Oldenburg

Gewerkschaften mit Blick in die Zukunft

Jan Duscheck hielt die Mai-Rede in Oldenburg.

Jan Duscheck hielt die Mai-Rede.
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg / am – Zum Tag der Arbeit hatten die Gewerkschaften traditionell zur DGB-Kundgebung auf den Oldenburger Rathausplatz eingeladen – in diesem Jahr unter dem Motto „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!“. Dem Aufruf waren rund 800 Bürgerinnen und Bürger gefolgt. Nach der Begrüßung durch den DGB-Stadtverbandsvorsitzenden Oldenburg, Frank Wegener, sprach der ver.di Bundesjugendsekretär Jan Duscheck.

Im ausführlichen DGB-Maiaufruf heißt es: „Wir wollen soziale Gerechtigkeit und kein Zurück zur neoliberalen Klientelpolitik!“ Das griff der Mairedner Jan Duscheck in seiner Ansprache auf. Er betonte, dass, ganz im Gegenteil zu den Behauptungen des FDP-Chefs Christian Lindner, die Einführung des Mindestlohns unter anderem Arbeitsplätze schaffe. Mindestlöhne würden gegen Lohnarmut wirken und für einen fairen Wettbewerb sorgen. Duscheck beklagte, dass in Deutschland immer noch 95.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sind. „1,3 Millionen Menschen unter 30 haben keinen Berufsabschluss. Das ist jeder Zehnte“, so der Bundesjugendsekretär. „Der Fachkräftemangel ist hausgemacht. Die Unternehmen stehen in der Verantwortung.“ Gerade junge Menschen seien überproportional von prekären Beschäftigungsverhältnissen bedroht. „Wir als Gewerkschafter müssen mehr auf die Zielgruppe unter 35 Jahre schauen, ohne Jung und Alt gegeneinander auszuspielen.“ Zum 125-jährigen Jubiläum der Gewerkschaftsdemonstrationen am 1. Mai überbrachte Duscheck eine Schokolade Vollnuss: „Wir haben viele Nüsse zu knacken, aber es kann Süßes dabei herauskommen.“ Schlussendlich wünschte er dem sozialen Erziehungsdienst viel Erfolg bei den anstehenden Tarifauseinandersetzungen.

Frank Wegener und Jan Duscheck wollen die Zukunft der Arbeit gestalten.

Frank Wegener (links) und Jan Duscheck wollen die Zukunft der Arbeit gestalten.
Foto: Anja Michaeli

Auch an den Ständen rund um den Rathausplatz war der gewerkschaftliche Blick in die Zukunft zu erkennen. Aktionen zum Mitmachen für Kinder waren genauso vertreten wie die bekannten Informationstische von Gewerkschaften, Initiativen, Parteien und Verbänden. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Gruppe „Sangesfolk“.

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1 Kommentar

  1. Michael Reins
    2. Mai 2015 um 10.05

    Beim durchlesen bekommt man reflexartig ein würgen. Der Ursprung dieses Würgereizes ist bei Beginn der Kanzlerschaft Schröders zu suchen, der seinerseits unter Mithilfe der Gewerkschaften die Agenda 2010 durchgesetzt hat; was das für Arbeitnehmer bedeutet muß wohl niemandem mehr erklärt werden. Die Gewerkschaften waren es doch, die die Arbeitnehmer hängen ließen und den Arbeitgebern Zugeständnisse machten ohne Ende.
    Und jetzt spricht man davon, das man kein Zurück zur neoliberalen Klientelpolitik will; zynischer gehts wohl kaum noch. Es hatte schon einen Grund, warum massenhaft Mitglieder ausgetreten sind, als die Gewerkschaften bis zur Schulter im A….. von Gerhard Schröder steckten!