsanspruch und Wirklichkeit klaffen mitunter auseinander“, erklärte er weiter und plädierte auch für deren Integration.

Für die Flüchtlinge seien ehrenamtliche Integrationslotsen sehr wichtig, wie ein Programm der Volkshochschule Aurich gezeigt habe, das auf der Konferenz vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um niedrigschwellige Deutschkurse, die neben dem Spracherwerb auch eine gesellschaftliche Teilhabe vom ersten Tag an gewährleisten können und die Wartezeit auf offizielle Sprachkurse erträglicher macht.

Sprachkurse scheiterten derzeit nicht am Geld sondern an qualifizierten Dozenten, berichtete Franz-Josef Sickelmann. Das heißt, manch ein Flüchtling befindet sich in der Warteschleife und könnte derweil von Ehrenamtlichen gefördert und gefordert werden. Deshalb sprach sich der Landesbeauftragte dafür aus, Sprachangebote aller Art auf kommunaler Ebene mit Hilfe eines Integrationsmanagements zu bündeln und entsprechend zu koordinieren.

So wie es beispielsweise die Grafschaft Bentheim schon tut, die ihr Modell auf der Konferenz vorstellte. „Die Akteure vor Ort sind schließlich die Experten, um die Bedarfe zu ermitteln“, stellte Theo Lampe klar und unterstrich den Ansatz, sowohl ehrenamtliches Engagement als auch professionelle Sprachangebote zu fördern. Das helfe Flüchtlingen, mit ihrer schweren psychosozialen Situation besser umgehen zu können, betonte er. Ohne derartige Angebote dürfe sich die Gesellschaft nicht über Folgeprobleme wundern.

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