Filmfest

Filmfest: Kein Gedränge auf dem roten Teppich

Regisseur Christian Frosch, Hauptdarstellerin Victoria Schulz, Hauptdarsteller Anton Spieker stellten am Eröffnungsabend des Oldenburger Filmfestes ihren Film Von jetzt an kein Zurück vor.

Regisseur Christian Frosch, Hauptdarstellerin Victoria Schulz und Hauptdarsteller Anton Spieker stellten am Eröffnungsabend ihren Film „Von jetzt an kein Zurück“ vor.
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg (am) – Das Internationale Filmfest Oldenburg wurde am gestrigen Mittwoch feierlich eröffnet. Gezeigt wurde der gerade fertiggestellte Film von Christian Frosch: „Von jetzt an kein Zurück“. Bis Sonntag können Filmfans rund 40 Langfilme und zahlreiche Kurzfilme an den verschiedenen Spielstätten in Oldenburg – oft als Premiere – sehen (die OOZ berichtete).

Am roten Teppich vor der kleinen EWE-Arena drängten sich zur Eröffnung Gäste, Interessierte und die Vertreter der Presse. An ihnen vorbei defilierten die Promis im Blitzlichtgewitter. Allerdings fuhren in diesem Jahr weniger Limousinen vor. In zwei Wagen des Shuttleservice wurden die Protagonisten des diesjährigen Trailers chauffiert, der mit Oldenburger Obdachlosen realisiert wurde. Deborah Kara Unger, US-Schauspielerin und Lebensgefährtin des Filmfest-Chefs Torsten Neumann, begleitete die Ehrengäste. In diesem Jahr konnte die iranische Filmemacherin und Künstlerin Mania Akbari, der die Retrospektive 2013 gewidmet war, begrüßt werden. Sie wurde von ihrem Sohn Amin Maher begleitet, der seinen Kurzfilm „Sweet Gin & Cold Wine“ bei den Sunday Shorts präsentieren wird. Auch der Filmemacher, Autor, Dokumentarist und Maler Philippe Mora, der mit der diesjährigen Retrospektive geehrt wird, nahm an der Filmfesteröffnung teil.

Filmfestleiter Torsten Neumann betonte, mit welchem Ziel er auch das 21. Internationale Oldenburger Filmfest organisiert habe. Es ginge ihm um „neue Perspekten, andere Blickwinkel und darum, Grenzen einzureißen – anstelle ausgetretener Pfade“. Lob erhielt er von nordmedia-Chef Thomas Schäffer: Die nordmedia sei stolz ein solch großartiges Filmfest mit einem einzigartigen Profil fördern zu dürfen. Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner sagte: „Torsten Neumann schafft seit 21 Jahren immer wieder eine Sensation, ein Filmfest das Relevanz hat“. Man müsse das Filmfest nicht nur am Leben erhalten, sondern es müsse eine Perspektive geschaffen werden.

Filmfestchef Torsten Neumann begrüßte Produzent Jost Hering, Regisseur Christian Frosch, Schauspielerin Victoria Schulz, Schauspieler Anton Spieker und Co-Produzent Mathias Vorberg.

Filmfestchef Torsten Neumann begrüßte Produzent Jost Hering, Regisseur Christian Frosch, Schauspielerin Victoria Schulz, Schauspieler Anton Spieker und Co-Produzent Mathias Vorberg.
Foto: Anja Michaeli

Nach langen Reden und einer heiteren Unterhaltung durch „Ritchie“ aus dem Filmfesttrailer, der sich das Mikro schnappte und Anekdoten aus seinem Leben erzählte, stellte Regisseur Christian Frosch „Von jetzt an kein Zurück“ mit den Hauptdarstellern Victoria Schulz, Anton Spieker und Ben Becker vor. Zwischen Spießbürgerlichkeit, Beat-Musik und Fliegenpilzen bekommen Ruby und Martin die Härten der Gesellschaft der 60er Jahre zu spüren. Zehn Jahre später ist das Erlebte nicht an ihnen vorübergegangen. Kein Film für schwache Nerven. Das Drama beeindruckt mit seiner brutalen Geschichte, untermalt durch eine rasante Farb- und Lichtgestaltung, die zwischen Schwarz/Weiß und Farbe alle Register zieht. Gedreht wurde auch in Oldenburg, unter anderem in der Dreifaltigkeitskirche. Mitgespielt haben Thomas Birklein vom Oldenburgischen Staatstheater und Martina Renner, ehemalige Redakteurin der Oldenburger SonntagsZeitung. 19 Crewmitglieder nahmen nach der Vorführung den Applaus entgegen. Wer den Film noch sehen möchte, kann das am Samstag, 13. September, 14.30 Uhr in der Justizvollzugsanstalt.

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