1.264 Inhaftierte schließen Bildungsmaßnahmen erfolgreich ab

Foto: via dts Nachrichtenagentur
Insgesamt 1.264 Inhaftierte in den niedersächsischen Justizvollzugseinrichtungen haben im Schul- und Ausbildungsjahr 2025/2026 Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen. Das teilte das Niedersächsische Justizministerium am Mittwoch mit.
Das Spektrum der Abschlüsse reicht von Sprachzertifikaten bis zu anerkannten Ausbildungsberufen. In der JVA Uelzen erreichte ein Inhaftierter den erweiterten Realschulabschluss mit der Note 1,25.
Bildung, Ausbildung und berufliche Qualifikation können nach Angaben des Ministeriums helfen, nach der Entlassung eigenständig Verantwortung zu übernehmen und neue Wege einzuschlagen.
Justizstaatssekretär Detlev Rust sagte: „Bildung ist ein wesentlicher Baustein für den Weg zurück in die Mitte der Gesellschaft. Wer im Vollzug lernt, Prüfungen ablegt und einen Abschluss erreicht, schafft sich konkrete Perspektiven für die Zeit nach der Haft. Die erbrachten Leistungen verdienen unsere Anerkennung.“
Zudem gilt sein Dank den Bediensteten in den Justizvollzugseinrichtungen: „Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass jährlich so viele Inhaftierte qualifiziert werden können. Sie leisten damit einen unschätzbaren Beitrag für unser aller Sicherheit. Denn eine solide berufliche Perspektive in Freiheit senkt den Anreiz, wieder straffällig zu werden.“
Zu den Zahlen zählen 69 Hauptschulabschlüsse, 13 Realschulabschlüsse und zwölf erweiterte Realschulabschlüsse.
266 ausländische Inhaftierte nahmen an Deutsch- und Integrationskursen teil; dabei wurden zahlreiche Zertifikate der Sprachniveaus A1, A2 und B1 vergeben. Die Integrationskurse dienen nach Angaben des Ministeriums auch der politischen Bildung, der Stärkung demokratischer Werte sowie der Vermittlung interkultureller und interreligiöser Kompetenzen.
326 Inhaftierte absolvierten berufsorientierende Maßnahmen. 35 Abschlüsse gab es in anerkannten Ausbildungsberufen, unter anderem in Garten- und Landschaftsbau, Bautechnik, Gastronomie, Metalltechnik, Holztechnik, Lager-Logistik, Kfz-Mechatronik, Glas- und Gebäudereinigung sowie Farbtechnik.
Neben 35 jungen Inhaftierten, die einen Grundkurs Berufsorientierung absolvierten, haben zwölf Inhaftierte Berufseinstiegsklassen mit den Schwerpunkten Farbtechnik, Metalltechnik, Bautechnik und Garten- und Landschaftsbau abgeschlossen.
95 Inhaftierte schlossen eine Einstiegsqualifizierung, eine Anpassungsqualifizierung oder eine Helferausbildung ab. 297 Inhaftierte erwarben Zusatzqualifikationen, beispielsweise Gabelstaplerführerscheine, Schweißerzertifikate sowie Trägerzertifikate für Tischler, Maler und Lackierer oder Glas- und Gebäudereiniger.
Drei Inhaftierte absolvierten Umschulungsmaßnahmen. 101 Inhaftierte absolvierten den Internationalen Computerführerschein (ICDL) oder nahmen an einem EDV-Kurs beziehungsweise an berufsbezogenen PC-Schulungen (Technisches Zeichnen) teil.
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