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Wissenschaftler untersucht Wahlabstinenz

Wissenschaftler der Universität Oldenburg entwickeln eine Datenbasis für die empirische Kommunalwahlforschung.

Wissenschaftler der Universität Oldenburg entwickeln eine Datenbasis für die empirische Kommunalwahlforschung.
Foto: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

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Oldenburg (zb/pm) – Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen ging zuletzt nur jeder Zweite wählen, und fast jeder dritte erfolgreiche Direktkandidat war parteilos. Wie kommt das eigentlich? Um solche Fragen besser beantworten zu können, fehlt bislang eine systematische Analyse der Kommunalwahl-Beteiligung und -Ergebnisse auf Gemeindeebene. Diese Forschungslücke will Prof. Dr. Markus Tepe, Hochschullehrer für das Politische System Deutschlands an der Universität Oldenburg, schließen.

Um eine neue Datenbasis für die empirische Kommunalwahlforschung zu entwickeln und als Webportal anwendbar zu machen, erhält er bis Ende 2018 rund 200.000 Euro Fördermittel aus dem Programm „PRO*Niedersachsen“ des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums (MWK). Tepe und sein Team werden die niedersächsischen Kommunalwahlergebnisse seit 1996 – inklusive der noch ausstehenden Wahl 2016 – erfassen und mit sozial-kulturellen, ökonomischen und geographischen Merkmalen der 991 Kommunen zusammenbringen. Auf dieser Basis wollen sie unter anderem untersuchen, inwieweit die wirtschaftliche Leistungskraft einer Gemeinde oder ihre jeweilige politische Tradition mit starker Parteienbindung der Bevölkerung das Ergebnis prägen.

Die Wissenschaftler werfen zudem die Frage auf, wie sich das Wahlverhalten bei Landtags-, Bundestags- und Kommunalwahlen wechselseitig beeinflusst. Am Ende des Projekts wollen Tepe und seine Mitarbeiter sämtliche gesammelte Kommunalwahl- und Kommunalstrukturdaten online bereitstellen, um Interessierten einen schnellen statistischen und kartographischen Überblick etwa zur politischen Leistungsbilanz einer Kommune und den Mehrheitsverhältnissen im Rat zu verschaffen. Das Webportal implementieren die Sozialwissenschaftler gemeinsam mit dem Informatik-Institut OFFIS.

Das Programm „PRO*Niedersachsen“ fördert Forschungsarbeiten aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften angesichts ihrer großen gesellschaftlichen Bedeutung. Im Mittelpunkt stehen hochrangige Forschungsvorhaben, die neue Impulse für die jeweilige Fachrichtung erkennen lassen und – möglichst ausgehend von in Niedersachsen verankerten Forschungsgegenständen – Fragestellungen überregionalen wissenschaftlichen Interesses entwickeln.

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