Oldenburg

GWO entwickelt Konzept für sichere Orte

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Informierten über ihr Projekt „Sichere Orte“ (von links): Dr. Holger Lindemann, Heike Brunken-Kuhns, Ornella Fischer und Wolfgang Abend.
Foto: Katrin Zempel-Bley

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Oldenburg (zb) – Jeder soll sich wohlfühlen, lautet der Anspruch der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO), der in einem Leitbild festgeschrieben ist. Das setzt jedoch voraus, dass die Werkstätten und der Wohnbereich sichere Orte sind. Um das herauszufinden, wurde zusammen mit der Universität Oldenburg das Projekt „Sichere Orte“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, mit dem Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik ein Konzept für sichere Orte zu entwickeln.

„Wir haben vorab eine Umfrage bei Bewohnern, Beschäftigten und Mitarbeitern gestartet und abgefragt, wie sicher die Orte, an denen sie sich bewegen, sind“, berichtet Dr. Holger Lindemann. „Dabei kam heraus, dass der Lärm das größte Problem ist.“ Gemeint sind der Maschinen- und Gesprächslärm, der vielen auf die Nerven geht. Aber auch lange Essensschlangen, das Essen an sich, zu schnell fahrende und anfahrende Busse, Beleidigungen untereinander, blöde Sprüche und angefasst werden, stören viele der Befragten.

Ornella Fischer vom Werkstattrat bestätigt das und wünscht sich mehr Sensibilität von allen Beteiligten. „Es ist gut, wenn wir das, was uns stört, offen aussprechen und uns bewusst machen, was wir mit unserem Verhalten bei anderen bewirken“, findet sie. Deshalb finden zwei Aktionstage statt, um in Gruppen, die von Masterstudierenden moderiert werden, zu diskutieren, wie Abhilfe geschaffen werden kann.

„Wir möchten ein sicherer Ort sein“, sagt Wolfgang Abend, stellvertretender GWO-Vorstand, der sich eine Menge von dem Projekt verspricht. „Wir greifen die unterschiedlichsten Formen von Gewalt – wie verbale, sexuelle oder körperliche Gewalt- auf, aber auch andere Störungen, die die Beschäftigten, Bewohner und Mitarbeiter beeinträchtigt. Unser Ziel ist eine höchst mögliche Zufriedenheit mit dem Ort GWO. Deshalb sind auch alle an dem Prozess beteiligt. Wir stülpen niemandem von oben etwas auf“, stellt er klar.

Am Ende soll ein Konzept für alle im Betrieb erarbeitet werden, das als Handlungshilfe dient. „Wir möchten alle Beteiligten stärken, Gewalt und andere Vorkommnisse, die das Wohlbefinden beeinträchtigen, von vorneherein auszuschließen“, erklärt GWO-Psychologin Heike Brunken-Kuhns. Tatsächlich gibt es für den Behindertenbereich keine fertigen Konzepte, auf die die GWO zugreifen könnten. Wolfgang Abend kann sich vorstellen, dass am Ende des Projekts auch Ansprechpartner zur Verfügung stehen, denen sich Betroffene anvertrauen können. „Letztlich geht es um Betriebsvereinbarungen, an die sich alle zu halten haben, damit wir ein sicherer Ort sind“, fasst er zusammen.

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