Oldenburg

Oldenburger packen an

In weniger als 22 Stunden ist es gelungen, rund 40 Post SV-Mitglieder zu aktivieren. Sie bereiten die Tennishalle Alexandersfeld als Notunterkunft für Flüchtlingen vor.

Alle packten kräftig mit an.
Foto: Christian Kruse

Anzeige

Oldenburg / am – In weniger als 22 Stunden ist es dem Vorstand des Post SV gelungen, rund 40 Mitglieder zu aktivieren, die derzeit die ehemalige Tennishalle für die Aufnahme von Flüchtlingen vorbereiten. Unterstützt werden sie dabei von zirka 25 Kräften der Freiwilligen Feuerwehr der Ortsfeuerwehren Ofenerdiek, Ohmstede und Eversten. Am Samstag werden die ersten Flüchtlinge in Oldenburg-Alexandersfeld ankommen und die kommunale Notunterkunft beziehen.

Das Land Niedersachsen hatte Oldenburg im Rahmen eines Amtshilfegesuchs um Unterstützung gebeten. Die Stadt konnte die Halle an der Alexanderstraße vom Verein Post SV als kommunale Notunterkunft anmieten. Die Tennishalle soll laut Stadtverwaltung zunächst für vier Wochen genutzt werden und rund 70 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf bieten. Die Betreuung wurde an die Johanniter übergeben. Sie sind in Zusammenarbeit der Ausländerbehörde bzw. dem Gesundheitsamt der Stadt zuständig für die Registrierung und die gesundheitliche Erstuntersuchung.

Die Halle des Post SV wird vorbereitet, ein Teil ist als Aufenthaltsfläche vorgesehen.

Die Halle wird vorbereitet, ein Teil ist als Aufenthaltsfläche vorgesehen.
Foto: Anja Michaeli

Das ehemalige Vereinslokal wurde komplett ausgeräumt.

Das ehemalige Vereinslokal wurde komplett ausgeräumt.
Foto: Anja Michaeli

Zurzeit kommen rund 40 Flüchtlinge wöchentlich nach Oldenburg. Insgesamt hat die Stadt für rund 1000 Menschen Unterkünfte bereitgestellt. Damit sind die vier städtischen Gemeinschaftsunterkünfte und angemieteten Wohnungen ausgelastet. Das Amtshilfegesuch kam nun überraschend. Um keine Hallen, in den Schul- und Vereinssport stattfindet, zu belegen, kam nur die zurzeit leerstehende Tennishalle des Post SV in Frage. Ab April 2016 soll die Halle für Skater umgebaut werden, bis dahin soll die provisorische Lösung spätestens beendet sein.

In einem Schreiben an die Mitglieder betont der Post SV-Vorstand: „Wir – als gemeinnütziger Sportverein – sehen uns in der Pflicht, hilfsbedürftige Menschen, insbesondere in der nun nahenden Winterzeit, zu unterstützen.“ Der 1. Vorsitzende Andre Henkel möchte gemeinsam mit den Sportlern die Flüchtlinge in das Vereinsleben und in den Sportbetrieb einbinden: „Wenn einige der Flüchtlinge fußballbegeistert sind, können wir beispielsweise zusammen kicken.“ Wichtig sei ihm, dass die ehemalige Tennishalle nicht zu einer Massenunterkunft umfunktioniert wird. Dass er mit seiner Ansprache den richtigen Ton getroffen hat, beweisen die vielen Vereinsmitglieder, die heute kräftig bei den Aufräumarbeiten in der Halle, im ehemaligen Vereinslokal „Ambiente“ und im Außengelände angepackt haben. Sie möchten auch in den kommenden Wochen die Flüchtlinge und die Hilfskräfte unterstützen. Auch Stadtbrandmeister Bernhard Möller ist zufrieden: „Hier verzahnen sich alle Beteiligten und Aktivitäten sehr gut“.

Für die Flüchtlinge wurden heute die ersten Feldbetten aufgestellt. Mit Stellwänden und Indoorzelten soll ein wenig Privatsphäre geschaffen werden. Neben einer abgeklebten Fläche in der 2200 Quadratmeter großen Halle wird die Gaststätte Aufenthaltsmöglichkeiten bieten. Räume für Duschen, Waschmaschinen und die Gesundheitsuntersuchungen werden eingerichtet. Morgen geht es an das Großreinemachen, dann können die Flüchtlinge empfangen werden.

Vorheriger Artikel

Duale Ausbildung hoch im Kurs

Nächster Artikel

Staatstheater: Vorhang auf für „Mehr Drama“