50 Jahre Fliesenleger-Innung

Die Goldene Ehrenurkunde für seine Innung bleibt an diesem Tag nicht die einzige Würdigung. Was Obermeister Stefan Bohlken hier noch nicht weiß: Gleich wird ihm der Goldene Meisterbrief verliehen.
Foto: Ricus Dirks / Kreishandwerkerschaft Oldenburg
Mehr als 110 Gäste haben im Oldenburger Hafenhaus das 50-jährige Bestehen der Fliesen- und Natursteinleger-Innung gefeiert. Vertreter/innen aus Handwerk, Politik und Bildung blickten mit der Innung auf ihre Geschichte seit 1976 zurück. Zu den Gästen gehörte der frühere Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Ein Schwerpunkt des Abends war die 2020 wieder eingeführte Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk. Obermeister Stefan Bohlken erhielt während der Feier den Goldenen Meisterbrief.
Altmaiers Besuch hatte für die Innung einen besonderen Hintergrund. Bohlken hatte sich vor der Gesetzesänderung mit einer Kampagne und einer bundesweiten Unterschriftensammlung für die Rückkehr der Meisterpflicht eingesetzt. Der damalige Wirtschaftsminister Altmaier war an dem Gesetzgebungsverfahren beteiligt. Für das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk gilt seit dem 14. Februar 2020 wieder die Meisterpflicht. Insgesamt wurden damals zwölf zuvor zulassungsfreie Handwerke wieder meisterpflichtig.
Einsatz für die Meisterpflicht
Beim Jubiläum erinnerte Altmaier an diese Zeit. Seine Zusage für den Abend habe für ihn selbst nie infrage gestanden, sagte der ehemalige Minister. Mit Blick auf seine frühere Wahl zum Oldenburger Kohlkönig erklärte er: „Das ist heute quasi eine Rückkehr in meine Stadt.“
Bohlken berichtete ebenfalls von den damaligen Kontakten nach Berlin. Als Dank für die Wiedereinführung der Meisterpflicht wollte er Altmaier seinerzeit eine Wasserwaage überreichen. Nach zunächst schwieriger Terminfindung habe ihn eine Mitarbeiterin des Ministeriums darauf hingewiesen, dass ihm die Bundesregierung bereits zweimal einen Termin angeboten habe. Danach, so Bohlken, habe er nur noch gefragt, wo er erscheinen müsse.

Zu Besuch: Ex-Wirtschaftsminister Peter Altmaier.
Foto: Ricus Dirks / Kreishandwerkerschaft
Die Meisterpflicht war 2004 für zahlreiche Gewerke abgeschafft worden. Der Bundestag beschloss Ende 2019, sie für zwölf Handwerke wieder einzuführen. Dazu gehörten neben dem Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk unter anderem Estrichleger, Parkettleger und Raumausstatter. Die Änderungen traten im Februar 2020 in Kraft.
Eigene Interessen stärker vertreten
Die Oldenburger Innung selbst entstand 1976. Zuvor waren die Fliesenleger in einer größeren Baugewerken-Innung organisiert. Gründungsmitglied Hermann Fahling erinnerte beim Jubiläum an den Grund für die Abspaltung: „Wir wollten unsere berufsspezifischen Interessen, die in der großen Baugewerken-Innung manchmal etwas untergingen, einfach besser vertreten wissen.“
Seit ihrer Gründung hatte die Innung nach eigenen Angaben erst drei Obermeister. Bohlken blickte in seiner Rede auch auf die Veränderungen im Handwerk während dieser fünf Jahrzehnte zurück. Neben technischen Entwicklungen hätten sich Ausbildung, Arbeitsweisen und die rechtlichen Rahmenbedingungen deutlich verändert.
Kreishandwerksmeister Boris Jersch würdigte die Zusammenarbeit der Innung mit anderen Gewerken. Handwerkskammer-Präsident Eckhard Stein überreichte der Innung zum Jubiläum eine Goldene Ehrenurkunde.
Goldener Meisterbrief für Bohlken
Eine weitere Auszeichnung galt dem Obermeister selbst. Stein überreichte Stefan Bohlken während der Feier seinen Goldenen Meisterbrief. Die Ehrung kam für Bohlken nach Angaben der Innung überraschend. „Das passiert wirklich selten, aber mir fehlen die Worte“, sagte er.
Zu den Gästen gehörten außerdem Vertreter/innen des Baugewerbeverbandes sowie regionaler Bildungseinrichtungen. Auch langjährige Partner der Innung nahmen an der Jubiläumsfeier teil.
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