Oldenburg

Flüchtlinge: „Fremd, anders – oder doch gleich?“

Philipp Stolle und Katharina Stolle entwickeln zusammen mit Flüchtlingen ein Kochbuch.

Philipp Stolle und Katharina Stolle entwickeln zusammen mit Flüchtlingen ein Kochbuch.
Foto: privat

Oldenburg / Emden (zb) Als es für Katharina Jütte und Philipp Stolle darum ging, sich für ein Projekt im Rahmen ihres Studiums „Soziale Arbeit“ an der Hochschule Emden-Leer zu entscheiden, fiel ihr Augenmerk sofort auf das Thema Flüchtlinge. „Wir wollen mit ihnen kochen, um die Rezepte und ihre Geschichten in einem Kochbuch zu veröffentlichen“, erzählen sie.

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„Mit unserem Projekt ‚Fremd, anders oder doch gleich?‘ möchten wir erreichen, dass verschiedene Kulturen mehr voneinander erfahren. Die besten Wege, andere Menschen und Kulturen kennen zu lernen, sind Sport, Musik oder das Essen“, sagen sie. Sie haben sich für das Essen entschieden. Um das Projekt realisieren zu können, nahmen die beiden Studierenden Kontakt zur Interkulturellen Arbeitsstelle IBIS e.V. in Oldenburg auf.

Die dortigen Verantwortlichen konnten von ihrem Vorhaben überzeugt werden und standen als Projektpartner bereit. Außerdem nutzen sie die Online-Spendenplattform „betterplace“. Schließlich kam es zu ersten Kontakten mit interessierten Flüchtlingen und über „betterplace“ kam ein Spendenbetrag für die Lebensmittel-Einkäufe zusammen. Das Projekt konnte somit beginnen.

Die ersten Kochbegegnungen haben inzwischen stattgefunden. „Vor allem wollten wir etwas über die Esskultur der jeweiligen Person erfahren“, berichtet die 25-Jährige. „Doch es wurde nicht nur über das Essen und die Kochrezepte sondern auch über Politik, Religion, kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten geredet. Es ist spannend zu erleben, wie schnell Menschen über das Essen zueinander finden und sich immer neue Gesprächsthemen ergaben“, finden die beiden Akteure und sind positiv überrascht vom bisherigen Projektverlauf.

Rezepte aus Syrien, dem Irak, Eritrea und Afghanistan soll das Kochbuch der beiden Studierenden enthalten.

Rezepte aus Syrien, dem Irak, Eritrea und Afghanistan soll das Kochbuch der beiden Studierenden enthalten.
Foto: Katharina Jütte

Tatsächlich erfuhren sie aber auch eine Menge über die Esskultur in Syrien, dem Irak, Eritrea und Afghanistan. „In Syrien benutzen die Menschen gerne anstelle eines Bestecks Brot“, berichtet Katharina Jütte. Und fast alle Kochpartner wunderten sich über den hier üblichen Kartoffelkonsum. So werden die Leser voraussichtlich im Dezember erfahren, was in den genannten Ländern bevorzugt gekocht wird, welche Zutaten sie verwenden und welche Geschichten den Flüchtlingen zu den Gerichten eingefallen sind. 56 Seiten soll das bebilderte Werk umfassen. Die Rezepte sollen so beschrieben sein, dass jeder Leser sie problemlos ausprobieren kann.

Bilder, Layout und Texte entwickeln Katharina Jütte und der 31-jährige Philipp Stolle komplett selbst. „Damit das Kochbuch gedruckt werden kann, brauchen wir für den Druck noch Geld und hoffen auf Spenden. Jeder kleine Betrag würde uns bei der Realisierung helfen“, sagen die beiden Studierenden. Das Kochbuch soll caritativ gegen Spende verkauft werden. Das Geld wird dann Geflüchteten zu Gute kommen.

Weitere Infos zum Projekt gibt es unter www.betterplace.org.

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