Wirtschaftsweisen-Chef will vollständiges Soli-Aus ab Juli

Solidaritätszuschlag, über dts Nachrichtenagentur

Freiburg (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts des drohenden Konjunktureinbruchs fordert der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars Feld, die Bundesregierung auf, den Solidaritätszuschlag so schnell wie möglich komplett abzuschaffen. „Es wäre jetzt sinnvoll, die Steuern spürbar zu senken, um nach dem Shutdown einen wichtigen Impuls zu setzen. Der Solidaritätszuschlag sollte daher schon zum 1. Juli abgeschafft werden – und zwar für alle“, sagte Feld dem Nachrichtenmagazin Focus.

Dies entspreche einer Entlastung bei der Einkommensteuer „um zwei bis drei Punkte und würde Firmen und Verbrauchern zusätzliche Kaufkraft von fast 20 Milliarden Euro bringen“, so der Ökonom weiter. Deutschland habe nach der Finanzkrise 2008/09 und dem Anstieg des Staatsdefizits auf mehr als 80 Prozent durch solide Haushaltspolitik, sehr niedrige Zinsen und einen langen konjunkturellen Aufschwung die Schuldenquote wieder unter 60 Prozent gedrückt. Das sei ohne Steuererhöhungen möglich gewesen und könne nun wieder so gelingen, so der Wirtschaftsweisen-Chef. Zudem sprach er sich auch für temporäre Entlastungen für Kapitalgesellschaften aus. Sinnvoll wären beispielsweise Verlustrückträge und uneingeschränkte Verlustvorträge, sagte Feld dem Nachrichtenmagazin Focus.

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Foto: Solidaritätszuschlag, über dts Nachrichtenagentur

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