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MRT-Scanner an Universität nimmt Betrieb auf

Der neue Magnet-Resonanz-Tomograph der Universität Oldenburg kommt erstmals in einer Studie zum Gehirn von Schmerzpatienten zum Einsatz.

Der neue Magnet-Resonanz-Tomograph der Universität kommt erstmals in einer Studie zum Gehirn von Schmerzpatienten zum Einsatz. Herzstück des Geräts ist ein tonnenschwerer Elektromagnet, in dessen röhrenförmige Öffnung die Patientenliege gefahren wird.
Foto: Universität

Oldenburg (zb/pm) – Die psychologische und medizinische Forschung an der Universität Oldenburg kann ab sofort auf einen Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) zurückgreifen. Für eine Studie der medizinischen Fakultät zur Auswirkung chronischer Schmerzen auf das Zahlenverständnis wird er erstmals genutzt.

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Es geht darum, ob sich bei chronischen Schmerzpatienten die Struktur des Gehirns verändert. Schätzen die Betroffenen Zahlen – auch im Verhältnis zueinander – anders ein als schmerzfreie Patienten und muss die Medizin somit die für das Beschreiben des eigenen Schmerzniveaus gängige Zahlenskala womöglich überdenken. Dabei nutzen die Mediziner die MRT-Methode, um bei je 40 Schmerzpatienten und Kontrollprobanden die Struktur verschiedener Hirnregionen und deren Verbindungen zu untersuchen.

Die MRT, auch Kernspintomographie genannt, basiert auf der Magnetisierbarkeit von Wasserstoffmolekülen. Die Forscher wollen beispielsweise analysieren, ob und wie Schwerhörigkeit die Funktionsweise des Gehirns verändert. Neben der Hörforschung seien auch kognitiv-neurowissenschaftliche Studien zum Thema Aufmerksamkeit, Lernen und Gedächtnis geplant.

Ein großes Plus seien dabei die entstehenden Kooperationen zwischen Kliniken und Universität. „Beide Seiten profitieren voneinander“, betont Prof. Dr. Christiane Thiel. Als Naturwissenschaftlerin habe sie so Zugang zu Patienten, die für bestimmte Fragestellungen interessant seien. Den Klinikern böten die Naturwissenschaftler dafür ihr methodisches Wissen zur Datenerhebung und -auswertung.

„Klinisch und grundlagenwissenschaftlich so bedeutsame Fragen mithilfe neuer Geräte wie des MRT zu beantworten ist genau das, was die Gründung der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften in Oldenburg bewirken soll“, sagt deren Dekan Prof. Dr. Gregor Theilmeier. Die Kosten für das neue Gerät belaufen sich auf mehr als zwei Millionen Euro, die in etwa zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln getragen wurden.

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