Nachrichten

Tom Schilling bekämpfte Angst mit Wodka-Shots

Tom Schilling 2013, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Tom Schilling trank Wodka-Shots gegen Angst an der Schauspielschule, und hatte auch vorher schon seine Probleme. „Mir war es damals zur Abi-Zeit schon zu viel, auf dem Schulhof beobachtet zu werden“, sagte Schilling dem Magazin „Zeit Campus“.

Anzeige

„Dieses Unwohlsein habe ich bis heute. Auf dem roten Teppich oder bei Pressekonferenzen fange ich an zu schwitzen.“ Als Student am Lee Strasberg Theatre and Film Institute in New York griff er zur Flasche: „Ich hatte Angst davor, die Leute in New York mit meinem mittelguten Englisch nicht zu verstehen, mich in der U-Bahn zu verirren, nicht cool genug zu sein. Ich fürchtete, an der Schauspielschule aufzufliegen, dass allen sofort klar wäre, der kann ja gar nichts.“

Die ersten Wochen in der neuen Stadt seien hart gewesen. „Morgens vor der Uni trank ich zwei, drei Wodka-Shots, das half ein bisschen. Um nicht mit der U-Bahn fahren zu müssen, bin ich jeden Tag eine knappe Stunde zur Schauspielschule gelaufen, 25 Blocks von der Lower East Side bis zum Union Square“, so Schilling zu „Zeit Campus“. Die Ängste hätten auch etwas mit den Anforderungen an seinen Beruf zu tun, glaubt Schilling.

„Es ist paradox, aber als Schauspieler hilft eine gewisse emotionale Instabilität. Viele haben leicht einen an der Waffel. Doch mit diesem dünnen Nervenkostüm wirft einen die ständige Beurteilung schnell aus der Bahn.“ Heute sei er etwas selbstbewusster.

Auch eine internationale Karriere strebe er nicht mehr an. „Ich will mich nicht mehr hocharbeiten müssen und irgendwo in Hollywood der dritte Nazi von rechts sein. Wenn ich vor einer Mauer stehe, die mir zu hoch scheint, sage ich heute: Ach, eigentlich ist es auf meiner Seite ganz okay.“ Tom Schilling gilt als einer der vielseitigsten deutschen Schauspieler (Crazy, Oh Boy, Werk ohne Autor).

Im Juli soll sein neuer Film „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ in den Kinos starten.

Foto: Tom Schilling 2013, über dts Nachrichtenagentur

Vorheriger Artikel

Erstimpfungen auf tiefstem Stand seit Monaten

Nächster Artikel

DAX kämpft sich am Mittag ins Plus - Euro schwächer

1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    7. Juni 2021 um 12.48

    Für Künstler ist der Beruf, so meine Erfahrung, immer eine Art Selbsttherapie. Ich hatte zu meiner besten Zeit mal einen Mitarbeiter, der ganz einfach rotzfrech war – und mich ein gutes Stück mitzog. Ich bin ihm, wo immer er jetzt ist, bis heute zu großem Dank verpflichtet.
    Danke Hieronymus! Wir hätten zusammen weiter machen sollen. Mein Fehler.