Studie: Bürokratieabbau könnte 250 Millionen Arbeitsstunden sparen

Foto: via dts Nachrichtenagentur
Ein umfassender Bürokratieabbau könnte Deutschlands reale Wirtschaftsleistung binnen fünf Jahren um 42 Milliarden Euro erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommen die Ökonomen Claus Michelsen und Simon Junker vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller sowie Ferdinand Fichtner von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin in einer Studie, über die das „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe) berichtet. Bei einem um ein Viertel geringeren Bürokratieaufwand würden demnach 250 Millionen Arbeitsstunden frei. Die Beschäftigten könnten dadurch produktiver eingesetzt werden, sagte Michelsen.
Kurzfristig könnte die frei werdende Arbeitskraft den Berechnungen zufolge zu einem Überangebot in den Unternehmen führen. In den ersten beiden Jahren könnten bis zu 23.000 Erwerbspersonen ihren Arbeitsplatz verlieren, heißt es in der Studie. Langfristig dürften sinkende Preise und steigende Realeinkommen Konsum und Investitionen ankurbeln. Am stärksten würde demnach der private Konsum zulegen – um 18 Milliarden Euro. Ab Ende 2030 könnte eine leichte Boomphase einsetzen, sagte Michelsen.
Wie schwierig die Umsetzung ist, zeigt eine zweite Studie, über die das „Handelsblatt“ ebenfalls berichtet. Der Soziologe Stefan Kühl untersuchte für das Roman-Herzog-Institut sechs Wellen der Bürokratiekritik seit den 1950er-Jahren. Reformprojekte seien trotz großen Einsatzes häufig kaum vorangekommen, sagte Kühl. Statt den Begriff Bürokratie pauschal als Schmähwort zu verwenden, plädiere er für ein „Bürokratie-Bashing-Moratorium“.
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